Kulturszene Oberallgäu

Der Spaß am Zusammenspiel prägt ein "Werkstatt-Orchester" in Sonthofen

Von Swing bis Oper und Filmmusik: Das kleine „Werkstatt-Orchester“ in den Räumen des Orgelbauers Zeilhuber in Sonthofen-Altstädten pflegt ein vielseitiges Repertoire.

Von Swing bis Oper und Filmmusik: Das kleine „Werkstatt-Orchester“ in den Räumen des Orgelbauers Zeilhuber in Sonthofen-Altstädten pflegt ein vielseitiges Repertoire.

Bild: Andreas Winnichner

Von Swing bis Oper und Filmmusik: Das kleine „Werkstatt-Orchester“ in den Räumen des Orgelbauers Zeilhuber in Sonthofen-Altstädten pflegt ein vielseitiges Repertoire.

Bild: Andreas Winnichner

Immer wieder sonntags treffen sich engagierte Musiker zum gemeinsamen Proben in der Orgelwerkstatt Zeilhuber in Sonthofen. Sie pflegen ein breites Repertoire.
23.11.2022 | Stand: 18:02 Uhr

Die Orgelpfeifen geben keinen Laut von sich. Stattdessen erklingen Posaunen- und Tubatöne in dem hohen Raum. Sehr zur Verwunderung der Nachbarn von Alfons Zeilhuber. Alle zwei bis drei Wochen verwandelt sich am Sonntagnachmittag seine Orgelbauwerkstatt in Altstädten in einen Probenraum. Dann treffen der Orgelbaumeister (57) und seine gleichaltrige Frau, die Orgelbauerin Christine Albiez-Zeilhuber, ihre Mitspieler im „Werkstattorchester“: allesamt gestandene Leut’, die nach einer kürzeren oder längeren Pause oder überhaupt erst im mittleren Alter in die Blasmusik eingestiegen sind.

Ein Kleinorchester in Fischen löst sich auf

Angefangen hat alles mit dem Wunsch von Christine Albiez-Zeilhuber, ein Instrument zu lernen. „Das ist einige Jahre her“, blickt ihr Ehemann zurück, der 1997 die Orgelbauwerkstatt von seinem Vater Alfons senior übernommen hat. Die beiden Kinder des Paares spielten in der Jugendblaskapelle (JBK) Sonthofen, die Eltern begleiteten sie auf verschiedenen Konzertreisen. Mama Christine hatte irgendwann keine Lust mehr, einfach nur „daneben zu sitzen“. Sie nahm Tuba-Unterricht.

Und es dauerte nicht lange, bis sich ihr Mann die Posaunentöne beibringen ließ, „bevor ich als Notenwart ende“. Schon bald fanden die Zeilhubers als „Jungmusiker“ nette Gleichgesinnte. Die einen hatten sich ursprünglich nur für ein Hochzeitsständchen zusammengefunden und danach weiter gespielt. Die anderen um Christine und Alfons Zeilhuber waren fortgeschrittene Anfänger, deren Fischinger Kleinorchester sich aufgelöst hatte.

Vom Handwerker bis zur Schulrektorin

Als Probenraum bot sich natürlich die Orgelbauwerkstatt an. Heute üben da ungefähr acht bis zehn Musikerinnen und Musiker, vom Handwerker bis zur Schulrektorin, von der Tuba bis zur Querflöte. Vor einigen Jahren dann konnte das Werkstattorchester den jungen Musiker Christian Linke, Mitglied der JBK, als Dirigenten gewinnen. Hatte er anfangs noch gehörigen Respekt vor den „honorigen“ Orchestermitgliedern, stellte er nach der ersten Probe fest, so Zeilhuber: Die sind ja alle ganz normal. Inzwischen ist Linke nicht nur Dirigent dieses speziellen Orchesters, sondern auch bei der Musikkapelle in Burgberg. Zudem gehört er, als Tubist, mehreren Formationen weit über das Oberallgäu hinaus an.

Von Swing bis Oper

Das Repertoire des Werkstattorchesters bewegt sich im unteren bis mittleren Schwierigkeitsbereich und ist dennoch recht vielfältig, erzählt Alfons Zeilhuber. Es reicht von Swing-Nummern der „Comedian Harmonists“ („Wochenend’ und Sonnenschein“), über amerikanische Jazz-Klassiker („Puttin’ on the Ritz“) bis zu herkömmlichen Weihnachtsliedern, aber auch Stücken aus Opern („Tannhäuser“) und Filmmusiken („Fluch der Karibik“).

Einem öffentlichen Auftritt vor ein paar Jahren im Moorbad in Reichenbach sollen durchaus weitere folgen. Auch wenn die Musiker eine locker zusammen gewürfelte Truppe sind, ein kleines Konzert ist immer Motivation und Ziel, sagt Zeilhuber. Angedacht sind vereinzelt Konzerte im Sommer oder an Weihnachten. Dazu wünschen sich die Musiker in Altstädten noch weitere Mitspieler. Wiedereinsteiger, musikalisch Heimatlose und fortgeschrittene Anfänger sind willkommen.

Mitspieler gesucht

Gefragt sind Klarinette, Trompete, Schlagzeug und Altsaxophon. Wer mitmachen möchte, sollte zumindest ein wenig Erfahrung mit seinem Instrument und auch „wirklich Bock“ auf Musik haben. Das erhöht den Probenbesuch und die Qualität, sagt Zeilhuber mit einem verschmitzten Grinsen. Wobei der Orgelexperte betont, dass die Gruppe nicht vereinsmäßig organisiert sei. Es gehe um nichts, außer um den Spaß am guten und gemeinsamen Musizieren.

Wer Interesse an einem Einstieg in die Musik hat, kann sich bei Alfons Zeilhuber melden oder am Sonntag, 27. November, ab 16 Uhr einfach mitproben (Zeilhuber Orgelbau, Sonthofer Straße 4. Altstädten, Telefon: 08321/68054).

Die Orgelbauwerkstatt Zeilhuber in Sonthofen-Altstädten.

Die Jugendblaskapelle Sonthofen.