Tierwelt

Wohungsbau in Füssen nicht nur für Menschen

Unter dem Dach der neuen Wohnanlage über der Tennishalle hat Bauherr Franz Wiedemann Nistkästen für Mauersegler anbrigen lassen.

Unter dem Vordach der neuen Wohnanlage bei der Tennishalle werden Nistkästen für Mauersegler angebracht.

Bild: Peter Griegel

Unter dem Vordach der neuen Wohnanlage bei der Tennishalle werden Nistkästen für Mauersegler angebracht.

Bild: Peter Griegel

Franz Wiedemann schafft in seiner neuen Wohnanlage bei der Tennishalle in Füssen und drumherum auch Nistmöglichkeiten für Vögel. Was ihn dazu bewegt
06.03.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Wenn die Kirche Zu den Acht Seligkeiten in Füssen abgerissen wird, brauchen die dort lebenden Mauersegler ein neues Zuhause. Das will Franz Wiedemann für sie schaffen. An seiner neuen Wohnanlage bei der Tennishalle in Füssen und den Gebäuden daneben ziehen deshalb nicht nur Menschen ein. Wiedemann ließ dort außerdem Nistkästen anbringen. Er geht dabei in Abstimmung mit Peter Griegel vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) vor.

Eingezogen ist in die Vogelhäuschen bisher allerdings noch niemand. „Mauersegler sind sehr standorttreu. Sie kommen wohl erst, wenn die Kirche abgerissen wird“, sagt Griegel. Zum Nisten brauchen die Vögel ganz besondere Bedingungen. Sie können nämlich laut dem Vogelexperten nicht einfach vom Boden aus wegfliegen, wie die meisten ihrer Artgenossen. Sie müssen sich von einer mindestens vier Meter hohen Stelle in die Tiefe fallen lassen, um starten zu können. Deshalb benötigen sie hoch gelegene Nistmöglichkeiten. Dafür bauen die Höhlenbrüter auch keine Nester. Sie schlüpfen stattdessen zum Beispiel in Mauernischen und Spalten an Bauwerken.

Derzeit weiß Griegel in Füssen von vier Mauersegler-Populationen. Eine von ihnen lebt in der Kirche Zu den Acht Seligkeiten, eine irgendwo am Bahnhof, die anderen in der Altstadt. Die Gruppe an der Kirche besteht aus circa sieben Tieren.

Wiedemann setzt sich für die Vögel ein, weil er es mag, „sie zwitschern zu hören“. Ihm geht es dabei nicht nur um die Mauersegler. Er hat auch bereits an die zehn Nistkästen für andere Vögel an Bäumen hinter der neuen Wohnanlage und dem Füssener Feuerwehrhaus aufgehängt. Besonders freut sich der Füssener über die Falken, die schon während der Bauphase in dem neuen Gebäude genistet und Junge großgezogen haben. „Die sind schon seit fünf Jahren da“, sagt Wiedemann. Damit sie weiterhin kommen, hat er unter dem Dach der neuen Wohnanlage extra einen Nische für sie frei gelassen.

Sträucher zum Nisten

Rund um das Gebäude will er außerdem vogelfreundliche Sträucher pflanzen. Geeignet sind dafür laut Griegel zum Beispiel Berberitze, Scharlach-Dorn, Weißdorn, Hartriegel, Haselnuss, Vogelkirsche und Schlehe. In diesen Sträuchern finden Vögel sowohl Nistmöglichkeiten, als auch Insekten als Nahrungsquelle.

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Besonders das Fehlen von Letzteren macht Griegel dafür verantwortlich, dass auch die Zahl der Vögel vielerorts abnimmt. Dazu kommen Raubtiere – die wild lebenden ebenso, wie frei laufende Hauskatzen. „Ich finde es schade, dass es immer weniger Vögel gibt und ich möchte dagegen etwas machen“, erklärt Wiedemann sein Engagement.