Biologische Landwirtschaft

Ökomodellregion Ostallgäu: Regional produziert, regional vermarktet

OAL Biokalb

Bio-Landwirtschaft steht im Vordergrund bei der Ökomodellregion Ostallgäu. Dazu gehört auch, dass die Tiere auf die Weide dürfen.

Bild: Ökomodellregion Ostallgäu

Bio-Landwirtschaft steht im Vordergrund bei der Ökomodellregion Ostallgäu. Dazu gehört auch, dass die Tiere auf die Weide dürfen.

Bild: Ökomodellregion Ostallgäu

KAB und Pfarreiengemeinschaft haben in Seeg die Ökomodellregion Ostallgäu vorgestellt. Welche Chancen sie darin sehen und was bereits angestoßen wurde
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Von Florian Paulsteiner
11.06.2022 | Stand: 12:00 Uhr

444 Öko-Betreibe gibt es derzeit in der Ökomodellregion Ostallgäu . Damit werden 23 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen im Landkreis nach Bio-Standards genutzt. Das sei deutlich mehr, als der bayerische Durchschnitt. Ziel ist es, bis ins Jahr 2030 bis zu 30 Prozent der Fläche ökologisch zu bewirtschaften. Diese Zahlen und die Ökomodellregion Ostallgäu an sich wurden kürzlich bei einem Diskussions- und Informationsabend der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) und der Pfarreiengemeinschaft Seeg vorgestellt. Eingeladen war dazu Lisa Mader, die Leiterin des Projekts. Sie hat Landwirtschaft studiert und sich bei Auslandsaufenthalten mit der ökologischen Landwirtschaft weltweit befasst.

Seit wann es die Ökomodellregion Ostallgäu gibt

Moderiert wurde der Abend von Wolfgang Seidler (KAB-Sekretär Allgäu). Er bezog sich in seiner Begrüßung auf die Dringlichkeit, Modelle in dieser Form vorzustellen und unter die Bürger zu bringen, um eine wohnortnahe Lebensmittelproduktion und Vermarktung zu ermöglichen und zu fördern. Die Ökomodellregion Ostallgäu entstand 2018 im Rahmen einer Ausschreibung des Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten. Der Landkreis Ostallgäu hat sich hierzu mit einer Umsetzungsidee, erarbeitet von einer Gruppe aus Kommunalpolitiker sowie Vertretern von Landwirtschaft und Geschäftswelt beworben und den Zuschlag bekommen.

Zu den Zielen des Projekts gehört neben der Ausweitung der ökologisch genutzten Flächen, eine Wertschöpfungskette zu schaffen, bei der die Produkte vor Ort verarbeitet werden und anschließend in regionaler Vermarktung einen stabilen Erlös erzielen. Die Vermarktung soll es ermöglichen, dass den Bürgern auch in der Gastronomie, in kommunalen oder kirchlichen Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen regionale Produkte zur Verfügung stehen. Mit dem Projekt werde zudem der CO2-Ausstoß durch kürzere Wege gemindert. Auch die Förderung des heimischen Handwerks, der Gastronomie sowie des gegenseitigen Verständnisses wäre denkbar. Dies könne auch eine Chance zu mehr Solidarität und örtlichem Miteinander sein, hieß es bei dem Infoabend.

Wohnortnahe Vermarktung vs. große Supermärkte

Die Umsetzung des Projekts erfordere eine systematische Bewerbung, Schulung und Begleitung. Das Interesse der Landwirte an biologischem Landbau müsse gefördert und die Möglichkeit der Produktbearbeitung geschaffen werden. Zudem müsse dem Verbraucher diese wohnortnahe Wertschöpfungskette, neben den Angeboten großer Supermarktketten, bewusst werden. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Kontaktaufnahmen und Pflege mit den verschiedenen Verbänden im Landwirtschafts- und Biobereich sowie der Kontakt zu Gastronomie, Kommunalpolitikern und Verwaltung, zu Marktgesellschaften Innungen und Handel.

In Zeiten der aktuellen Klimaproblematik steckten in der Ökomodellregion großartige regionale Chancen, und es wurde bereits viel angestoßen. Vorgestellt wurde an diesem Abend zum Beispiel eine kuhgebundene Kälberaufzucht, verarbeitet durch einen örtlichen Metzger und vermarktet in der örtlichen Gastronomie. Mit einem regionalen Braugerste-Anbau konnte mehrerer Biersorten hergestellt und an dem Abend probiert werden. Mader wies auf die Genusstage im Schlosspark hin, die im September stattfinden und wo sich Betriebe aus dem ganzen Ostallgäu beteiligen.

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