Kaiserslautern-Fan in Lindenberg

„Ich bin der Allgäuer Betze-Bub“: Dieser Fan huldigt mit seiner Haus-Fassade dem 1. FC Kaiserslautern

Markus Freudig aus Lindenberg íst FCK-Fan durch und durch. Seit seiner Jugend begeistert er sich für den heutigen Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern und hat das Wappen der „Roten Teufel“ auf seiner Hausfassade verewigt.

Markus Freudig aus Lindenberg íst FCK-Fan durch und durch. Seit seiner Jugend begeistert er sich für den heutigen Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern und hat das Wappen der „Roten Teufel“ auf seiner Hausfassade verewigt.

Bild: Tobias Schuhwerk

Markus Freudig aus Lindenberg íst FCK-Fan durch und durch. Seit seiner Jugend begeistert er sich für den heutigen Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern und hat das Wappen der „Roten Teufel“ auf seiner Hausfassade verewigt.

Bild: Tobias Schuhwerk

Das Haus von Markus Freudig in Lindenberg ist einzigartig: Es ist mit dem Logo des 1. FC Kaiserslautern verziert. Und das im Allgäu. Was bewegte ihn dazu?
20.10.2022 | Stand: 18:19 Uhr

Sein Haus fällt auf und das ist Markus Freudig gerade recht. Der 53-Jährige aus Lindenberg setzt in einer Gegend, in der wohl die meisten Fußball-Fans dem FC Bayern München anhängen, ein optisches Zeichen für einen Traditionsverein, der im Allgäu so gut wie keine Lobby hat: die Rede ist vom Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Vor einem Jahr hat er die Außenfassade seines Hauses in den Farben der „Roten Teufel“, immerhin vierfacher deutscher Meister, und mit dem Logo der Pfälzer verziert. „Ich bin der Allgäuer Betzebub“, sagt Freudig lachend.

Das rote "FCK-Haus" von Markus Freudig in Lindenberg ist kaum zu übersehen.
Das rote "FCK-Haus" von Markus Freudig in Lindenberg ist kaum zu übersehen.
Bild: Tobias Schuhwerk

Gemeinsam mit einem befreundeten Maler hat er das frei stehende elterliche Anwesen oberhalb der Alpenstraße zu einer „FCK-Hochburg“ gestaltet. Obwohl sein Vater Bayern-Fan ist und sein in der Nachbarschaft lebender Bruder dem FC Schalke 04 die Treue hält, gab es keine familiären Einwände. „Sie wissen ja alle, wie wichtig mir der FCK ist“, sagt Freudig. Auch von Nachbarn und Passanten habe er bislang nur positive Resonanz erhalten. Sogar die Bayern-Fans nehmen es mit Humor: „Die Farbe stimmt schon mal“, habe vor Kurzem ein „Roter“ augenzwinkernd gemeint. „Aber es ist halt das falsche Wappen...“

Allgäuer huldigt mit Außenfassade seines Hauses dem 1. FC Kaiserslautern: Alles begann mit der "Walz von der Pfalz"

Doch wie wird man im Allgäu Lautern-Fan? Diese Frage beantwortet Freudig mit einem einzigen Namen: Hans-Peter Briegel. Der frühere Nationalspieler, bekannt als „Walz von Pfalz“, begeisterte den Allgäuer mit seiner robusten Spielweise dermaßen, dass er Mitte der 1980er Jahren zum FCK-Anhänger wurde. Auch ein besonderes Ereignis in seiner Jugend spielte eine Rolle. Sportler und Musikanten aus seinem Heimatort Lindenberg (Kreis Lindau) knüpften damals eine lose Patenschaft mit Vereinen aus dem „Zwillingsort“ Lindenberg in der Pfalz. Bei einem dortigen Besuch durfte Freudig mit seinem Vater 1986 zum ersten Mal auf den Betzenberg - und zwar zum Gastspiel des FC Bayern München. Kaiserlautern trotzte den Münchnern ein 1:1 ab. Die legendäre Stimmung auf dem „Betze“ riss Freudig endgültig mit. „Wenn ich den Berg hochlaufe, bekomme ich heute noch Gänsehaut.“

In seinem FCK-Stüble führt Markus Freudig seit seiner Jugend Buch über die Spiele des 1. FC Kaiserslautern.
In seinem FCK-Stüble führt Markus Freudig seit seiner Jugend Buch über die Spiele des 1. FC Kaiserslautern.
Bild: Tobias Schuhwerk

Seither hat er über 60 Heimspiele des 380 Kilometer entfernten Vereins besucht und die Roten Teufel über 30 Mal auswärts unterstützt. Falls er nicht live dabei sein kann, verfolgt er die Spiele am Fernseher in seinem „FCK-Stüble“ voller Poster, Plüschtiere, Trikots und Schals. Nach dem Schlusspfiff führt er penibel Statistik: Seit 1989 dokumentiert er jedes Spiel in Schulheften. „Anfangs habe ich noch Spielberichte geschrieben. Jetzt notiere ich zumindest Ergebnis und Torschützen“, sagt Freudig, der Fachkraft für Lebensmitteltechnik ist.

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Sein größter Wunsch? Natürlich die Rückkehr des 1. FC Kaiserslautern in die Bundesliga. Aber eines würde ihn mindestens genauso freuen: „Wenn Hans-Peter Briegel einmal vor meiner Haustüre stehen würde.“ Das FCK-Haus im Allgäu hat sich dank Facebook bei vielen Lautern-Fans bereits rumgesprochen: „Einer hat sogar geschrieben, dass er es kaufen möchte“, erzählt Freudig. Doch darauf würde er niemals eingehen. Das „Betze-Haus“ ist unverkäuflich - genau wie all die unvergesslichen Momente, die er mit Lautern erlebte.

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Das tollste Spiel für ihn war der 7:0-Heimsieg gegen den VfB Lübeck, mit dem Lautern in der Saison 1996/1997 vorzeitig die Rückkehr in die erste Liga gelang. Da ahnte Freudig bereits, dass sich etwas Großes anbahnte: Im Jahr darauf wurde die Mannschaft unter Trainer Otto Rehagel als erster Aufsteiger der Geschichte deutscher Meister.

Ob er noch einmal den Titelgewinn mit seinem Klub erlebt? Freudig glaubt fest daran. Spätestens dann, so hofft er, würde er auch weitere Gleichgesinnte im Allgäu kennenlernen: „So lange wir zweite Liga spielen“, mutmaßt er, „traut sich in unserer Region kaum einer, sich als FCK-Fans zu outen.“