Gastronomie

Wegen Corona: Füssener Wirte dürfen im Freien mehr Tische aufstellen

Unter freiem Himmel schmeckt das Bier doch gleich noch mal so gut.

Unter freiem Himmel schmeckt das Bier doch gleich noch mal so gut.

Bild: Ralf Lienert

Unter freiem Himmel schmeckt das Bier doch gleich noch mal so gut.

Bild: Ralf Lienert

Der Füssener Bürgermeister Eichstetter kündigt für dieses Jahr eine Sonderregelung an. Aber: Die Gastronomen müssen eine Genehmigung beantragen.
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Von Heinz Sturm
21.05.2020 | Stand: 06:30 Uhr

Sie sind von den Beschränkungen im Zuge der Corona-Krise besonders hart gebeutelt worden: die Wirte. Füssens neuer Bürgermeister Maximilian Eichstetter will dieser Branche jetzt möglichst unbürokratisch helfen: Wo immer es möglich ist, will die Stadt heuer die kostenfreie Vergrößerung der Freischankflächen für Gastronomiebetriebe ermöglichen, kündigt er an. Die städtische Verkehrsbehörde werde jeden Antrag schnellstmöglich bearbeiten.

Wichtig fürs Lebensgefühl

Coronabedingt waren die vergangenen Wochen alle Gastronomiebetriebe für Gäste geschlossen. Seit Montag darf die Außengastronomie öffnen, ab dem 25. Mai folgt die Innengastronomie wieder öffnen. „Diese Lockerung ist für unsere Gastronomen, aber auch für unsere Tourismusregion immens wichtig, da sie in den letzten Wochen enorme Umsatzeinbußen erlitten haben“, sagt Eichstetter. „Unsere Gasthäuser, Restaurants und Cafés sind für das Lebensgefühl der Menschen im Füssener Land wichtig und prägen unser Bild nach außen. Wir wollen gerade auch diese besonders von der Corona-Krise gebeutelte Branche gezielt und unbürokratisch unterstützen“, erklärt der Bürgermeister.

Die Stadt Füssen will dort, wo es möglich ist, den Gastronomiebetrieben eine kostenfreie Vergrößerung der Freischankfläche ermöglichen. „Mit dieser Maßnahme wollen wir den Gastronomen helfen, da weiterhin die Abstandsregeln gelten und deshalb Tische und Stühle weiter auseinander gerückt werden müssen“, sagt Eichstetter. Mit einer erweiterten Freischankfläche könnten Cafés und Restaurants trotz der Abstandsregeln eine größere Zahl an Gästen bewirten als dies auf der bislang zulässigen Flächen möglich wäre.

Voraussetzung dafür ist unter anderem, dass bereits eine genehmigte Freischankfläche existiert und dass die Rettungs-, Geh- und Radwege freigehalten werden. Deshalb muss sich auch jeder Betrieb zunächst an die Verkehrsbehörde bei der Stadt Füssen (Telefon 08362 - 90 31 80) wenden. Diese prüfe dann schnellstmöglich jeden einzelnen Fall und beantworte diesen kostenfrei.

Keine zusätzlichen Gehühren

Die Erweiterung der Freischankfläche bringt für die Gastronomen keine zusätzlichen Gebühren mit sich. Im Gegenteil: Die Stadt wird auch allen Gastronomiebetrieben mit Freischankflächen zur Abmilderung ihrer corona-bedingten Einschränkungen entgegenkommen und die Sondernutzungsgebühren für die genehmigten Freischankflächen für heuer nicht erheben. Das gilt für alle betroffenen Gastronomiebetriebe – und zwar ohne gesonderten Antrag.

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Komplett anarchisch soll es am Straßenrand dann aber trotzdem nicht zugehen. Nicht in Frage kommt für Bürgermeister Eichstetter etwa eine weitere Verschmälerung der Bürgersteige. Die heute übliche Restgehwegbreite von 1,50 Meter zwischen Tischen und Bordstein beziehungsweise Fußgängerbereich stelle ein absolutes Mindestmaß dar, auch Rollstühle und Kinderwagen müssten schließlich durch. Es müsse vermieden werden, dass Fußgänger auf die Straße ausweichen müssen oder nicht mehr durchkommen.

Auch Flächen für Nachbarhaus nutzen

Statt einer Verbreiterung schlägt die Stadtverwaltung eher eine Verlängerung der Freischankbereiche vor. Derzeit darf jeder Wirt nur direkt vor dem eigenen Lokal Tische und Stühle platzieren. Künftig soll er auch Flächen vor den Nachbarhäusern mitnutzen dürfen – unter der Voraussetzung, dass sich dort keine Einfahrt, kein Geschäft und keine Wohnung befinden. Denn die Interessen der Nicht-Gäste will Bürgermeister Eichstetter auch in Corona-Zeiten weiter berücksichtigt wissen. Und noch ein Hinweis ist ihm wichtig: Die Regelungen sowohl für Sondernutzungsgebühren als auch für Erweiterung der Freischankflächen gilt ausdrücklich nur für 2020. Ab dem kommenden Jahr 2021 gelten wieder die üblichen Regelungen nach den städtischen Satzungen. Es handelt sich also um eine einmalige Ausnahme.