Modellprojekt in Pfronten

So bekämpft ein Roboter Keime in der St. Vinzenz Klinik

Desinfektion

Hygienefachkraft Zoltán Szabó, Klinik-Geschäftsführer Christoph Köpf und Hauswirtschaftsleiterin Andrea Erhart mit dem neuen Mitarbeiter.

Bild: Erwin Kargus

Hygienefachkraft Zoltán Szabó, Klinik-Geschäftsführer Christoph Köpf und Hauswirtschaftsleiterin Andrea Erhart mit dem neuen Mitarbeiter.

Bild: Erwin Kargus

Pfrontener erhalten als eines von acht Krankenhäusern in Bayern das Gerät von der EU. Erste Erfahrungen sind positiv. Einen Namen hat „der Neue“ noch nicht
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Von Erwin Kargus
30.09.2021 | Stand: 16:03 Uhr

Da war die St. Vinzenz Klinik Pfronten einmal mehr „schwer auf Zack“: Weil die Verantwortlichen blitzschnell reagierten und das Glück auf ihrer Seite war, kann sich das Krankenhaus nun als eines von nur acht in ganz Bayern über einen von der Europäischen Union gespendeten hochwertigen Desinfektionsroboter freuen. Dieser unterstützt die Beschäftigten, jagt nicht nur das Corona-Virus, und alle Beteiligen ziehen nach der ersten Betriebswoche eine vorsichtig positive Bilanz.

Schnell reagiert

Die Hygienefachkraft der Klinik, Zoltán Szabó, hatte Anfang des Jahres eine Mitteilung der bayerischen Krankenhausgesellschaft gelesen, wonach die EU zur Eindämmung der Corona-Pandemie europaweit 200 Desinfektionsroboter ausgeschrieben hat. Der Erwerb sollte für die Kliniken kostenlos sein. Das kam ihm und dem Krankenhaus sehr gelegen, weil sie sich gerade auch mit dem Thema beschäftigten. Das Krankenhaus bewarb sich sofort, wurde ausgelost und die dänische Herstellerfirma „UVD Robots“ lieferte das Gerät im September nach Pfronten aus. „Wir versprechen uns damit eine Erhöhung der Patienten- und Mitarbeitersicherheit“, erklärt Szabó.

Er schafft alle Ecken und Kanten

Der Roboter fährt nach einer gründlichen manuellen Reinigung selbstständig im Zimmer herum und desinfiziert alle Oberflächen. Er schafft vor allem die etwas höher gelegenen Ecken und Kanten im Krankenzimmer oder auch im Operationssaal sowie abends im Speisesaal. Zunächst wird der Roboter in der Covid-Station eingesetzt. Hier liegen momentan drei Patienten, einer davon ist schwer erkrankt. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind in der Endoskopie, im OP-Bereich, in der Radiologie und in der Notaufnahme.

Entlastung und Sicherheit fürs Team

Das Gerät wird im Team der Hauswirtschaft und OP-Reinigung unter Anleitung von Hauswirtschaftsleiterin Andrea Erhart dem Bedarf entsprechend verwendet. „Es bringt dem durch Corona stark belasteten Team Entlastung und Sicherheit“, sagt Erhart. „Außerdem ist es spannend, weil es neu ist. Dies verdeutlicht auch, wie die Hauswirtschaft ein elementar wichtiger Baustein im Krankenhausbetrieb ist.“

Der Roboter kommt mit Patienten nicht in Berührung, er bleibt für sie quasi unsichtbar. Das Gerät ist seit einer Woche da, das Personal ist eingelernt. „In den ersten Tagen funktioniert das Gerät wie erwartet“, sagt Klinik-Geschäftsführer Christoph Köpf. „Interessant wird die Auswertung. Sie wird zeigen, ob und wie uns der Roboter langfristig unterstützt.“ Die Hygienekommission im Haus werde genau beobachten, ob in Pfronten die gleichen guten Erfahrung verbucht werden können wie von den Kolleginnen und Kollegen in Skandinavien. Der Einsatz des Gerätes, das zu einem Forschungsprojekt gehört, werde genau dokumentiert und dies der EU rückgemeldet. Das Gerät töte alle möglichen Keime, nicht nur das Corona-Virus.

Roboter erzeugt UV-Licht

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UV-Licht, wie es der Roboter erzeugt, um die Keime abzutöten, wird unter anderem auch in der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt. Insgesamt, so die drei Gesprächspartner gegenüber unserer Zeitung, ziehe die Klinik eine erste positive Bilanz. Ein Namen für den Roboter, so schmunzeln die drei, werde noch gefunden. Abschließend fügen sie hinzu: „Wenn es wieder medizinisch-technische Neuheiten zum Wohle des Patienten gibt, bleibt die St. Vinzenz Klinik weiter am Ball.“

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