Allgäuer Geschichte

Das Burgen-Netzwerk Allgäu-Außerfern bleibt bestehen

Burg Laubenbergerstein

Die Burg Laubenbergerstein ist die am besten erhaltene Ruine von den fünf Anlagen, die Immenstadt hat. Wenn Corona es nicht weiter verhindert, soll die Burgruine wieder zum Leben erweckt werden.

Bild: Benjamin Liss

Die Burg Laubenbergerstein ist die am besten erhaltene Ruine von den fünf Anlagen, die Immenstadt hat. Wenn Corona es nicht weiter verhindert, soll die Burgruine wieder zum Leben erweckt werden.

Bild: Benjamin Liss

26 Partnerstädte und -Gemeinden aus dem Ober-, Ost- und Unterallgäu sowie dem österreichischen Außerfern betreiben eine gemeinsame Geschäftsstelle.
13.01.2022 | Stand: 17:00 Uhr

26 Partnerstädte und -Gemeinden aus dem Allgäu und österreichischen Außerfern mit zusammen 45 Anlagen haben den Kooperationsvertrag der „Burgenregion Allgäu-Außerfern“ am 1. Januar verlängert. Damit ist die Voraussetzung geschaffen, um in der Ostallgäuer Gemeinde Eisenberg weiter eine Geschäftsstelle zu betreiben.

Wirtschaftsförderer Alfred Becker erläuterte den Sachverhalt im Immenstädter Stadtrat, der einhellig für die Kooperation stimmte. So gibt es die Burgenregion Allgäu bereits seit 2005. Darin schlossen sich zunächst Kommunen aus dem Ober-, Ost- und Unterallgäu zusammen, um sich gegenseitig über den Umgang und die Sanierung ihrer Burgruinen aus dem Mittelalter bis der Neuzeit auszutauschen. Zum einen soll damit das „kulturelle Erbe in der Region“ erhalten werden, zum anderen sind Burgruinen auch ein Anziehungspunkt für Urlauber.

2020 kam das österreichische Außerfern mit den Burgen Ehrenberg (Reutte) und Vielsegg (Vils) hinzu. Heute zählt die Burgenregion 26 Kommunen. Mitfinanziert wurde die Zusammenarbeit bisher von der europäischen Förderung „Leader“. Damit wurde die Teilzeitstelle in Eisenberg geschaffen, die – untergebracht in der dortigen Gemeindeverwaltung – den Verbund steuerte. Allerdings läuft die Leader-Förderung mit diesem Jahr aus und damit würde sich das Netzwerk auflösen. Doch die Partner, sagte Becker, wollen weiter zusammenarbeiten.

„Wir profitieren ungemein von dem großen Wissenstransfer innerhalb des Netzwerks“, erklärte Becker. So sei ein Leitbild in Sachen Burgen mit einheitlichem Marketing und Design erstellt worden. Es wurden große Schilder an den Anlagen angebracht. Der bekanntesten Experte der Region, der Burgenforscher und Historiker Dr. Joachim Zeune, berät die Partner bei Sanierungsarbeiten und der Wissensvermittlung an Besucher und Schulen. Außerdem findet einmal im Jahr eine Burgenkonferenz statt und die Burgen werden über verschiedene Medien, im Internet, auf Messen und Veranstaltungen präsentiert.

Immenstadt hat die meisten Burgruinen

Um die Kooperation zu erhalten, finanzieren die Kommunen künftig die Geschäftsstelle aus der eigenen Tasche. Der Jahresbeitrag teilt sich auf die Städte und Gemeinde auf, richtet sich aber auch nach der Anzahl der Burgen je Partner. So liegen die Beiträge zwischen knapp 500 und 1200 Euro im Jahr. Die Stadt Immenstadt hat mit fünf Anlagen am meisten mittelalterliche Reste an Burgen – und zahlt dafür den Höchstsatz von 1200 Euro. Bisher waren es mit der EU-Förderung 750 Euro. Die fünf Anlagen sind: Laubenbergerstein, Werdenstein, Rothenfels, Hugofels und Rauhlaubenbergerstein. „Das ist ein Schatz, den wir hier haben und den wir weiterentwickeln sollten – auch für unsere Schulen“, meinte Stadträtin Tina Thaqi (Grüne).

Eine Drohne fliegt über Laubenbergerstein

Lesen Sie auch
##alternative##
"Bergaufland Ostallgäu"

"Aktuell brennende Themen": Diese drei Projekte sollen im Ostallgäu gefördert werden

Dem stimmte Becker zu. So sei als nächstes geplant, über die Ruine Laubenbergerstein ein Video – mit Luftaufnahmen aus einer Drohne – zu drehen und dann den Schulen zur Verfügung zu stellen. Außerdem wäre es gut, die Burg aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwecken und dort wieder Veranstaltungen durchzuführen, sobald es die Corona-Einschränkungen zulassen. Solche Burgfeste waren früher beliebt.

Neben Immenstadt sind noch andere Kommunen aus dem Oberallgäu in der Burgenregion zusammengeschlossen: Altusried, Betzigau, Burgberg, Durach, Sonthofen, Sulzberg, Waltenhofen, Weitnau, Wildpoldsried sowie die Stadt Kempten.

Lesen Sie auch zu dem Thema:

Serie „Burgen im Allgäu“ lüftet Geheimnisse von Mittelalter-Bauwerken