Winterpause in der Fußball-Bezirksliga

Blitzstart, Verletztenmisere und der Einbruch danach: FC Oberstdorf zieht Bilanz

Fußballspiel FC Oberstdorf gegen den TV Bad Grönenbach am 16.10.2021

Der Aufsteiger ist furios gestartet, erlebte aber vor der Winterpause ein Tief. Der FC Oberstdorf holte 20 Punkte aus den ersten neun Spielen in der Bezirksliga – in den weiteren sieben Begegnungen waren es für das Team um Spielertrainer Andreas Maier „nur“ noch drei weitere.

Bild: Foto: Markus Henseleit

Der Aufsteiger ist furios gestartet, erlebte aber vor der Winterpause ein Tief. Der FC Oberstdorf holte 20 Punkte aus den ersten neun Spielen in der Bezirksliga – in den weiteren sieben Begegnungen waren es für das Team um Spielertrainer Andreas Maier „nur“ noch drei weitere.

Bild: Foto: Markus Henseleit

Der FC Oberstdorf überwintert auf Platz acht der Bezirksliga – achtbar für einen Aufsteiger. Doch die Bilanz von Coach Andreas Maier fällt zweigeteilt aus.
03.12.2021 | Stand: 11:31 Uhr

„Zweigeteilt“ fällt die Bilanz des FC Oberstdorf zum Beginn der vorzeitigen Winterpause aus. Die Entscheidung, mit der der Bayerische Fußball-Verband die Amateur-Kicker pandemiebedingt schon früher als geplant vom Rasen geschickt hat, ist für FCO-Spielertrainer Andreas Maier „völlig in Ordnung“. Bei den aktuellen winterlichen Witterungsbedingungen wäre im Allgäu „schließlich ohnehin nicht viel gegangen“, sagt der 38-Jährige. Was ihn jedoch ärgert, ist der bisherige Saisonverlauf des Aufsteigers, der nach nunmehr 16 Partien mit 23 Punkten auf dem achten Tabellenplatz der Bezirksliga Schwaben Süd steht.

„Vor der Saison hätte ich das blind unterschrieben“, gesteht Maier. Nach dem furiosen Blitzstart mit sechs Siegen aus den ersten neun Saisonspieltagen blickt der Spielertrainer jedoch auch auf die Kehrseite der Medaille: „Mit einem einigermaßen ordentlichen Verlauf und dem Punkteschnitt der ersten zehn Spiele, wären wir fast durch gewesen und hätten jetzt schon den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen können. So ist es aber durchwachsen. Unterm Strich ist es für mich bisher schon bitter.“

FCO beklagt im Sommer etliche Verletzte

Der größte Knackpunkt für den Leistungsknick seiner Mannschaft war in Maiers Augen die schlechte Personalsituation. Sein Kader sei von Anfang an zu klein gewesen, der zusätzliche Ausfall der Studenten gepaart mit ein paar Verletzungen hat sein Übriges getan. Rückblickend waren es zwar glücklicherweise keine schweren Verletzungen, „aber hier mal eine Zerrung und dort mal ein Faserriss haben dafür gesorgt, dass mir jede Woche zwei Akteure gefehlt haben“, sagt Maier. Zwei Wochen lang wurde der Club – wie viele Vereine in der Region – zudem von einer Erkältungswelle gebeutelt. Zwei geplante Trainingseinheiten musste der 38-jährige Coach absagen, weil knapp zehn Spieler erkältet waren.

Entsprechend habe er das Pensum auch nicht zwanghaft durchziehen wollen, um nicht zu riskieren, dass seine Schützlinge etwas verschleppen und die Folgen schwerwiegender ausfallen. „Die Personalmisere hat den Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft beeinflusst“, beschreibt der Coach. „Das hat mir etwas die Hände gebunden. Ich konnte keinen Druck mehr aufbauen, weil sich die Mannschaft teilweise mangels Alternativen von selbst aufgestellt hat.“ Obwohl den ehemaligen Profi eine derartige Personallage ärgert, bezeichnet er es dennoch als menschlich, dass selbst ehrgeizige Sportler unter bestimmten Gegebenheiten im Täglichen „etwas gemütlicher“ werden.

Der Aufsteiger ist furios gestartet, erlebte aber vor der Winterpause ein Tief. Der FC Oberstdorf holte 20 Punkte aus den ersten neun Spielen in der Bezirksliga – in den weiteren sieben Begegnungen waren es für das Team um Spielertrainer Andreas Maier „nur“ noch drei weitere.
Der Aufsteiger ist furios gestartet, erlebte aber vor der Winterpause ein Tief. Der FC Oberstdorf holte 20 Punkte aus den ersten neun Spielen in der Bezirksliga – in den weiteren sieben Begegnungen waren es für das Team um Spielertrainer Andreas Maier „nur“ noch drei weitere.
Bild: Günter Jansen

Im Hinblick auf den restlichen Verlauf der Rückrunde nach der Winterpause hofft der Oberstdorfer Trainer daher vor allem darauf, dass sich der ein oder andere Kicker zurückmeldet und das Team künftig von Verletzungen und Krankheiten verschont bleibt – der Plan bleibt nach wie vor, die magische Marke von „30 plus X“ Punkten schnellstmöglich zu erreichen. Über den Zeitpunkt, wann es im Frühjahr 2022 wieder losgehen könnte, traut sich Andreas Maier nicht zu spekulieren. Zu präsent sind die schlechten Erfahrungen aus den vergangenen Spielzeiten. Wenn er sich den Verlauf des vergangenen Winters vor Augen führt, ereilt ihn sogar eine böse Vorahnung auf einen möglicherweise bevorstehenden Lockdown. Daher hat er für den Schlussspurt aus dem Winter 2021/22 auch nur einige Vorbereitungsspiele auf Wochenenden fixiert.

Maier: Training unter "2G Plus" nicht durchführbar

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Maier wolle stattdessen über Einheiten im Fitnessstudio bis zum Training in der Soccerhalle alles, was sonst noch für die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs erforderlich ist, kurzfristig planen. Ein Trainings- und Spielbetrieb unter „2G Plus-Regelung“ ist in seinen Augen nicht durchführbar, da dieser nicht nur für die Akteure einen enormen Aufwand, sondern zudem für die Vereinsverantwortlichen mit der Dokumentation „extremen Bürokratismus“ bedeute. Daher lässt der FCO derzeit auch den Trainingsbetrieb ruhen – was für Maier allerdings erneut schlimme Folgen haben könnte. „Ich bin sicher, dass jede Zeit der Unterbrechung, jede Zeit, in der kein Training möglich ist, uns Sportler und Jugendliche kostet. Egal, ob die Unterbrechung vier Wochen oder vier Monate dauert. Jede Pause wird schlimmer werden“, sagt Andreas Maier.