Lokalsport in Füssen

Wenn der Vater mit dem Sohne: Zwei Generationen bei Türk Gücü in Füssen

Vater-Sohn-Gespann

Vor dem Spiel gegen den SV 29 Kempten, das mit 3:0 gewonnen wurde, posiert Türk-Gücü-Torwart Ümit Müneyyirci mit „Neuzugang“ Samuel Müneyyirci für die Kamera.

Bild: Werner Hacker

Vor dem Spiel gegen den SV 29 Kempten, das mit 3:0 gewonnen wurde, posiert Türk-Gücü-Torwart Ümit Müneyyirci mit „Neuzugang“ Samuel Müneyyirci für die Kamera.

Bild: Werner Hacker

Ümit und Samuel Müneyyirci laufen gemeinsam für Türk Gücü Füssen auf. Möglich macht das die Vereinsführung, die nicht aufs Alter schaut - sondern auf die Leistung.
17.09.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Wenn ein 35-Jähriger seinem Sohn auf dem Spielplatz zeigt, wie man kickt und dazu immer wieder den Ball zuspielt, ist das ein bekanntes Bild aus dem Familienalltag. Das war bei den Müneyyiricis in Füssen-Weidach nicht anders. Eher ungewöhnlich ist es jedoch, wenn Vater und Sohn eineinhalb Jahrzehnte später gemeinsam für einen Verein auf den Platz laufen.

Vor 15 Jahren galt Familienvater Ümit Müneyyirci auch überregional als toller Torwart, was er in den Füssener Fußballclubs und beim SV Reutte jedes Wochenende unter Beweis stellte. Großer Zeitsprung: Ümit Müneyyirci hat vor kurzem seinen 50. Geburtstag gefeiert. Er macht sich auf dem TSG-Platz warm für das Spiel Türk Gücü Füssen gegen den SV 29 Kempten in der A-Klasse 6. In der ersten Elf steht auch sein Sohn Samuel, der als 21-Jähriger seit der laufenden Saison gemeinsam mit seinem Vater in der Mannschaft des Füssener Vereins kickt, der auch mal ein guter Kreisligist war und dem FC Füssen so manches Bein gestellt und dabei dem Lokalrivalen Punkte abgeknöpft hat.

Türk Gücü: Familie Müneyyirci spielt im Tor und Offensiv

Anpfiff: Samuel Müneyyirci wird links offensiv eingesetzt. Er trägt die Nummer 17 auf dem Trikot. Sein Vater hat gerade einem Kemptener Stürmer das Nachsehen gegeben. Er schlägt den sicher gefangenen Ball lautstark mit „komm, Sammy, komm“ nach vorne. Nach 90, teilweise zerfahrenen Minuten, steht das Spielergebnis fest: 3:0 für die Füssener, die traditionell als international besetztes Team gespielt und gekämpft haben.

Es ist Oldie Ümit erneut gelungen, seinen Kasten sauber zu halten. Die Mannschaft dankt es auch ihrem routinierten Goalie, dass sie punktgleich mit Spitzenreiter FC Kempten II die Tabelle anführt. Torverhältnis nach sechs Spieltagen: 21:5.

Samuel Müneyyirci, der die Jugendmannschaften beim FC Kempten durchlaufen hat, dann pausierte und seit der Saison 2021/22 Türk Gücü Füssen verstärkt, freut sich zurückhaltend über die nunmehr fünf Siege. „Wir haben bis jetzt nur gegen Mannschaften gespielt, die in der A-Klasse unter den 13 Teams eher zu den schwächeren gehören“, kommentiert er den Saisonstart. Der ist, abgesehen von einer 1:2-Auswärtsniederlage, rundum gelungen. Samuel ergänzt: „Unsere Mannschaft ist noch im Aufbau.“

"Unbedingt zusammen in einer Mannschaft spielen"

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Über das Verhältnis zu seinem Vater äußert sich der Spieler mit Bezirksoberligaerfahrung bei den Junioren so: „Er wollte unbedingt, dass wir zusammen in einer Mannschaft spielen.“ Bei Türk Gücü ging dieser Wunsch in Erfüllung. Maßgeblich dafür verantwortlich ist die Vereinsführung, die nicht aufs Alter schaut, sondern auf die Leistung eines Spielers.

Ähnlich wurde auch in Reutte gedacht. 2016 hatte der SV erneut auf den erfahrenen Keeper, Jahrgang 1971 gesetzt, der fünf Jahre zuvor aus Füssen in die Tiroler Liga gewechselt war. Der Rolle, für Stabilität zu sorgen, wird Ausnahmetorwart Müneyyirci auch mit einem halben Jahrhundert in den Knochen, weiterhin gerecht. Die Mitspieler – und sein Sohn Samuel –danken ihm für die Null, die im Spiel gegen die Kemptener wieder einmal stand. Und für Samuel gilt: Da ist noch Luft nach oben.