Pfrontener Bahnhof

Was passiert mit dem Bahnhof in Pfronten-Ried?

Der Bahnhof in Pfronten-Ried ist für den Gemeinderat die „Visitenkarte des Ortes“. Diese soll nun optisch verbessert und vor allem mit Leben gefüllt werden. Bürgermeister Alfons Haf hofft dabei auch auf Ideen aus den Reihen der Bürger.

Der Bahnhof in Pfronten-Ried ist für den Gemeinderat die „Visitenkarte des Ortes“. Diese soll nun optisch verbessert und vor allem mit Leben gefüllt werden. Bürgermeister Alfons Haf hofft dabei auch auf Ideen aus den Reihen der Bürger.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

Der Bahnhof in Pfronten-Ried ist für den Gemeinderat die „Visitenkarte des Ortes“. Diese soll nun optisch verbessert und vor allem mit Leben gefüllt werden. Bürgermeister Alfons Haf hofft dabei auch auf Ideen aus den Reihen der Bürger.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

Eine Machbarkeitsstudie zeigt im Pfrontener Gemeinderat auf, welche Möglichkeiten es auf dem Areal gibt. Was das Gremium darüber denkt.
27.09.2020 | Stand: 08:00 Uhr

Als das „Tor zum Ort“ bezeichnete Architektin Dorothea Babel-Rampp den Bahnhof in Pfronten-Ried, Dr. Otto Randel (Pfrontener Liste) nannte ihn die „Visitenkarte“ der Gemeinde. Dass sich das Erscheinungsbild zum Positiven verändern muss, darin waren sich die Mitglieder des Gemeinderates einig, als in der Sitzung am Donnerstag eine Machbarkeitsstudie und Substanzbewertung für das Areal vorgestellt wurden. Einstimmig beschloss das Gremium, auf Grundlage der beiden Studien ein Konzept zu entwerfen.

Babel-Rampp hatte verschiedene Szenarien geprüft, wie man das Bahnhofsareal wieder mit Leben füllen könnte. Sie schlug unter anderem einen Kiosk vor, eventuell mit einem kleinen Café dazu. Mehrere Varianten hatte sie parat, um den PfAD-Bauernladen zu integrieren. Die beste Lösung wäre laut der Architektin, den im ehemaligen Lokschuppen unterzubringen. Hier seien die Gestaltungsmöglichkeiten am besten, denn der Schuppen müsse ohnehin saniert werden, sagte sie. Er sei stark vom Hausschwamm befallen, wie auch Ingenieur Bernhard Mohr in seiner Substanzbewertung verdeutlichte.

Pfrontener Lokschuppen als Partylocation?

Die Architektin hatte für den Lokschuppen aber noch eine andere mögliche Nutzung parat: „Man könnte ihn als Eventlocation nutzen“, sagte sie. Dazu präsentierte sie den Räten Fotos aus Bottrop, wo das bereits realisiert wurde. Insgesamt sah sie die Planungen „zu zwei Dritteln im Ziel“. Nun müsse sich der Gemeinderat darüber einig werden, welche Nutzung er sich für welche Gebäude vorstellen könne.

Dann könne die Machbarkeit geprüft werden und die Absprache mit den zuständigen Behörden erfolgen. Zu den Kosten und möglichen Förderungen, das sagte Babel-Rampp auf Nachfrage von Peter John (SPD), könne sie noch keine Angaben machen, solange nicht die Nutzung geklärt sei.

Nach den Ausführungen der Architektin sagte Bürgermeister Alfons Haf (Pfrontner Liste): „Wir haben alle den Wunsch, bald eine Nutzung reinzubringen. Wenn Bürger Interesse oder ein Konzept für die Räume haben, sollen sie sich bei der Gemeinde melden.“ Dann könne man gemeinsam vor diesem Hintergrund eine mögliche Nutzung diskutieren und dieses Projekt weiterverfolgen. Das sei sinnvoller, als dass der Gemeinderat eine Nutzung vorschreibt, und die Räumlichkeiten dann leer bleiben, meinte Haf.

Investoren sollen den Umbau des Bahnhofs in Pfronten unterstützen

Das befürwortete Reiner Augsten (Unser Pfronten). Er mahnte gleichzeitig an, dass Interessenten aber bereits ein Grobkonzept vorlegen müssten. Ein reines Interesse ginge ihm nicht weit genug. Von einer Gastronomie in der Wartehalle hielt er hingegen nichts: „Das ist zum Verhungern“, sagte er.

Dr. Otto Randel sprach davon, die „Visitenkarte wieder auf Vordermann zu bringen“. Schließlich werde der Öffentliche Personennahverkehr in der Zukunft wohl wieder eine größere Rolle spielen. Dafür müsse der Bahnhof hergerichtet werden. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Gemeinde in ihren finanziellen Möglichkeiten begrenzt sei. „Hier könnten uns Investoren oder Sponsoren helfen“, sagte er. Für Dr. Alois Kling (CSU) ist klar, dass es einer „vernünftigen Lösung“ für den Bahnhof bedarf, darüber war sich der Gemeinderat einig.

In der Substanzbewertung verdeutlichte Ingenieur Mohr, dass die Gebäude nicht unbedingt in gutem Zustand sind. Die Mauern der Wartehalle wiesen Risse auf, in den ehemaligen Übernachtungsräumen der Lokhalle habe die Feuchtigkeit zu großen Problemen geführt. Hier sei bereits ein Angebot eingeholt worden, um die zu beseitigen. Zudem müsse der Vorbau am Bahnhofsgebäude saniert werden, er könne im Winter die Schneemassen nicht mehr tragen, sagte Mohr. Bürgermeister Haf wünschte sich abschließend, so viele weiße Bruchsteine wie möglich zu erhalten.