Zum Jubiläum

Musikalisch unterwegs auf den Spuren Sebastian Kneipps

Kneippkonzert

Walter Dolak (Klavier), Carolina Mazalesky (Violine) und Markus Kerber (Sopransaxofon) überzeugten mit einem musikalischen Streifzug durch das Leben von Sebastian Kneipp.

Bild: Klaus Wankmiller

Walter Dolak (Klavier), Carolina Mazalesky (Violine) und Markus Kerber (Sopransaxofon) überzeugten mit einem musikalischen Streifzug durch das Leben von Sebastian Kneipp.

Bild: Klaus Wankmiller

„Kneippofoniker“ servieren im Füssener Kaisersaal Musik von Wasserthemen bis zur Entspannung. Wohin sie die Spuren des "Wunderdoktors" führten.
20.06.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Zu einem besonderen Konzert zum 200. Geburtstag Sebastian Kneipps hatte der Kneippverein Füssen in den Kaisersaal eingeladen. Vorsitzende Carola Schweiger sieht im Jubilar einen „Vorreiter für die Gesundheit. Seine Philosophie hat bis heute Bestand.“ Zu den Ehrengästen gehörten Bürgermeister Maximilian Eichstetter und Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier. Letzterer wies auf den „unfassbar modernen Kneipp“ hin, dessen präventives Naturheilverfahren „seit 90 Jahren in Füssen nutzbar gemacht wird.“ Er brachte als Geschenk die Silhouette einer Kneippfigur mit.

Kurzweilige Moderation, eigene Arrangements

Erstmals hatten sich Walter Dolak (Klavier), Carolina Mazalesky (Violine) und Markus Kerber (verschiedene Blasinstrumente) zu den „Kneippofonikern“ zusammengeschlossen, die mit einer kurzweiligen Moderation und eigenen Arrangements musikalisch durch das Leben des „Wunderdoktors“ führten. Den Anfang machten fünf Sätze aus der barocken Wassermusik von Georg Friedrich Händel, wo Kerber verschiedene Blasinstrumente vorstellte, darunter in der „Hornpipe“ mehrere Saxofone. Wasser war Kneipps Lebenselixier. Deshalb mischte das Ensemble mehrere Motive, die mit Wasser zu tun haben: Nach perlenden Klavierklängen folgten das Hauptmotiv aus dem Film „Titanic“, die „Forelle“ von Franz Schubert und die „Moldau“ von Friedrich Smetana. Das Potpourri endete mit dem Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß. Wie genial Dolak improvisieren kann, zeigte sich, als er ein Notenblatt nicht mehr fand und fehlende Passagen problemlos aus dem Gedächtnis wiedergab. Den Donauwalzer stimmte Kerber auf dem Horn an. Kneipp hielt in Wien als Publikumsmagnet viele Vorträge. Das Ensemble präsentierte in Manier der Schrammeln „Im Prater blüh’n wieder die Bäume“ und andere Heurigenlieder. Schließlich wurde in der Filmmelodie des „Dritten Manns“ die Zither durch eine Klarinette ausgetauscht.

Beim Csárdás zeigt die Geigerin ihr ganzes Können

Kneipp reiste auch nach Ungarn, wo er Erzherzog Josef heilt. Musikalisch folgten Klassiker der ungarischen Kur- und Salonorchester mit Zigeunerweisen. Bei einem feurigen Csárdás konnte Mazalesky ihr ganzes Können auf der Geige zeigen. Anschließend spielte Kerber auf der Querflöte als Paradestück eine Fantasie von Franz Doppler, der wie Kneipp 1821 geboren wurde.

Vorwürfe vom Papst

Nun reiste das Trio mit Kneipp nach Italien, wo er vom Papst beschuldigt wurde, den Beichtstuhl mit dem Kurhaus zu verwechseln. Das Ensemble kombinierte deshalb ein gregorianisches Halleluja mit der d-Moll-Toccata von Johann Sebastian Bach. Am Ende dieser modernen Improvisationen folgte „Der einsame Hirte“ von Leo Rojas auf der Panflöte. Als Referenz an Kneipps Tätigkeit als Seelsorger erklang das „Ave Maria“ von Astor Piazzola. Als Anspielung auf seine Bewegungstherapie folgte Piazzolas feuriger Tango Libre in Kombination mit dem Trauermarsch aus Beethovens 7. Sinfonie, der Habanera aus Carmen von Georges Bizet und dem Bolero von Maurice Ravel.

Grandioser Abschloss

Als Bienenzüchter rauchte Kneipp gerne Zigarren. Ein Grund, die Ouvertüre zu „Dichter und Bauer“ von Franz von Suppé mit dem Hummelflug von Rimski-Korsakow zu kombinieren. Die von Kneipp geforderte Entspannung verdeutlichte Edvards Griegs Morgenstimmung, die mit tiefen Bassklarinettentönen aus der „Halle des Bergkönigs“, der Barcarole von Jacques Offenbach und dem „Schwan“ aus dem „Karneval der Tiere“ ergänzt wurde. Nach der Meditation aus „Thais“ von Jules Massenet folgte als grandioser Abschluss eine Geburtstagsparade mit klassischen Märschen und der Uraufführung eines gesungenen Kneipp-Marsches, den Carola Schweiger in Füssen entdeckt hatte. So stand am Ende viel Applaus für großartige Moderationen und Darbietungen.

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