Wintersport am Tegelberg

Skigebiete im Allgäu: Warum der Tegelberg so viele Tourengeher anlockt

Während am Fuße des Tegelbergs die Kleinen und Anfänger üben, steigen viele Tourengeher bis zum Tegelberghaus nahe der Bergstation auf.

Während am Fuße des Tegelbergs die Kleinen und Anfänger üben, steigen viele Tourengeher bis zum Tegelberghaus nahe der Bergstation auf.

Bild: Michael Helmer

Während am Fuße des Tegelbergs die Kleinen und Anfänger üben, steigen viele Tourengeher bis zum Tegelberghaus nahe der Bergstation auf.

Bild: Michael Helmer

Früher war der Tegelberg mit seiner 4 Kilometer langen Abfahrt ein ganz normales Skigebiet. Heute geht es auf einer Skiroute ins Tal. Was steckt dahinter?
05.05.2022 | Stand: 07:48 Uhr

Viele Füssener und Schwangauer haben am Tegelberg das Skifahren gelernt – und erinnern sich noch an die Tage, als es neben der Hauptabfahrt auch oben auf dem Berg noch zwei Lifte gab. Doch das ist Geschichte, seit der Saison 2018/2019 ist die ehemalige Hauptabfahrt am Tegelberg als Skiroute deklariert. Das bedeutet: Skitourengänger können auch während der Betriebszeiten der Gondelbahn aufsteigen.

Skifahren und Tourengehen am Tegelberg: Skiroute statt Skigebiet

Die Skiroute wird etwas weniger intensiv präpariert als die Abfahrten in anderen Skigebieten. Für Freerider und Tourengänger ist das ideal. Mit dem Konzept Skiroute reagierte die Tegelbergbahn auf schneearme Winter, bei der die Präparierung einer offiziellen Skipiste samt Sturzräume mit allen rechtlichen Vorgaben kaum möglich war. Bei einer Skiroute sind die Vorgaben einfacher: Sie muss lediglich markiert und vor Lawinen gesichert sein. Die Benutzung der Route liegt aber weitgehend in der Eigenverantwortung der Skifahrer und Tourengänger. Bis zur Rohrkopfhütte wird die Abfahrt trotzdem beschneit und hoch bis zur Bergstation gepflegt. „Zurück zu den Wurzeln“ und näher an der Natur, so sieht der Geschäftsführer der Tegelbergbahn Frank Seyfried das Konzept.

Während die Skifahrer mit der Gondel auf den Tegelberg fahren, können die Skitourengeher statt am Rande Abfahrt über den Schutzengelweg aufsteigen. Der führt abseits der Piste durch den Wald und erlaubt bei Verschnaufspausen immer wieder Ausblicke auf das nahe Schloss Neuschwanstein. Für Anfänger ist ein Skitourenlehrpfad eingerichtet. An 11 Stationen werden Grundlagen, Techniken und Risiko von Skitouren im alpinen Gelände erläutert. Somit lässt sich am Tegelberg das Tourengehen gut üben. Weil es von der Talstation bis zum Tegelberghaus knapp 900 Höhenmeter sind, ist der Aufstieg durchaus sportlich. Viele Skimo-Fans rennen mit leichtem Equipment auf den Berg – die besonders fitten in etwas über einer halbe Stunde.

Donnerstags Tourengeherabend am Tegelberg

Am Donnerstag ist am Tegelberg traditionell der Tourengeherabend. Dann geht es mit den Skiern entweder zur Einkehr auf die Rohrkopfhütte auf halber Höhe - oder bis ganz hinauf zum Tegelberghaus. Letzteres war übrigens früher das Jagdhaus von Maximilian II, dem Vater des "Märchenkönigs" Ludwig II.

Am Tourengeherabend gibt es von schon beim Aufstieg einen eindrucksvollen Blick über Schwangau und Füssen.
Am Tourengeherabend gibt es von schon beim Aufstieg einen eindrucksvollen Blick über Schwangau und Füssen.
Bild: Mark Bihler

Und die normalen Skifahrer? Wer sich die Skiroute nicht zutraut, der kann am Fuße des Tegelbergs 2 Schlepplifte und einen Tellerlift nutzen. Die breite Fläche mit nur Steigung am Adlerlift und Falkenlift ist ideal für Kinder und Anfänger. Auch wenn es mal hoch hergeht kommen sich die Skifahrer kaum in die Quere. Etwas steiler ist die Abfahrt am Reithlift, der rechts von der Talstation der Gondel etwas verborgen liegt.

Das Skigebiet am Tegelberg im Steckbrief: Tegelbergbahn (830 - 1720 m) mit Skirouten-Abfahrt (4 Kilometer). 3 Schlepplifte/Tellerlifte im Tal (Reithlift, Adlerlift, Falkenlift).

Langlaufen am Tegelberg: Neuschwanstein- und Adlerhorst-Runde

Von der Talstation des Tegelbergs können die Langlauf-Fans in die Loipen starten: Die Neuschwanstein-Runde (1,7 km) ist beschneit und beleuchtet. Highlight ist natürlich der Ausblick aufs Schlosses Neuschwanstein. Alternativ gibt es die Adlerhorst-Runde (4,9 km), die bis zum Bannwaldsee erweitert werden kann.

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