Neue Regeln gegen Ansturm

Ausflugstourismus in Oberstdorf: „Das hat uns überrollt“

Auch am Vatertag parkten wieder zahlreiche Tagestouristen entlang der Kreisstraße zwischen Reichenbach und Schöllang.

Auch am Vatertag parkten wieder zahlreiche Tagestouristen entlang der Kreisstraße zwischen Reichenbach und Schöllang.

Bild: Michael Mang

Auch am Vatertag parkten wieder zahlreiche Tagestouristen entlang der Kreisstraße zwischen Reichenbach und Schöllang.

Bild: Michael Mang

Mit Verboten will Oberstdorf den Ausflugsverkehr in den Griff bekommen. Die Oberstdorfer fürchten, dass der Andrang zu neuen Einschränkungen führen könnte.
22.05.2020 | Stand: 10:00 Uhr

Die Lockerungen der Corona-Ausgangsbeschränkungen haben in Oberstdorf am vergangenen Wochenende zu einem regelrechten Ansturm von Tagestouristen geführt. Auch am Vatertag strömten wieder tausende Besucher in die Berge.

Die Gemeinde will jetzt mit Schildern und neuen Regeln gegen den Ansturm vorgehen, kündigte Bürgermeister Klaus King jetzt bei einer Sitzung des Marktgemeinderats an. „Das hat uns überrollt“, sagte der Rathauschef. Am vergangenen Sonntag seien allein im Ortsteil Reichenbach 40 bis 50 Verwarnungen ausgesprochen worden, weil Tagesgäste ihr Auto am Fahrbahnrand abgestellt hatten, weil die ausgewiesenen Parkplätze längst überfüllt waren. Der Markt will jetzt weitere Verbotsschilder aufstellen, um die „Wildparker“ zur Ordnung zu rufen. Zudem sollen im Stillachtal Hinweise angebracht werden, dass Wohnmobil-Übernachtungen auf den Parkplätzen nicht erlaubt sind.

Gespräche mit der Polizei

„Die Leute parken wieder wie zu besten Zeiten“, kritisierte Gemeinderat Peter Titzler (FW). „Es entsteht der Eindruck, dass die Menschen ihr Verhalten nicht durchdenken.“ Titzler forderte, die Verantwortung zu klären, damit die Tagesausflügler wieder in die Schranken gewiesen werden. „Wer kümmert sich, damit uns der schmale Grat auf dem wir uns gerade bewegen nicht zum Verhängnis wird?“, fragte der Gemeinderat. „Sonst kann es passieren, dass wir das Rad beim Tourismus wieder zurückdrehen müssen.“

Bürgermeister King kündigte an, auch das Gespräch mit der Polizei zu suchen, um gemeinsam den Ausflugsverkehr nach Oberstdorf in den Griff zu bekommen.

Um den Besucheransturm zu stoppen hatte die Gemeinde Oberstdorf während der Corona-Ausgangsbeschränkungen die Parkplätze gesperrt. Doch nachdem die Parkflächen und die Alpen wieder öffnen durften, nahm die Zahl der Besucher wieder signifikant zu. Oberstdorf lebt vom Tourismus. 16 000 Gästebetten, 2,7 Millionen Übernachtungen und 1,7 Millionen Tagesgästen werden unterm Nebelhorn jedes Jahr gezählt.

Breitachklamm: Zahl der Parkplätze begrenzt

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Die Oberstdorfer Touristiker haben sich vor dem Neustart an Pfingsten ebenfalls schon Gedanken gemacht, wie der Besucheransturm begrenzt werden kann. So wurde beispielsweise an der inzwischen wieder geöffneten Breitachklamm die Zahl der Parkplätze begrenzt und die Besucher dürfen nur noch in einer Richtung durch die Klamm wandern. Die Oberstdorfer Kurbetriebe überlegen, bei den Wanderwegen ebenfalls eine Laufrichtung vorzugeben, um „Begegnungsverkehr“ und den Erholungssuchenden zu vermeiden.