Studie

Vögel beobachten macht glücklich

Wer Vögel beobachten will, hat die besten Chancen, wenn er ein Futterhäuschen aufstellt oder, wie Peter Griegel vom Landesbund für Vogelschutz empfiehlt, eine handelsübliche oder selbst gebastelte Futterflasche. Eine solche nämlich muss nicht gereinigt werden. Bei einem Häuschen sollte das regelmäßig erfolgen, da Kotreste im Futter für Vögel tödlich sein können.

Wer Vögel beobachten will, hat die besten Chancen, wenn er ein Futterhäuschen aufstellt oder, wie Peter Griegel vom Landesbund für Vogelschutz empfiehlt, eine handelsübliche oder selbst gebastelte Futterflasche. Eine solche nämlich muss nicht gereinigt werden. Bei einem Häuschen sollte das regelmäßig erfolgen, da Kotreste im Futter für Vögel tödlich sein können.

Bild: Peter Griegel

Wer Vögel beobachten will, hat die besten Chancen, wenn er ein Futterhäuschen aufstellt oder, wie Peter Griegel vom Landesbund für Vogelschutz empfiehlt, eine handelsübliche oder selbst gebastelte Futterflasche. Eine solche nämlich muss nicht gereinigt werden. Bei einem Häuschen sollte das regelmäßig erfolgen, da Kotreste im Futter für Vögel tödlich sein können.

Bild: Peter Griegel

Der Landesbund für Vogelschutz bestätigt mit einem Projekt an bayerischen Seniorenheimen, dass Vögel beobachten glücklich macht. Die Hintergründe dazu.
10.11.2020 | Stand: 17:02 Uhr

Das Beobachten von Vögeln entspannt und macht glücklich. Was der Füssener Peter Griegel vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) schon lange weiß, bestätigte jetzt eine Studie. Dabei wertete die Katholische Universität (KU) Eichstätt-Ingolstadt das LBV-Projekt „Alle Vögel sind schon da“ aus. Damit startete der LBV 2017. Es ist ausgerichtet auf Senioren in vollstationären Pflegeeinrichtungen in Bayern. Deren Wohlbefinden und Lebensqualität soll durch regelmäßige Vogelbeobachtung gesteigert werden.

„Gerade jetzt in Corona-Zeiten, wo die Menschen in Senioren- und Pflegeheimen kaum Besucher empfangen dürfen und wenig Abwechslung habe, kann die Beobachtung von Vögeln eine gute Sache sein“, sagt Griegel. „Unsere Daten zeigen, dass durch die Vogelbeobachtung besonders die kognitiven Ressourcen, die Mobilität und das soziale Wohlbefinden der Seniorinnen und Senioren gefördert werden“, berichtet Professorin Elisabeth Kals, eine der Leiterinnen des Projekts.

Bayernweit beteiligen sich derzeit 76 Pflegeeinrichtungen mit mehreren tausend Bewohnern daran. Für die wissenschaftliche Begleitstudie wurden während der dreijährigen Pilotphase unter anderem über 1.500 Bewohner und an die 300 Mitarbeiter aus den beteiligten Einrichtungen befragt. Die Bewohner waren zwischen 40 und 106 Jahre alt. Es wurden Personen mit unterschiedlichen Pflegegraden erfasst.

Corona bremst Projekt aus

Aus dem Ostallgäu ist das Heinzelmannstift in Kaufbeuren an dem Projekt beteiligt und das Gulielminetti Seniorenwohn- und Pflegeheim in Marktoberdorf wollte daran teilnehmen. „Wir hatten uns angemeldet, eingearbeitet und auch schon Schulen eingeladen. Dann aber konnten wir es heuer wegen Corona leider nicht machen“, sagt Renate Dauner, die Leiterin der Einrichtung. Gestorben ist die Teilnahme aber nicht. Man wolle Corona abwarten und dann mit dem Projekt beginnen.

Dauner gefällt die Idee, „weil wir im Gulielminetti-Heim einen Park haben und viel mit Menschen zu tun haben, die von der Natur begeistert sind. Das ist wichtig für unsere Senioren. Wir haben mit der Seniorenvertretung im Vorfeld gesprochen, und die war ebenfalls sehr angetan von der Teilnahme“.

Wichtig bei der Vogelbeobachtung ist laut Griegel, dass die Menschen wissen, welche gefiederten Zeitgenossen sie da sehen. Viele wüssten das nämlich heutzutage nicht mehr. „Ich stehe selber gerne zur Verfügung, Seniorenheime zu besuchen und dort Informationen weiterzugeben“, sagt der Füssener. Er könnte zum Beispiel Aufnahmen von Vogelstimmen und Poster präsentieren. Sinnvoll sei es, Futterhäuschen aufzustellen, um Vögel zum Beobachten überhaupt erst anzulocken. Derzeit allerdings, sei die Zeit für diese Beschäftigung etwas mau. „Die Fütterung hat noch nicht begonnen und viele Vögel sind in den Süden gezogen“, erklärt er.

Die Vermittlung von Wissen ist ein Teil des LBV-Projekts. Der Vogelschutzbund stellte neben Futterstationen Informations- und Beschäftigungsmaterial zur Vogelbeobachtung für die Senioren zur Verfügung. Im Gulielminetti-Heim sollte es laut Dauner Vorträge geben, zu denen auch Kinder aus den umliegenden Schulen und Kindergärten eingeladen worden wären. Das bringt nicht nur Jung und Alt zusammen, sondern „die Kinder können dabei auch viel lernen“, sagt Dauner.

Naturerlebnis hilft, geistig und körperlich fit zu bleiben

Die wissenschaftlichen Ergebnisse der KU Eichstätt-Ingolstadt zeigen, dass das Naturerlebnis ältere Menschen unterstützt, geistig und körperlich aktiv zu bleiben. Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml unterstützt die LBV-Initiative als Schirmherrin. Die Beobachtung, Artenbestimmung und Fütterung von Vögeln bereichere die Aktivitäten der Senioren. Die aktive Begegnung mit der lebendigen Natur könne schöne Erinnerungen hervorrufen, die mancher vielleicht schon verloren geglaubt habe. In einer Gruppe aktiv zu sein, fördere zudem soziale Kontakte – das sei ein besonders wichtiger Einflussfaktor für die Gesundheit. Viele ältere Menschen verknüpfen mit den Vögeln frühere Erinnerungen, heißt es in der Studie. So könnten kognitive Ressourcen zum Beispiel bei an Demenz erkrankten Menschen wieder aktiviert werden.

Das LBV-Projekt wird nach der dreijährigen Pilotphase und dem nun wissenschaftlich hinterlegten Erfolg bis Ende Dezember 2021 verlängert. Dies wird ermöglicht durch die Förderung von den Pflegekassen sowie der Stiftung Bayerisches Naturerbe. Damit heißt es für weitere 60 Pflegeeinrichtungen „Alle Vögel sind schon da!“