Schwangau

Wie soll sich der Schwangauer Wald entwickeln?

Während in einigen Regionen die Fichte wegen des Klimawandels reduziert werden soll, setzt man in Schwangau auf die Baumart.

Während in einigen Regionen die Fichte wegen des Klimawandels reduziert werden soll, setzt man in Schwangau auf die Baumart.

Bild: Becker (Archivbild)

Während in einigen Regionen die Fichte wegen des Klimawandels reduziert werden soll, setzt man in Schwangau auf die Baumart.

Bild: Becker (Archivbild)

Der Umwelt- und Tourismusausschuss hat sich mit dem Forstwirtschaftsplan bis 2041 beschäftigt. Den Fichtenanteil will man leicht reduzieren, Vorräte aufbauen.
25.11.2022 | Stand: 12:00 Uhr

Heruntergerechnet kompensiert der Schwangauer Gemeindewald die Emissionen von 127 Bürgerinnen und Bürgern. Mit dem Wald will die Gemeinde sensibel umgehen – das wird mehrmals betont, als sich der Tourismus- und Umweltausschuss in Schwangau mit dem Forstwirtschaftsplan für die nächsten 20 Jahre beschäftigt. Dabei spielten auch die erwähnten Auswirkungen auf das Klima eine Rolle.

Gemeinderat Schwangau besichtigte Gemeindewald

Der Gemeinderat verschaffte sich zuvor im Rahmen einer Exkursion einen Überblick über den Gemeindewald. Man soll sich nicht nur in der Theorie damit beschäftigen, sagte Bürgermeister Stefan Rinke (CSU) , sondern auch in der Praxis. Im Ausschuss gab ein Experte des Amtes für Landwirtschaft und Forsten aus Kaufbeuren einen Einblick in die forstwirtschaftliche Planung. Der bisherige Plan läuft Ende Januar aus, deshalb muss er aktualisiert werden.

Schwangau hat etwa 300 Hektar Wald. Allerdings ist davon nicht alles ohne weiteres nutzbar – ein Teil davon ist nur schwer zugänglich. Klar wird aus dem Plan: Der Wald habe für das Landschaftsbild eine besondere Bedeutung. Einen Kahlschlag gebe es in Schwangau ohnehin nicht. Klar sei, der Wald müsse für den Klimawandel umgebaut werden. Während in vielen Teilen Deutschlands die Fichte verschwinden soll, wollen die Schwangauer weiterhin auf die Baumart setzen.

Wald in Schwangau: Fichtenanteil ist leicht gesunken

Der Fichtenanteil lag 2004 bei 86 Prozent, aktuell liege er bei 84. Von der Fichte will man nicht weg, erläuterte der Experte. Der Anteil soll aber reduziert werden. Der Nadelholzanteil soll zukünftig 70 Prozent betragen – zehn Prozent davon sollen Tannen sein. Die Vorräte, die durch Fichten noch da sind, seien erheblich – diese betragen über 120 Jahre. Grundsätzlich wolle man bei allen Baumarten hohe Vorräte aufbauen – allerdings soll der Fichtenanteil etwas sinken, der Vorrat anderer Bäume steigen. Insgesamt ist es so, dass im Schwangauer Gemeindewald weniger Holz entnommen wird, als hinzukommt. Ebenfalls achte man beim Abholzen auf die touristische Saison sowie auf die Schutzgebiete – beispielsweise um Vögel zu schützen. Ein Problem seien in Schwangau die Schäden durch Verbiss – es brauche eine Erhöhung des Abschusses, stellte der Experte vor.

Bürgermeister Stefan Rinke spricht von einer hohen Verantwortung. Das Ziel: Der Gemeindewald soll vorbildlich bewirtschaftet werden. Rinke äußerte dabei auch seine Bitte, dass es weiterhin staatliche Unterstützung gibt. „Die Gemeinde kann das alleine nicht leisten.“ Der Umwelt- und Tourismusausschuss beschloss einstimmig, dass die Gemeinde einen Maßnahmeplan für die kommenden Jahre erarbeitet – eine detaillierte Planung steht noch an. „Das ist ein großes Projekt“, so Rinke.