Kunden zahlen mehr

Das Fitnessstudio hat die Preise erhöht? Diese Rechte haben Sie als Kunde

Viele Fitnessstudios heben aufgrund der steigenden Kosten gerade ihre Mitgliederbeiträge an. Welche Rechte haben bestehende Kunden in diesem Fall?

Viele Fitnessstudios heben aufgrund der steigenden Kosten gerade ihre Mitgliederbeiträge an. Welche Rechte haben bestehende Kunden in diesem Fall?

Bild: Oliver Dietze, dpa (Symbolbild)

Viele Fitnessstudios heben aufgrund der steigenden Kosten gerade ihre Mitgliederbeiträge an. Welche Rechte haben bestehende Kunden in diesem Fall?

Bild: Oliver Dietze, dpa (Symbolbild)

Schock für viele Mitglieder von Fitnessstudios: Teils erhöhen die Betreiber die Preise deutlich. Aber ist das überhaupt rechtens?
29.11.2022 | Stand: 17:09 Uhr

Die gestiegenen Preise machen sich momentan überall im Alltag bemerkbar. Neben hohen Lebensmittelkosten und explodierenden Gaspreisen sehen sich aktuell viele Kundinnen und Kunden von Fitnessstudios mit steigenden Mitgliedsbeiträgen konfrontiert. Aber darf das Studio die Preise in einem laufenden Vertrag überhaupt erhöhen und wenn ja, haben Mitglieder dann ein Sonderkündigungsrecht? Wir sind diesen Fragen auf den Grund gegangen.

Preiserhöhung im Fitnessstudio: Was ist erlaubt?

Laut der Verbraucherzentrale Bayern ist eine nachträgliche Preiserhöhung für eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio nicht ohne weiteres möglich. Denn Verträge sind grundsätzlich so einzuhalten, wie sie vereinbart wurden. Die einzige Ausnahme gilt, wenn beim Vertragsabschluss eine sogenannte Preisanpassungsklausel in den AGB vereinbart wurde. Diese Klauseln müssen allerdings sehr strenge Voraussetzungen erfüllen, um zu gelten. Oft ist dies aber offenbar nicht der Fall und die Erhöhung damit auch nicht wirksam. Es muss zum Beispiel klar geregelt sein, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang das Fitnessstudio den Preis anpassen darf.

Aus diesem Grund rät die Verbraucherzentrale dazu, die Klausel im Einzelfall auf ihre Gültigkeit prüfen zu lassen, sobald das Fitnessstudio eine Erhöhung ankündigt. Für eine Überprüfung können sich Betroffene beispielsweise an die Rechtsberatung der nächsten Verbraucherzentrale wenden. Unproblematisch ist die nachträgliche Preiserhöhung, wenn beide Vertragsparteien mit ihr einverstanden sind und zugestimmt haben. Wenn es keine Preisanpassungsklausel gibt, ist eine einseitige Preiserhöhung dagegen nicht erlaubt.

Beitragssteigerung: Das rät die Verbraucherzentrale

  • Im ersten Schritt sollten betroffene Mitglieder der Beitragserhöhung schriftlich widersprechen - egal ob es im vertrag eine Preisanpassungsklausel gibt oder nicht. Gibt es keine Klausel, ist die Erhöhung ohnehin nicht rechtens.
  • Sollte es eine Preisanpassungsklausel im Vertrag geben, sollte Widerspruch eingelegt werden, solange die Klausel auf ihre Gültigkeit hin überprüft wird.
  • Falls bereits höhere Beträge vom Konto abgezogen wurden, können Kunden den Beitrag zurückfordern.

Besonderes Aufsehen hatte zu Beginn des Jahres die Fitnessstudio-Kette McFit mit ihrer Preiserhöhung für Mitlglieder erregt. Um dieser Erhöhung zuzustimmen, sollte es laut Unternehmen ausreichen, wenn Sportler beim nächsten Besuch des Studios das Drehkreuz passierten. Daraufhin gab es eine Vielzahl an Beschwerden bei der Verbraucherzentrale. Diese stellt auf ihrer Website klar: "Aus unserer Sicht stellt [...] das bloße Passieren des Drehkreuzes keine wirksame, generelle Zustimmung zur angekündigten Preiserhöhung dar." Auch in diesem Fall riet die Zentrale zum schnellstmöglichen schriftlichen Widerspruch.

Gibt es ein Sonderkündigungsrecht bei gestiegenen Beiträgen im Fitnessstudio?

Sollte die Preisanpassungsklausel in den Geschäftsbedingungen unwirksam sein oder erst gar nicht vorhanden und das Studio besteht trotz Widerspruchs auf den höheren Beitrag, steht Kunden auch das Recht auf eine vorzeitige Kündigung zu. Ist die Klausel allerdings wirksam, haben Mitglieder kein Recht auf eine Sonderkündigung. In diesem Fall müsse man sich an die regulären Kündigungsfristen halten. Es kann allerdings auch vorkommen, dass in einer Preisanpassungsklausel ein Kündigungsrecht enthalten ist.

Es lohnt sich also bei einer Beitragssteigerung während der Vertragslaufzeit zuerst einen genauen und kritischen Blick in die Vertragsunterlagen zu werfen. Dann können sich Mitglieder in vielen Fällen gegen die Erhöhung wehren und weiterhin zum gleichen Preis trainieren.

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