Rassismusdebatte

Bürger fordern: Oberstdorfer Hotel soll Namen „Mohren“ behalten

Das Hotel "Mohren" in Oberstdorf hat eine lange Tradition. Doch der Name stößt immer wieder auf Kritik.

Das Hotel "Mohren" in Oberstdorf hat eine lange Tradition. Doch der Name stößt immer wieder auf Kritik.

Bild: Dominik Berchtold

Das Hotel "Mohren" in Oberstdorf hat eine lange Tradition. Doch der Name stößt immer wieder auf Kritik.

Bild: Dominik Berchtold

Oberstdorfer Hotel soll Namen trotz Kritik nicht ändern, fordert eine Gruppe von Zeitungslesern aus der Region und verweist auf Vorbilder aus der Weltliteratur.
11.09.2020 | Stand: 21:41 Uhr

In der Diskussion um eine Namensänderung des Oberstdorfer Hotels „Mohren“ aus Rassismusgründen, nimmt nun eine Gruppe von Bürgern aus der Region klar Stellung für eine Beibehaltung des Namens. In einem Brief an unsere Redaktion heißt es: „Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass derjenige, der das Hotel Mohren in Oberstdorf umbenannt haben will, seine Meinung noch ändert“, erklärt die Gruppe.

Josef Ried aus Eggenthal hat die Bürgerinitiative ins Leben gerufen. Seine Meinung: „Gemeinsam sind wir stärker.“ In einem deutlichen Brief, verfasst von Werner Kunzmann, nehmen die Männer und Frauen Stellung.

Rassismusdebatte um Hotelnamen: „Wie viele Katzen heißen Mohrle"?

In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Sollen Shakespeares Othello, der Mohr von Venedig oder Schillers Mohr von Tunis aus den Theaterspielplänen fliegen?“ Heines „Mohrenkönig“ zähle ebenso zur traditionellen Literatur wie der Mohr aus dem Struwelpeter. Kunzmann nennt den „Mohrenkopfpapagei“, den Schmetterling „Graubindiger Mohrenfalter“ und die Pilze „Mohrenkopfmilchling“ und „Mohrensalbei“. Er fragt, ob die jetzt alle umbenannt werden müssten und fügt an: „Wie viele Katzen heißen Mohrle und wem bringt es wirklich ein gutes Gewissen, wenn die physikalisch gängige Mohrsche Waage plötzlich ganz anders heißt?“

Den Namen „Hotel Mohren“ beibehalten, das wünscht sich die Gruppe der Zeitungsleser in ihrem Schreiben.

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