Wer spricht hier für wen?

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Nicht nur die Siegerinnen des Frauen-Verfolgungsrennens strahlten am Donnerstag in Oberstdorf um die Wette. Auch die Organisatoren und Fans durften sich als Gewinner fühlen.

Bild: Africa Studio-stock.adobe.com)"

Nicht nur die Siegerinnen des Frauen-Verfolgungsrennens strahlten am Donnerstag in Oberstdorf um die Wette. Auch die Organisatoren und Fans durften sich als Gewinner fühlen.

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Kommunalpolitik Nach einer drastischen Presseerklärung gibt es widersprüchliche Aussagen innerhalb der Füssener Jusos
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Von Dominik Riedle
20.12.2019 | Stand: 14:24 Uhr

FüssenDie harsche Kritik an Bürgermeister Paul Iacob in einer Pressemitteilung der Füssener Jusos (wir berichteten)wirkt in der SPD immer noch nach: Nun distanziert sich Michelle Derbach, Vorstandsmitglied und Vorsitzende der Ostallgäuer Jusos, von der Presseerklärung. Sie habe daran nicht mitgewirkt, teilt sie unserer Zeitung mit.

Wie berichtet, waren in der Mitteilung mehrere Personen zitiert worden, darunter Claudia Schreiner, die Iacob aufforderte, sein Parteibuch zurückzugeben. Gar von „kapitalistischen Machtspielereien“ des Rathauschefs war zu lesen. Derbach ist der Meinung, dass der Ton in dieser Mitteilung nicht angemessen war. Sie sei ausdrücklich dagegen, „dass man mit Menschen wie hier mit dem scheidenden Bürgermeister Paul Iacob so in der Öffentlichkeit verfährt“, teilt die 15-Jährige mit. Darüber hinaus könne man beim Blick ins Grundbuch sehen, dass das Haus der Ehefrau der Rathauschefs gehöre. „Man kann doch eine Frau Iacob, die volljährig, parteilos und voll geschäftsfähig ist, nicht dazu zwingen, die gleiche Meinung zu haben wie die SPD Füssen“, sagt Derbach.

Sicher könne das Abstimmungsverhalten des Bürgermeisters – er hatte sich ebenfalls für eine Vertagung der geplanten Zweckentfremdungssatzung ausgesprochen – kritisiert werden, „aber egal, wie er jetzt abgestimmt hätte, das Ergebnis wäre das Gleiche geblieben“. In der Sache teile sie aber durchaus die Ansicht des SPD-Vorstandes, sich gegen Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen auszusprechen.

Doch wie kann es sein, dass Derbach von der Pressemitteilung der Jusos nichts wusste? Verschickt hatte sie Claudia Schreiner, die auf Anfrage mitteilt: „Michelle Derbach ist leider bereits am 3. Oktober bei den Jusos Füssen aus dem Kreis der aktiven Mitglieder ausgetreten“, um sich auf Fridays for Future und die Jusos Ostallgäu zu fokussieren. „Mittlerweile ist sie dort Vorsitzende, aber bei den Jusos Füssen nicht aktiv.“ Schreiner spricht von 14 Mitgliedern, von denen aber nur sechs aktiv und Sprecher für verschiedene Themen seien. Derbach sieht das offenbar anders und teilt mit: „Die Jusos Füssen haben eine aktuelle Mitgliederanzahl von neun Personen, wo derzeit nur eine aktiv ist, das bin ich.“ Immerhin erklären beide übereinstimmend, einen Vorsitzenden gebe es nicht. Die Wahl eines Vorstandes sei, da die Jusos Füssen stark wachsen, im Frühjahr geplant, ergänzt Schreiner. Sie betont, sie stünde „vollumfänglich“ zu den getroffenen Aussagen. Es sei darum gegangen, „den Finger in die Wunde zu legen. Sollte sich hier eine Genossin oder ein Genosse persönlich angegriffen gefühlt haben, tut uns das leid, aber die ursprüngliche Aktion ging nicht von den Jusos, sondern vom Verhalten des Füssener Bürgermeisters aus“. Dieser habe aus ihrer Sicht in einem Fernsehinterview die Kompetenz von Deckwerth infrage gestellt. „Den Angriff auf unsere Landratskandidatin können wir so nicht dulden.“

Derbach fragt sich derweil, warum Deckwerth, „bevor sie die persönliche Erklärung bei der Presse abgegeben hat, nicht versucht, mit uns als Vorstand die nächsten Schritte abzustimmen“. Das Ausmaß der Äußerungen – Deckwerth hatte Iacob massiv dafür kritisiert, dass aus seinem direkten familiären Umfeld ein Antrag auf Umnutzung von Miet- in Ferienwohnungen gestellt wird – sei absehbar gewesen. „Nach außen sieht es jetzt so aus, dass die SPD ihre eigenen Leute zerfleischt.“ Die 15-Jährige geht sogar noch weiter: „Wenn ich wählen könnte, würde ich aufgrund mangelhafter Führungsstärke, Menschenführung und der ungenügenden Fähigkeit, eine Partei zusammenzuhalten, Ilona Deckwerth nicht als Landratskandidatin unterstützen.“ Deckwerth hatte nach einer Sitzung in der vergangenen Woche erklärt, der SPD-Ortsvorstand teile ihre persönliche Erklärung.

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