Willkommenstreff

Ukrainische Flüchtlinge in Füssen wünschen sich mehr Kontakt zu Einheimischen

Unser Bild zeigt die Gruppe, die sich beim zehnten Willkommenstreff für ukrainische Flüchtlinge im Familienforum getroffen hat. Die Mütter und Kinder aus dem Kriegsgebiet hoffen, dass in Zukunft auch deutsche Mütter und Kinder zu dem Treffen kommen, um Kontakte knüpfen zu können.

Unser Bild zeigt die Gruppe, die sich beim zehnten Willkommenstreff für ukrainische Flüchtlinge im Familienforum getroffen hat. Die Mütter und Kinder aus dem Kriegsgebiet hoffen, dass in Zukunft auch deutsche Mütter und Kinder zu dem Treffen kommen, um Kontakte knüpfen zu können.

Bild: AWO

Unser Bild zeigt die Gruppe, die sich beim zehnten Willkommenstreff für ukrainische Flüchtlinge im Familienforum getroffen hat. Die Mütter und Kinder aus dem Kriegsgebiet hoffen, dass in Zukunft auch deutsche Mütter und Kinder zu dem Treffen kommen, um Kontakte knüpfen zu können.

Bild: AWO

Aus dem Willkommenstreff in Füssen soll ein Plaudertreff mit Einheimischen werden. Warum sich Mütter und Kinder aus der Ukraine das wünschen.
24.06.2022 | Stand: 12:00 Uhr

Deutsche Familien kennenlernen und die deutsche Sprache erlernen – diese beiden Wünsche stehen ganz oben auf der Liste der Frauen, die mit ihren Kindern aus der Ukraine nach Füssen gekommen sind und sich bereits zum zehnten Mal im AWO Familienforum im Weidach getroffen haben. „Unsere Unterstützung für die Menschen aus der Ukraine darf sich nicht in materieller Versorgung erschöpfen“, sagt Brigitte Protschka, die Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Füssen-Schwangau, die den Willkommenstreff initiiert hat. Aus dem Willkommenstreff sollte ein Plaudertreff werden, wünscht sie sich mit den vor dem Krieg geflüchteten Mütter und Kinder, heißt es in einer Pressemitteilung.

Manche Flüchtlinge können sich vorstellen in Füssen zu bleiben

Mila Pysarevska wählt ein poetisches Bild, um ihr Gefühl zu beschreiben: „Ich möchte keine Blume sein, die in der Vase steht und nur betrachtet wird. Ich möchte eine Pflanze sein, die Wurzeln fassen und wachsen kann“. So wie ihr geht es vielen anderen Flüchtlingen auch. Grundsätzlich gebe es zwei Gruppen von ukrainischen Flüchtlingen. Diejenigen, die – sobald der Krieg beendet ist – nach Hause zurück möchten. Aber es gebe auch andere Flüchtlinge, die sich durchaus vorstellen können, sich in Füssen zu integrieren und eine langfristige Perspektive suchen. Für alle gleich bedrückend ist es aber, sich als Gruppe am Rand der Gesellschaft und nicht als Menschen, die am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, zu empfinden.

Flüchtlinge aus der Ukraine sind dankbar für die Aufnahme in Füssen

Die Ukrainer sind laut Pressemitteilung alle sehr dankbar für die Aufnahme in einem Land, in dem sie in Sicherheit leben dürfen. „Viele Menschen haben uns unglaublich viel geholfen“, heißt es. Aber mittlerweile komme eine leise Enttäuschung auf, denn es ergeben sich kaum Kontakte zwischen den Einheimischen und den Geflüchteten. Selten entstehen Freundschaften und dauerhafte Gemeinschaften. „Dabei könnte der Austausch zwischen den Kulturen eine Bereicherung sein“, sagt Protschka. Um diesen Austausch zu fördern, wurden beim letzten Willkommenstreff ein paar Ideen entwickelt: Um die Sprachbarriere etwas zu lindern, wird Anastasiia Khalmuradova immer mal wieder kleine Sprachkurs-Einheiten für Alltagssituationen beim Willkommenstreff einbauen. Sie spricht ukrainisch und deutsch und ist bisher schon ehrenamtlich als Übersetzerin mit dabei. Gerne dürfen auch andere Menschen mithelfen, die sich vorstellen können, mit den Flüchtlingen ein bisschen Deutsch zu üben. Wer Lust dazu hat, kann sich gerne bei der AWO melden. „Es müssen keine qualifizierten Sprachlehrer sein. Wichtiger ist die Freude am Kontakt mit Menschen“, macht Khalmuradova Interessierten Mut.

Schön wäre es, wenn Füssener Mütter mit ihren Kindern einfach mal vorbeikommen

Sehr schön wären auch Besuche von Füssener Müttern mit ihren Kindern zu einem „Plaudertreff“. Einfach mal vorbeikommen oder sich auch gerne anmelden, sagt Melanie Keck, die den Willkommenstreff im Auftrag der AWO organisiert. Wer einen selbst gebackenen Kuchen mitbringt, ist natürlich auch jederzeit herzlich willkommen, zwinkert die Erlebnispädagogin.

Organisieren wolle man weiterhin mal einen Ausflug oder ein gemeinschaftliches Kochen. Bei allem sei es zunächst wichtig, Hemmschwellen abzubauen und sich zu trauen – auch ohne Sprachkenntnisse –, miteinander in Kontakt zu gehen. Eine Übersetzer-App könne verlässlich helfen. „Aber im Grunde müssen wir es einfach den Kindern nachmachen“, sagt Protschka. „Die spielen einfach drauflos, setzen Mimik und Körpersprache ein und das klappt schon nach kurzer Zeit wunderbar.“

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