Skibergsteig-Shootingstar aus Immenstadt

Aufstieg mit Hindernissen - Wie David Sambale den Sprung in die Weltspitze schaffte

David Sambale, Skibergsteigen, skiclub Immenstadt beim Weltcup-Finale in Madonna di Campiglio

Den Gipfel im Blick. David Sambale – hier beim Weltcup-Finale der Skibergsteiger im italienischen Madonna di Campiglio – blickt auf die bisher erfolgreichste Karriere seiner Laufbahn zurück. Im März wurde der 20-jährige Immenstädter U23-Vize-Weltmeister in Andorra.

Bild: Nils Lang

Den Gipfel im Blick. David Sambale – hier beim Weltcup-Finale der Skibergsteiger im italienischen Madonna di Campiglio – blickt auf die bisher erfolgreichste Karriere seiner Laufbahn zurück. Im März wurde der 20-jährige Immenstädter U23-Vize-Weltmeister in Andorra.

Bild: Nils Lang

David Sambale blickt trotz Pandemie und einer hartnäckigen Blessur auf seine beste Saison zurück. Mit WM-Silber erlebt der 20-Jährige eine Sternstunde.
23.04.2021 | Stand: 12:31 Uhr

Er dürfte einer der Wenigen sein, der das vergangene Jahr „durchweg positiv“ reflektiert. „Es war mein erfolgreichster Winter überhaupt, ich habe unheimlich viel gelernt und ich bin froh, dass ich trotz Corona eine normale Saison hatte“, sagt David Sambale. Denn ungeachtet der noch immer dynamischen Entwicklung der weltweiten Pandemie blickt der 20-jährige Skibergsteiger zufrieden auf den zurückliegenden Winter.

Mit der Silbermedaille bei der WM in Andorra in seiner Altersklasse U 23 feierte Sambale immerhin den bisher größten Erfolg seiner Laufbahn. „Meine Saisonbilanz fällt sehr positiv aus. Ich hätte davor niemals mit einem Podestplatz bei einer WM gerechnet“, gesteht der Oberallgäuer. „Es ist sehr erfreulich zu sehen, dass es trotz einiger Schwierigkeiten und Verletzungen gut gelaufen ist und dass ich eine so gute Entwicklung genommen habe.“

Rasante Entwicklung seit dem Weltcup-Debüt 2019

Tatsächlich hat der Athlet vom Skiclub Immenstadt seit seinem Weltcup-Debüt 2019 große Fortschritte gemacht. Allem voran hat Sambale es seit dem 2019 absolvierten Abitur geschafft, sukzessive Trainingspensum und Umfänge in der Vorbereitung zu steigern und damit in technischen und konditionellen Grundlagen die entscheidende Schippe draufzupacken, um international in der Spitze mitzulaufen. „Ich habe über die Jahre die Menge und Intensität gesteigert, bin 2020 vor allem verletzungsfrei durch den Sommer gekommen und habe unheimlich viel für die Ausdauer machen können“, erzählt Sambale. Seit dem vergangenen Jahr gehört der ehemalige Leichtathlet zum Bundeskader der Skibergsteig-Nationalmannschaft, ist inzwischen fünffacher deutscher Juniorenmeister, achtfacher Medaillengewinner bei deutschen Junioren-Meisterschaften und – seit Anfang März – U23-Vizeweltmeister.

Für eine Überraschung sorgte David Sambale bei der Weltmeisterschaft im Skibergsteigen in Andorra bei den U 23 Herren. Der Immenstädter holte sich die Silbermedaille im Individual hinter Sebastien Guichardaz aus Italien.
Für eine Überraschung sorgte David Sambale bei der Weltmeisterschaft im Skibergsteigen in Andorra bei den U 23 Herren. Der Immenstädter holte sich die Silbermedaille im Individual hinter Sebastien Guichardaz aus Italien.
Bild: Luis Hernandez

Dabei hat sich der 20-jährige Wintersportler auch nicht von einer hartnäckigen Muskelverletzung beirren lassen. Beim Weltcup im französischen Flaine zog sich David Sambale Anfang Februar einen Muskelfaserriss in der Wade zu, konnte das Individual-Rennen nicht beenden und war exakt einen Monat vor Beginn der Weltmeisterschaft zur Zwangspause verdonnert. „Anfangs hatte ich sogar Glück – nach drei Wochen konnte ich wieder intensiv auf Skiern trainieren und mich auf die WM vorbereiten“, sagt Sambale. „Aber die Verletzung ist immer wieder mal leicht aufgebrochen. Umso überraschender, dass es bei der WM so gut lief.“

Überraschung bei der WM in Andorra

Denn zum Höhepunkt in den Pyrenäen verblüffte der junge Oberallgäuer die Konkurrenz – und das, obwohl die Wade wieder Probleme machte. Nach Rang neun im Vertical-Wettkampf zum Auftakt lief Sambale in seiner Paradedisziplin, dem Individual, furios zu Silber in der Altersklasse U 23.

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„Zu Beginn lief es nicht so gut, da habe ich die Verletzung wieder gespürt und darum habe ich gar nicht allzu viel erwartet“, sagt Sambale. „Durch die Blessur konnte ich ein gewisses Grundtempo nicht mehr gehen – und in der Abfahrt zieht die Wade ungemein. Umso unglaublicher ist es, dass ich es geschafft habe, Silber zu gewinnen.“ Schon vor der WM hatte der Immenstädter, der für das Team Sport Schindele startet, mit den Rängen vier und fünf beim Weltcup in Verbier, in Adamello (9./13.) sowie zum Saisonabschluss in Madonna di Campiglio mit Rang zwei und sieben seine beste Saison auch in Zahlen untermalt.

Sambale: "Äußere Einflüsse dürfen mich nicht vom Weg abbringen"

Und so überwiegt für den Jura-Studenten ein durchweg positives Fazit der Corona-Saison – in jeder Hinsicht. „Wir hatten großes Glück, dass wir unsere Wettkämpfe austragen durften. Nur die komplette Isolation, wo wir doch in sonst befahrenen Skigebieten unterwegs sind, war komisch. Aber ich weiß zu schätzen, dass wir unseren Sport ausüben konnten“, sagt Sambale.

Das zu schätzen, hat der 20-jährige Skibergsteiger im vergangenen Jahr gelernt – ebenso, wie er sich die Fähigkeit angeeignet hat, sich „durch nichts mehr aus der Ruhe bringen zu lassen. Das ist vermutlich die größte Erkenntnis, die ich gewonnen habe“, sagt David Sambale. „Äußere Einflüsse, die Unsicherheit in der Pandemie oder auch eine Verletzung dürfen mich nicht mehr davon abbringen, weiter zu trainieren und meinen Weg zu gehen.“ Und der soll steil bergauf gehen.