Hopferau

Von der Asyl- zur Coronahilfe

Gesichtsmasken

Marion Vieth-Wiesmann schneidet den Stoff zurecht, Esmatolla Hashemi näht daraus Gesichtsmasken.

Bild: Norbert Plattner

Marion Vieth-Wiesmann schneidet den Stoff zurecht, Esmatolla Hashemi näht daraus Gesichtsmasken.

Bild: Norbert Plattner

Soziales Engagement: Esmatolla Hashemi näht in Hopferau Gesichtsmasken. Hilfe bekommt sie dabei von der Einheimischen Petra Unsin.Wie sie sich kennenlernten.
16.04.2020 | Stand: 20:12 Uhr

Über den Hopferauer Helferkreis Asyl hatten sich Petra Unsin aus Wiedemen, Marion Vieth-Wiesmann aus Hopferried und Esmatolla Hashemi einst kennengelernt. Ihn und seine Familie hatten die beiden Frauen einst betreut. Nun fertigen sie gemeinsam Mund-Nasen-Masken an. Zugute kommt ihnen dabei, dass Hashemi nach der Flucht aus seiner Heimat Afghanistan im Iran über Jahre hin als Schneider tätig war.

Erfolgreich eine Lehre absolviert

Mittlerweile hat Hashemi eine Lehre im Schloss zu Hopferau absolviert, wo er nun als Hotelfachmann angestellt ist. Wegen der pandemiebedingten Hotelschließungen mangelt es ihm allerdings derzeit an Arbeit. Das Trio eruierte also die Möglichkeit, für die Bewohner von Hopferau und Umgebung Gesichtsmasken herzustellen. An Stoffreste zu kommen war dabei das geringere Problem. Schwieriger war es, Gummiband zu bekommen und eine geeignete Absatzmöglichkeit zu finden. Leichter war, die Aufgaben zu verteilen: Während Hashemi als guter Schneider nähte, übernahm Unsin das Zuschneiden der Stoffe und Vieth-Wiesmann unter anderem das Bügeln. Dank der Bereitschaft von Familie Köpf, die in Wiedemen einen Hofladen betreibt, können die fertigen Gesichtsmasken dort ausgelegt und verkauft werden – der momentane Preis beträgt 4,50 Euro.

Teil der Erlöse geht nach Italien

Ein Teil davon geht an Hashemi, der dringend eine robuste Nähmaschine benötigt, ein anderer als Spende für Covid-19-Opfer nach Italien: „Wir wollen die Notlage nicht dazu ausnutzen, Geld zu verdienen“, sagt Vieth-Wiesmann. Um auch finanz- und arbeitsrechtlich auf der sicheren Seite zu stehen, meldete Hashemi mit Billigung seines Arbeitgebers ein Kleingewerbe an. Mittlerweile produziert man an getrennten Arbeitsplätzen und freut sich über den regen Absatz.

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