Freizeit

Boule-Freunde kommen in Sonthofen dem „Schweinchen“ nahe

SF Boulefreunde

Die Boule-Freunde bei einem ihrer Treffen in diesem Sommer. Zu dem Platz auf dem Marktanger sagt Hermann Greger (Dritter von rechts): „Wir haben den besten Belag.“

Bild: Ralf-Peter Winkler

Die Boule-Freunde bei einem ihrer Treffen in diesem Sommer. Zu dem Platz auf dem Marktanger sagt Hermann Greger (Dritter von rechts): „Wir haben den besten Belag.“

Bild: Ralf-Peter Winkler

Seit zehn Jahren spielt die Gruppe auf dem Marktanger in Sonthofen. Was für Gründer Hermann Greger den Reiz des Boule-Spiels ausmacht.
21.09.2021 | Stand: 17:00 Uhr

Ein Spielplatz für Erwachsene – das wär’ doch was. So dachte vor zehn Jahren der Psychologe und Psychotherapeut Hermann Greger und hatte eine zündende Idee: ein Bouleplatz. Greger (66), gebürtig aus der Oberpfalz und seit 1983 in Sonthofen ansässig, hatte das Kugelspiel bei Urlaubsaufenthalten in Italien und Frankreich kennengelernt: „Das hat mich sofort fasziniert.“ Inzwischen besteht der „harte Kern“ der „Boulefreunde Sonthofen“ aus 15 Spielerinnen und Spielern, die sich mehrmals in der Woche auf dem „Boulodrome“ neben der Markthalle treffen.

Am Boulespiel (la boule: die Kugel) schätzt Greger, dass man sich konzentrieren muss, dass man im Teamspiel die Stärken und Schwächen der anderen berücksichtigen und Kompromisse finden muss. Die Spielregeln sind einfach: Der erste (ausgeloste) Spieler wirft eine kleine farbige Kugel aus Holz oder Kunststoff, das „Schweinchen“, zwischen sechs und zehn Meter weit aus dem festgelegten Wurfkreis. Nun gilt es, die eigenen Kugeln (zwischen 650 und 800 Gramm schwer, meistens aus Stahl) so nah wie möglich ans Schweinchen zu werfen.

Drei Wurftechniken

Bei der Wurftechnik gibt es drei Varianten: Der „Leger“, der die Kugel in einer flachen Linie wirft, der „Schießer“, der die Kugel in einem Bogen auf die Flugbahn schickt, und der Milieu-Spieler, der beide Möglichkeiten beherrscht. Erlaubt ist es auch, sowohl das Schweinchen als auch die gegnerischen Kugeln zu treffen und wegzukicken, wenn sich daraus ein Vorteil ergibt. Was nicht erlaubt ist laut Greger: Den Wurf des Gegners oder den eigenen Wurf zu kommentieren. Für ihn ist das Boulespiel aber noch mehr als nur Technik und Wettkampf. Ihm gefällt, dass man neben dem Spiel „viel mit den Leuten ratschen kann“ und sich viele Freundschaften entwickelt haben.

Vor zehn Jahren wandte sich Greger an die Stadt, die seine Idee für gut befand. Auf dem Marktanger wurde der Bouleplatz eingerichtet „mit einem Superbelag“, wie Greger betont. Das Lob gilt dem Gärtnermeister Andreas Gindhart, mit einer Französin verheiratet und selber Boulespieler. Er lieferte „ganz feinen Kies“ an, der jährlich aufgefüllt und von den „Kugelwerfern“ verteilt wird. „Meine persönliche Meinung: Wir haben den besten Belag“, schwärmt der Boule-Chef. Denn außer in der Kreisstadt gibt es Plätze in Kempten, Fischen, Oberstdorf und in Immenstadt, der von den Sonthofern „mitinitiiert“ wurde.

In der Dämmerung Kugeln werfen

Um die Pflege des Platzes kümmern sich Hermann Greger und seine Boulefreunde selbst: Sie kehren das Areal und sorgen für Sauberkeit. Ganz „toll“ finden die Spieler, dass die Stadt auch ein Flutlicht aufgestellt hat: So können sie auch noch in der Dämmerung die Kugeln werfen. Die Gruppe ist bunt gemischt, vertreten sind Altersgruppen von 50 bis 87 und die verschiedensten Berufe, erzählt der Gründer des Boulodromes, Psychologe im Mutter-Kind-Kurheim Obermaiselstein: „Wir wollen offen sein für alle.“ Menschen mit Behinderung und Asylsuchende haben schon mitgespielt, Gäste sind jederzeit willkommen: „Kugeln sind immer vorhanden.“ Selbst im Winter können die „Bouler“ nicht von den Kugeln lassen: „Dann treffen wir uns alle vier Wochen zum Kegeln.“

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