Vortrag zum Klimawandel

Vortrag in Roßhaupten zur Klimakrise: Verzicht – aber ohne Rückschritt ins Mittelalter

Reinhard Kleinhenz hat in Roßhaupten einen Klimavortrag gehalten. Die Message von ihm war eindeutig: Die Krise muss zusammen angegangen werden.

Reinhard Kleinhenz hat in Roßhaupten einen Klimavortrag gehalten. Die Message von ihm war eindeutig: Die Krise muss zusammen angegangen werden.

Bild: Johanna Lang

Reinhard Kleinhenz hat in Roßhaupten einen Klimavortrag gehalten. Die Message von ihm war eindeutig: Die Krise muss zusammen angegangen werden.

Bild: Johanna Lang

In Roßhaupten wird das Mehrgenerationenhaus unter Auflagen finanziert. Reinhard Kleinhenz hat sich deshalb mit dem Klimawandel auseinandergesetzt.
05.06.2022 | Stand: 12:00 Uhr

Der Einladung zum Vortrag „Klimawandel“ von Reinhard Kleinhenz in Roßhaupten waren Interessierte gefolgt, sogar aus Seeg waren Zuhörer gekommen. Kleinhenz (Schatzmeister des Fördervereins des Mehrgenerationenhauses Roßhaupten) ist kein Klimafachmann, aber ein leidenschaftlicher „Verfechter einer nachhaltigen Wirtschaftsweise“, wie er selbst sagt.

Der Freistaat Bayern fördert das Mehrgenerationenhaus. Die Gelder sind an Auflagen gestellt, in den kommenden Jahren geht es um bewusstseinsbildende Themen – also zum Beispiel Nachhaltigkeit und Demokratie. Deshalb hat sich der ehemalige Bänker für die Themen „Nachhaltigkeit“ und „Demokratie“ bereit erklärt, ein Impulsreferat zu halten – dabei gelang es ihm, die Gefahr und den Zeitdruck des Klimawandels und dessen Folgen gelungen zusammenzufassen.

Roßhaupten: Klimaziele müssen eingehalten werden

Das Ergebnis sah erschreckend aus und das Thema ist aktueller denn je. Kürzlich hat auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck angemahnt, dass „das Klima nicht mehr umdrehbar sei“, die weitere Erwärmung müsse bis 2025 gestoppt werden.

Viel Zeit bleibt der Menschheit nicht, in der sie ihr Verhalten komplett ändern müsse, um dieses Ziel zu erreichen. Um das zu stoppen, was seit Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen hat. Gelingen könnte es nur, so Kleinhenz, wenn alle Menschen – jung und alt – mitziehen und ihr Verhalten ändern würden. Dass das mit Verzicht einhergehen werde, sei nicht zu ändern, aber deshalb werde unsere Zivilisation „nicht ins Mittelalter zurückgeworfen“. Dazu zeigte er aufrüttelnde Grafiken, wie die Klimaerwärmung insbesondere seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts angestiegen ist. Der „Club of Rome“ habe bereits in den 1970er Jahren vor der Erderwärmung gewarnt, wie sie jetzt erreicht sei.

„Wer jetzt noch nicht begriffen hat“, so der Vortragende, „dem ist kaum mehr zu helfen.“ Spätestens seit vergangenem Jahr seien die Folgen mit schweren Unwettern über unserem Land – auch in Roßhaupten – nicht mehr zu leugnen.

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Jede und jeder müsse dringend sein (Konsum)Verhalten überprüfen und danach handeln. Schon beim Auto finge es an, bis hin zur derzeit besonders im Fokus stehenden Energieversorgung. So könne ein Schritt sein, Fahrgemeinschaften zu bilden, statt immer noch alleine zur Arbeit zu fahren. Das käme derzeit auch jedem Geldbeutel zu Gute. Dabei will Kleinhenz vor allem, dass Generationen mit einander reden und die Menschen – ob groß oder klein – sensibilisiert werden. Ob die Zeit noch ausreicht?

Ein Vorschlag in Roßhaupten: Regionale Versorgung

Dazu gehöre auch die Versorgung, die regional und saisonal vorzuziehen sei. Ein Vorschlag aus dem Publikum war sogar, dass das Fleisch, das nicht jeden Tag auf dem Teller liegen müsse, direkt beim Landwirt angefragt werden könne. Auch sei Rind- und Kalbfleisch zu bevorzugen, hinterlasse der ökologische Fußabdruck bei der Herstellung von Schweine- und Geflügelfleisch doch ungleich mehr Schäden. Auch das Thema Flächenversiegelung wurde angesprochen.

Interessant war das Ergebnis der Frage am Ende, wer sich denn vorstellen könne, dass auch im südlichen Ostallgäu Windräder für grünen Strom aufgestellt werden sollen: Fast die Hälfte des Publikums war für die Aufstellung der Windräder.

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