Corona

Das Oberallgäuer Impfzentrum zieht nach Sonthofen

Der Impfbus des Landkreises Oberallgäu wird im Laufe des Monats Februar zum Einsatz kommen. Damit soll vor allem älteren Menschen der Weg zum Impfen erleichtert werden.

Der Impfbus des Landkreises Oberallgäu wird im Laufe des Monats Februar zum Einsatz kommen. Damit soll vor allem älteren Menschen der Weg zum Impfen erleichtert werden.

Bild: Robert Denz/THW Sonthofen

Der Impfbus des Landkreises Oberallgäu wird im Laufe des Monats Februar zum Einsatz kommen. Damit soll vor allem älteren Menschen der Weg zum Impfen erleichtert werden.

Bild: Robert Denz/THW Sonthofen

Ab Freitag wird in der Grüntenkaserne geimpft. Die Bilanz nach einem Monat: 2130 Menschen sind jetzt gegen den Virus immun. Aber das reicht noch lange nicht.
26.01.2021 | Stand: 19:41 Uhr

Die Abläufe haben sich eingespielt und die Zusammenarbeit ist nach Aussage der Beteiligten „hervorragend“ – aber es fehlt der Stoff, aus dem die Immunität wächst: Das Oberallgäuer Impfzentrum in Immenstadt hat bis Dienstagnachmittag 2130 Menschen geimpft. Dies erklärten in einer Bilanz des ersten Impf-Monats Karolin Kappeler von der Abteilung Katastrophenschutz des Landratsamts und der Ärztliche Leiter des Zentrums Dr. Andreas Baumgarten. Zum fehlenden Impfstoff meinte Kappeler: „Wir leben von Woche zu Woche. Erst zum Wochenende erfahren wir, wie viel Impfstoff wir in der nächsten Woche erhalten.“ Am Freitag, 29. Januar, zieht das Impfzentrum nach Sonthofen um.

Ab diesem Tag wird in der Grüntenkaserne geimpft. Weil dafür in den Kasernenräumen noch die Voraussetzungen geschaffen werden mussten, war Immenstadt ab dem 27. Dezember mit der Hofgarten-Stadthalle als Übergangslösung eingesprungen. Außerdem baut derzeit das Technischen Hilfswerk (THW) Sonthofen einen ausrangierten Linienbus zu einem rollenden Impfzentrum um. Damit fahren die Teams im Laufe des Februars Orte im Oberallgäu an, um vor allem älteren und weniger mobilen Bürgern eine Möglichkeit zu geben, sich in der Nähe ihres Wohnorts impfen zu lassen. Das Landratsamt will zuvor darüber informieren, wie ein Termin für den Impfbus vereinbart werden kann. Gerade für ältere Menschen müsse man niedrigere Hürden für eine Impfung schaffen, verweist Landrätin Baier-Müller auf die Herausforderungen im Flächenlandkreis Oberallgäu: „In keiner Altersgruppe ist ein schwerer Verlauf der Infektion so wahrscheinlich wie in der Gruppe der über 80-jährigen.“

Alle Seniorenheime besucht

Mobile Teams waren auch im vergangenen Monat schon im Oberallgäu unterwegs. Mit Erfolg: Alle 22 Seniorenheime wurden besucht und die Bewohner geimpft, die es wollten: insgesamt 620. Die Hälfte davon hat auch schon den zweiten Impfdurchgang absolviert. Nächste Woche sollen alle fertig geimpft sein, sagt Kappeler. Die Bereitschaft der Senioren, sich immunisieren zu lassen, liege zwischen 60 und 80 Prozent. Schlechter sieht es bei Pflegeheim-Mitarbeitern aus. Es gebe sogar ein Heim, in dem sich nur zehn Prozent der Belegschaft impfen ließen, sagt Dr. Baumgarten: „Die Mitarbeiter halten die Testergebnisse des Impfstoffs für nicht ausgereift genug.“ Das werde sich aber geben, wenn sie an den Bewohnern sehen, dass diese keine Probleme haben, glaubt der Arzt. Insgesamt impften die mobilen Teams etwa 1000 Personen. Weitere 1000 Oberallgäuer über 80 Jahre seien im Impfzentrum geimpft worden. Das liegt weit hinter den Möglichkeiten des Zentrums. „Unser Ziel bleibt es, 300 Menschen am Tag zu impfen“, sagt Baumgarten. Das wären rein rechnerisch 9000 im Monat. Und so viele müssten es auch sein, um alle Impfwilligen von insgesamt 100 000 im südlichen Oberallgäu bis Herbst zweimal zu impfen. Er hofft, dass im Laufe des Februars genug Impfstoff da ist, wenn auch das Präparat von Moderna verteilt wird. Das sei genauso gut wie das von Biontech.

Seit vergangener Woche werden die über 80-Jährigen per Post informiert. Ärger wird aber immer wieder bei den Anmeldungen für Impftermine laut. Tatsächlich, sagt Kappeler, könne es zu Problemen in den Stoßzeiten bei der Telefon-Hotline kommen. Deshalb rät sie, sich im Internet anzumelden Der Impftermin wird einem dann zugesandt.