Corona

Wie ein Füssener Nacht-Klub dem Neustart entgegenfiebert

Pineapple Club Füssen

Freuen sich auf die kommende Zeit: Pineapple-Club-Betreiber – von links – Louis Schieferle (23) und Sam Schweiger (25) bereiten die Cluböffnung vor. Ihnen fehlen aber klare Ansagen der Staatsregierung – denn noch seien einige Fragen offen.

Bild: Felix Futschik

Freuen sich auf die kommende Zeit: Pineapple-Club-Betreiber – von links – Louis Schieferle (23) und Sam Schweiger (25) bereiten die Cluböffnung vor. Ihnen fehlen aber klare Ansagen der Staatsregierung – denn noch seien einige Fragen offen.

Bild: Felix Futschik

Zum 1. Oktober dürfen Diskos wieder ihre Pforten öffnen. Auch der Pineapple Club in Füssen bereitet sich darauf vor. Es werde auch Zeit, sagen die Besitzer.
11.09.2021 | Stand: 06:15 Uhr

Die Corona-Pandemie hat viele Branchen hart getroffen, aber kaum eine davon musste so viel zurückstecken wie die Clubszene. Nun haben Betreiber von Diskotheken eine Öffnungsperspektive bekommen: Voraussichtlich am 1. Oktober sollen die Tanzflächen wieder gefüllt sein. Auch der Pineapple Club in Füssen rechnet fest damit, an diesem Freitag wieder zu starten. Allerdings seien noch einige Fragen ungeklärt, so die Betreiber Louis Schieferle (23) und Sam Schweiger (25).

Pineapple Club in Füssen darf wieder öffnen: Das sagen die Betreiber

„Wir werden die Letzten sein, die öffnen. Kann gut sein, dass das dieses Jahr nicht mehr passiert“, sagte Schweiger im Juli vergangenen Jahres gegenüber unserer Redaktion. Er sollte recht behalten: Nun hat es fast ein dreiviertel Jahr länger gedauert. Und im November 2020 schilderten sie bezüglich der anhaltenden angespannten Situation: „Wir machen es bis zum letzten Atemzug.“ Man sei mit einem blauen Auge davongekommen, habe die Fixkosten auf das Nötigste reduziert, sich mit Jobs über Wasser gehalten.

Nun der Blick nach vorne: Anfang Oktober soll es losgehen. Doch unter welchen Bedingungen? „In erster Linie war das jetzt eine politische Entscheidung“, sagt Schweiger. Noch gebe es keine konkreten Regeln, wie der Neustart aussehen soll, berichten die beiden. Viele Fragen seien noch ungeklärt: Wie viele Leute dürfen rein? Wie muss das Hygienekonzept aussehen? Dabei fallen auch die Stichworte „Maskenpflicht“ und „Testnachweise“.

Nach Corona-Lockdwon: Nachtklub-Betreiber haben klare Forderungen an die Politik

Für diese Planungen würden sie gerne die kommenden Wochen nutzen, das wäre ausreichend Zeit, um alles vorzubereiten. Sollten jedoch klare Vorgaben erst kurz vor knapp kommen, werde es kompliziert. „Wir müssen jetzt planen“, berichtet Schieferle: DJs für Veranstaltungen buchen, Security und Mitarbeiter anfragen. Das sei auch mit einem Risiko verbunden, da man Geld für Buchungen ausgebe, aber nicht genau wisse, unter welchen Umständen dann letztendlich gefeiert werden könne. Dürfte der Club beispielsweise nur mit der Hälfte der Besucher gefüllt werden, „wäre das schwierig“.

Außerdem stellen sich darüber hinaus noch weitere Fragen: Sollte es zur Maskenpflicht kommen, sagen die Betreiber: Das sei nicht umsetzbar. Auch Kontaktbeschränkungen dürfe es nicht geben. Und es müsste die Frage geklärt werden, wer die 3 G-Regel kontrolliere und auch die Verantwortung übernehme, wenn jemand beispielsweise einen gefälschten Nachweis vorzeigt.

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Im Gespräch betonen Schweiger und Schieferle immer wieder, dass natürlich der Schutz der Gesundheit im Vordergrund stehen muss und es nichts bringe, zu öffnen, wenn es hinterher zu vielen Infektionen komme. Technisch haben sie die Lüftung modernisiert und auf den neuesten Stand gebracht – auch eine Säule gegen die Pandemie.

Im Oktober sind im Pineapple Club zehn Veranstaltungen geplant. Ob es wohl nach über eineinhalb Jahren Pause komisch wird? „Sobald du hier unten im Club bist, hast du das alles vergessen“, ist sich Schieferle sicher. Alle würden sich freuen, dass das soziale Leben wieder losgeht. Gerade für die Jugendlichen sei die Zeit hart gewesen und es gehöre dazu, sich auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln – auch im Nachtleben. Die Monate Oktober, November und Dezember – vor allem auch mit dem Weihnachtsgeschäft – seien mit die wichtigsten für Diskotheken, so Schweiger. Damit die Öffnung auch nicht nur von kurzer Dauer sei, müsse ein Teil der Strategie sein, dass sich viele Menschen gegen das Virus impfen lassen.