Roßhaupten

Warum ein Biobauer zum Unternehmer wird

Umwelttechnik

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Bild: Johanna Lang

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Landmaschinen Ob Schwader oder Mähwerke: Die Geräte von Max Bannaski sollen umweltschonend funktionieren
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Von jl
10.09.2019 | Stand: 15:40 Uhr

Es zischt, hämmert und rumort aus den beiden offenen Toren des knapp 1000 Quadratmeter großen Vollholzgebäudes der BB-Umwelttechnik im neuen Roßhauptener Gewerbegebiet „Am Gruberbach“. Drinnen werden „nachhaltige“ Landmaschinen wie Schwader und Mähwerke produziert. Die Erfolgsidee, nicht nur für Bio-Bauern moderne, umweltfreundliche Technik für die Arbeit auf Wiesen und Feldern herzustellen, hatte Inhaber Max Bannaski.

Der 38 Jahre alte Familienvater ist im Nebenerwerb Biobauer in Bernbeuren. Zu versorgen hat er dort 35 Rinder, teils Mutterkühe, teils Mastbullen. Diese hält er mit Respekt. Sein Respekt vor den Tieren geht sogar soweit, dass er sich für eine stressfreie Tötung auf der Weide einsetzt, ohne dabei militant zu sein.

Seine Philosophie: Die Natur hat alles schon parat und muss deshalb auch respektvoll genutzt werden. „Außerdem geht bio nur, wenn die Nahrung für das Tier stimmt“, meint der Jungunternehmer. Für ihn war klar: „Es müsste schon beim Mähen anfangen.“

Im Zuge dessen hatte er sich vor Jahren überlegt, wie er sein Gras und Heu umweltschonender einbringen kann. „Die schweren Zugmaschinen fahren das Gras platt“, erinnert er sich, „und die Reifen verdrecken das Futter zusätzlich. Nach langem Tüfteln ist es ihm gelungen, seinen ersten Schwader so zu konstruieren, dass das Heu vor dem Traktor geschwadert wird, er aber mit seinem Traktor nicht drüber fahren muss. Der Schwader ist mittlerweile verfeinert und findet immer mehr Abnehmer im In- und Ausland.

Der Schwader allein reichte ihm aber nicht: Denn schon beim Schnitt werde „viel Natur, insbesondere Insekten, kaputt gemacht“, sagt Bannaski: „Die Insekten werden von den herkömmlichen Schneidscheiben an den Mähgeräten von deren Geschwindigkeitsumdrehungen angesaugt und vernichtet.“ Also konstruierte der gelernte Maschinenschlosser ein Mähwerk, dass – wie schon beim Schwader – vorne am Traktor befestigt wird, aber keine rotierenden Schneidescheiben hat. Vielmehr wird das Gras jetzt mit den Doppelmessern am Mähgerät wie mit einer Schere abgeschnitten. „Der Grashalm oder die Blume fällt einfach um, und die Biene bleibt drauf sitzen“, erzählt Bannaski begeistert. Das kann man auch auf einem Demonstrations-Video auf seiner Homepage sehen. Die Doppelmessermähwerke, deren Gerüste leicht sind und an beiden Seiten hochklappbar, sind bis zu zehneinhalb Meter breit lieferbar. Darüber hinaus sind die Reifen am Mähwerk leicht, auch hat jedes Mähwerk einen eigenen Öltank mit Messzähler für die Hydraulik.

„Ich bin stolz darauf, bei mir dahoim den kleinsten Traktor einsetzen zu können, denn das schont die Umwelt: Der Kraftstoffverbrauch ist deutlich geringer und trotzdem kann ich mehr Gras schneiden als bisher.“ Auch weil er gleichzeitig weniger Bahnen mit dem Traktor fahren muss, was bodenschonender sei, weil das Mähwerk rechts und links schon viel mehr schneiden könne, als ehedem.

Das alles entwickelte und produzierte der Mächler (im wahrsten Sinne des Wortes) und überzeugte Bio-Landwirt zuhause auf seinem Hof. „Aber des is nicht mehr ganga“, erzählt er. Schon weil die Aufträge aus allen Herren Ländern in kürzester Zeit deutlich zugenommen hatten. Mittlerweile braucht er 17 Beschäftigte, um die Nachfrage nach den Geräten erfüllen zu können. Fünf Beschäftigte konnte er in Roßhaupten neu einstellen.

„Außerdem brauche ich mit meiner Familie auch mal eine Auszeit am Wochenende“, stellt er fest, „und keine Kunden mehr, die dort unangemeldet vor der Tür stehen.“ Seine Mitarbeiter sind genauso engagiert und überzeugt von den umweltfreundlichen Maschinen wie der Chef selbst. Entsprechend gut ist auch das Betriebsklima. „Wenn des ned stimmt“, lacht Max Bannaski, „kriag i schlaflose Nächt’.“