Immenstädter Sommer

Bemerkenswertes Duo: Konstantin Wecker und Sarah Straub in Immenstadt

Ein bemerkenswertes Duo: Konstantin Wecker und Sarah Straub beim Immenstädter Sommer im Klostergarten.

Ein bemerkenswertes Duo: Konstantin Wecker und Sarah Straub beim Immenstädter Sommer im Klostergarten.

Bild: Markus Noichl

Ein bemerkenswertes Duo: Konstantin Wecker und Sarah Straub beim Immenstädter Sommer im Klostergarten.

Bild: Markus Noichl

Konstantin Wecker beeindruckt beim Immenstädter Sommer mit der poetischen Kraft seiner Lieder und der Wucht seiner Worte. Sarah Straub agiert auf Augenhöhe.
11.08.2022 | Stand: 19:30 Uhr

Sommer satt war zum Finale des Open-Air-Programms beim „Immenstädter Sommer“ angesagt. Ein lauschiger Abend im Klostergarten unterm Zeltdach mit Konstantin Wecker und Sarah Straub. Und als Schlusspunkt, auf Wunsch von Macher Albert Seitz, Weckers Hymne auf die Lebenslust: „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“.

Auf Augenhöhe in Immenstadt

Der 75-jährige Konstantin Wecker und die 40 Jahre jüngere Sarah Straub sind ein bemerkenswertes Duo. Wecker am imposanten Flügel, Straub am zierlichen E-Piano – aber ansonsten auf Augenhöhe. „Ich singe, weil ich ein Lied hab“ – dieser Wecker-Titel, der den Abend eröffnete, ist das Motto beider. Und obwohl Dr. Straub als Psychologin (an der Uniklinik Ulm) die Musik nur als (Intensiv-)Hobby betreibt, kann sie mit Stimmtitan Wecker mithalten. Die Passagen, in denen sich im Refrain ihre Stimmen vereinen, sind Höhepunkte des Abends.

Kompromissloser Pazifismus

Ansonsten singen sie abwechselnd Wecker-Songs. Die alten, berühmten Lieder wie „Sag Nein“, über die „Weiße Rose“ und ihren Widerstand. Oder auch „Wenn unsre Brüder kommen“, in dem Wecker im kompromisslosen Pazifismus der Bergpredigt aufruft, die Feinde zu umarmen. So intelligente Sätze finden sich darin wie „Jeder muss die Liebe mit sich allein beginnen“.

Die großen Gedanken

Man ist beeindruckt von der poetischen Kraft und Wucht von Weckers Lebenswerk. Auch in seinen aktuellen Liedern hat er etwas zu sagen. Etwa „Was einem der Regen so raunend erzählt“. Zwischendurch, in seinen Moderationen, fallen bemerkenswerte Sätze. Etwa: „Europa – was ist aus den großen Gedanken geworden?“ Schön und wichtig, dass Sarah Straub zwischendurch auch zwei ihrer eigenen Songs vorstellt. Die Demenzforscherin hat diesen Schmerz mit ihrer geliebten Oma am eigenen Leib erfahren. „Schwalben“ heißt ihr Lied über dieses schwierige, wichtige Thema, das sie zusammen mit Wecker anstimmt. Weckers Hymne „Inwendig warm“, das Motto der zwei, erklingt schließlich in Mundart. Zunächst singt Wecker im breiten Bayerisch, dann Straub in ihrer Dillinger Mundart.

Positive Impulse

Ein Abend mit vielen positiven Gedanken und Impulsen. Etwa der Tonband-Schnipsel, auf dem der beachtliche Tenor von Weckers Vater zu hören ist – im Duett mit dem neunjährigen Konstantin, der die Traviata gibt.

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„Für meinen Vater“ schrieb Wecker ein Lied, in dem es heißt: „Mir flog das zu, was dir verwehrt blieb. Und meistens sagt man erst zum Schluss, was man verdeckt in 1000 Varianten schrieb: Ich hab ihn lieb.“

Was der Immenstädter Sommer im Herbst bietet.

Der Musiker, Schauspieler und Autor Konstantin Wecker.

Die Liedermacherin, Psychologin und Autorin Sarah Straub.

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