Alpwirtschaft

Pfrontener Alphirten sind zufrieden mit Weide und Nachwuchs

Hirtenehrung

Nachdem es auch in diesem Jahr pandemiebedingt keine Viehscheid in Pfronten gab, wurden die Alphirten und Kleinhirten der elf Pfrontener Alpen beim Hoibarfest im Pfarrheim St. Nikolaus mit Schellen geehrt. Für deren Frauen gab es Blumensträuße.

Bild: Markus Röck

Nachdem es auch in diesem Jahr pandemiebedingt keine Viehscheid in Pfronten gab, wurden die Alphirten und Kleinhirten der elf Pfrontener Alpen beim Hoibarfest im Pfarrheim St. Nikolaus mit Schellen geehrt. Für deren Frauen gab es Blumensträuße.

Bild: Markus Röck

Weil es auch heuer wegen Corona keine Viehscheid gibt, werden die Hirten beim Hoibarfest im Pfarrheim geehrt. Dr. Michael Honisch spricht dabei Probleme an.
29.09.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Nass war er, der heurige Alpsommer, was für den einen oder anderen Älpler eine Herausforderung darstellt. „Aber im Pfrontener Gebiet waren die Alphirten sehr zufrieden“, erklärte Dr. Michael Honisch vom Alpwirtschaftlichen Verein im Allgäu beim Hoibarfest im Pfrontener Pfarrheim: „Es hat immer genug Weide gehabt.“ Doch während es ein guter Alpsommer fürs Vieh war, litten die bewirtschafteten Hütten unter wetterbedingt ausbleibenden Gästen, nachdem sie im Vorjahr beinahe überrannt worden waren.

1306 Schumpen in den Bergen

In Pfronten kümmern sich die Hirten vor allem um Schumpen: 1306 Stück Jungvieh hatten sie auf den Alpen zu versorgen, erklärte Honisch, dazu kamen in weit geringerem Umfang andere Tiere wie 25 Rösser und 18 Schafe. Honisch wies darauf hin, dass Alphirten auch eine wichtige Arbeit für den Naturschutz leisteten: „Man ist erstaunt, was da alles wächst“, sagt er mit Blick auf 100 Pflanzenarten auf den nährstoffarmen Bergweiden. Dass diese wertvollen Wiesen nicht verbuschen, hänge alleine von der Landwirtschaft ab. Natürlich könne man das dort gewonnene Heu auch nutzen, „aber von alleine passiert das alles nicht“, lobte er das Engagement der Hirten. So sei es sehr erfreulich, dass auch junge Leute zunehmend in die Berge gingen: 150 Kleinhirten gebe es im Allgäu: „Das sind die Älpler von morgen.“

Beim Miteinander ein Vorbild

Honisch sprach auch weitere Probleme für die Alpwirtschaft an, beispielsweise Wanderer, die über die Weiden liefen. Sehr erfreulich sei, wie da in Pfronten die vertragliche Abstimmung aller Beteiligten laufe: „Da seid ihr ganz vorne dabei – Anerkennung für diese großartige Zusammenarbeit!“ Eine weitere Bedrohung stellten die Beutegreifer wie der Wolf, die sich zunehmend vermehrten. Da könne man nur hoffen, dass es auf hiesigen Weiden ruhig bleibe: „Es kein schöner Anblick, wenn ein Vieh verrissen wird.“ Gerade Kleinhirten hätten unter darunter schwer zu leiden.

Ludwig Scholz gewürdigt

Zur Anerkennung ihrer Arbeit überreichten Bürgermeister Alfons Haf und der Vorsitzende des Rechtlerverbands Pfronten Christian Neutzner den Hirten und Kleinhirten Ehrenschellen, die verschiedene Firmen, aber auch die Gemeinde gestiftet hatten. Eine besondere Ehrung gab es zudem für Ludwig Scholz für seine 20-jährige Tätigkeit als Alpkassier.