Fußball in der Corona-Krise

Baggerschaufeln statt Ballzauber: Wie der FC Oberstdorf den Neustart plant

An Torjubel im Kollektiv ist auch beim FC Oberstdorf derzeit nicht zu denken. Entsprechend nutzt der Verein die fußballfreie Zeit und modernisiert etliche Räume im Oybele-Stadion.

An Torjubel im Kollektiv ist auch beim FC Oberstdorf derzeit nicht zu denken. Entsprechend nutzt der Verein die fußballfreie Zeit und modernisiert etliche Räume im Oybele-Stadion.

Bild: Günter Jansen, Michael Kollenda

An Torjubel im Kollektiv ist auch beim FC Oberstdorf derzeit nicht zu denken. Entsprechend nutzt der Verein die fußballfreie Zeit und modernisiert etliche Räume im Oybele-Stadion.

Bild: Günter Jansen, Michael Kollenda

Der Platz im Oybele-Stadion in Oberstdorf wird derzeit nicht bespielt. Das nutzt der heimische FCO für Bauarbeiten – und für eine sportliche „Kreativpause“.
18.04.2021 | Stand: 11:21 Uhr

Mitte März keimte bei bayerischen Fußballclubs Hoffnung auf. Teamtraining war unter Auflagen kurzzeitig wieder möglich – ein Lichtblick nach Monaten. Doch wenige Tage später der erneute Rückschlag: Aufgrund der steigenden Inzidenzzahlen wurden die Lockerungen für den Breitensport zurückgenommen; auf den Fußballfeldern rollen vorerst keine Bälle mehr. Auch auf Deutschlands südlichstem.

Für Andreas Maier und sein Team des FC Oberstdorf eine nach wie vor enorm schwierige Zeit: „Das Vereinsleben schläft vor sich hin“, sagt der FCO-Spielertrainer. „Im März sah es zwar kurz so aus, als könnte es wieder losgehen, doch das hatte sich schnell erledigt.“

FC Oberstdorf: Einzeltraining für Fitness und Kräftigung

Keine Teamtrainings bedeuten aber nicht, dass die Oberstdorfer untätig sind. Einzeln wird fleißig an der Fitness gearbeitet, erklärt Maier: „Die Jungs haben auf freiwilliger Basis eine Vorgabe erhalten, was sie abspulen müssen. Zwei bis dreimal die Woche laufen, dazu zwei Kräftigungseinheiten. Das hat super geklappt.“ Dabei wird es in den kommenden Wochen aller Voraussicht nach auch bleiben. Zudem wird die unterbrochene Saison 2019/2021 nach dem Vier-Punkte-Plan des Bayerischen Fußball-Verbands vermutlich vorzeitig abgebrochen. Dieser Plan sah vor, dass der Trainingsbetrieb spätestens ab dem 3. Mai wieder aufgenommen werden muss, um den Großteil der offenen Liga-Spiele austragen zu können – das ist nun nicht mehr möglich.

Nun wird der BFV in Absprache mit den Vereinen über den Abbruch der Spielzeit bestimmen. Für Maier die richtige Entscheidung: „Dieser Plan ist, wie ich finde, eine gute Lösung. Ich denke, der Verband wird recht schnell festlegen, unter welchen Regularien die Saison beendet wird und dann herrscht für alle Beteiligten endlich Klarheit.“

Erster Bezirksliga-Aufstieg nach 50 Jahren?

In diesem Fall würde der Tabellenführer Oberstdorf als Aufsteiger feststehen und nach fast 50 Jahren in die Bezirksliga zurückkehren. Die Planungen dafür laufen bereits seit längerer Zeit, sagt Maier: „Ende Oktober war abzusehen, dass der Aufstieg möglich ist. Deshalb haben wir bisher zweigleisig für die Kreisliga und die Bezirksliga geplant.“ In beiden Fällen wird die große Mehrheit des Kaders bestehen bleiben. „Allerdings muss die Mannschaft für die Bezirksliga in der Breite verstärkt werden. Unsere Wunschkandidaten haben wir bereits kontaktiert,“ verrät der 37-jährige Maier. In wenigen Wochen soll der Kader für die neue Saison feststehen.

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Aber nicht nur sportlich geht es beim südlichsten Fußballverein Deutschlands aufwärts. Auch in puncto Infrastruktur tut sich derzeit einiges im Oybele-Stadion. Ein Neubau soll Raum schaffen für einen Kiosk, Arbeitsräume, Umkleiden für Mannschaften und Schiedsrichter sowie sanitäre Anlagen. „Hier bestand dringender Handlungsbedarf, da die Infrastruktur stark veraltet war“, sagt Maier. Eigentlich waren die Bauarbeiten schon für 2020 vorgesehen.

Doch durch die Haushaltssperre der Marktgemeinde verschob sich das Projekt um ein Jahr. Umso glücklicher ist man nun, dass die Bagger im Oybele stehen. Zur neuen Saison im Herbst sollen die Räumlichkeiten fertig sein und den Gästen, Fans sowie den Mitgliedern bereitstehen.

In der Zwischenzeit plant der FC Oberstdorf, der 2021 auch sein 100-jähriges Jubiläum feiert, Trainingscamps für den Oberallgäuer Nachwuchs. Im August sollen unter Maiers Regie drei Camps ausgerichtet werden – ein Lichtblick für Kinder und Jugendliche in Zeiten von Corona. „Der Breitensport wird aufgrund der Pandemie ein großes Problem kriegen. Wir wollen etwas unternehmen und die Jugend weg von den Sofas holen“, sagt Maier.