Gymnasien

Die Schullandschaft im Oberallgäu

Schulanfang in Bayern

Schulanfang in Bayern

Bild: aw_sab

Schulanfang in Bayern

Bild: aw_sab

Ferienende Eine Bestandsaufnahme vor dem Start am Dienstag: In den Grundschulen wieder so viele Kinder wie vor sieben Jahren. Mittelschulen im Abwärtstrend. Realschulen, FOS und Gymnasien mit unterschiedlichen Zahlen
##alternative##
Von Franz Summerer
06.09.2019 | Stand: 19:01 Uhr

Das Ferienende naht, am Dienstag fängt die Schule wieder an. Dann starten im Landkreis Oberallgäu auch 1254 Erstklässler ins Schulleben. Nach vier Jahren Zuwachs in Folge bei den Abc-Schützen geht die Zahl wieder etwas zurück. An den Mittelschulen zeigen die Schülerzahlen schon seit vielen Jahren nach unten. Jetzt sind es im Oberallgäu 2758. Zum Vergleich: 2012 waren es 3211. Mal mehr, mal weniger Schüler verzeichnen die anderen weiterführenden Schüler. Da sind die hohen Geburtenzahlen noch nicht angekommen.

Steigende Geburten und Zuwanderung stoppten die Talfahrt im Oberallgäu bei denSchulanfängernmit einem Tiefststand im Jahr 2014 (knapp 1200 Erstklässler). Vergangenes Jahr waren es 84 mehr, heuer ist die Zahl um 35 gesunken. Insgesamt springt die Anzahlaller Grundschülervon der ersten bis zur vierten Klasse nach sieben Jahren wieder über die 5000-Marke.

Offensichtlich hat die Umwandlung der Haupt- in die Mittelschule 2010 den Abwärtstrend dieser Schulart nicht stoppen können. In sieben Jahren gingen die Schülerzahlen im Oberallgäu um über 450 Jugendliche zurück. Um den mittleren Abschluss zu stärken, werden jetzt in Altusried und Durach M-Züge bereits ab der fünften Jahrgangsstufe eingeführt. Die anderen Standorte mit M-Klassen sind: Buchenberg, Dietmannsried, Immenstadt, Oberstdorf, Oy-Mittelberg und Sonthofen.

Stark gesunken ist auch die Summe aller Lehrkräfte an den Grund- und Mittelschulen im Landkreis. Innerhalb von drei Jahren (2016: 818) ging die Zahl um 90 auf jetzt 728 Lehrer zurück.

Wechselnd sind die Schülerzahlen an den Realschulen. Brachte das umstrittene G 8 der Gymnasien den Realschulen – mit Blick auf das Abitur in der Fachoberschule – zunächst einen Zustrom sind die Zahlen jetzt, nach der Rückkehr zum G 9, wieder leicht rückläufig – allerdings nicht überall. Probleme gibt es mancherorts zudem bei Lehrerversorgung Lehrern. Ein Überblick:

Lesen Sie auch
##alternative##
Zehn Jahre Mittelschule

Lehrerverband: An den Mittelschulen herrscht Alarmstimmung - doch Allgäuer Schulleiter sehen das anders

DieStaatliche Realschule Immenstadt hat ihr Prädikat „Knabenrealschule“ verloren. Wie Schulleiterin Petra Westhäuser vermeldet, „kommen nächste Woche endlich drei Mädchen an die Schule“. Sie belegen den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig, den die Mädchenrealschule in Immenstadt nicht anbietet. Leicht zugenommen haben die Schülerzahlen: von 337 Schüler (2018) auf 347. Zufrieden ist Westhäuser mit der Lehrerversorgung. Nachdem eine Aushilfe für Pädagogen in Elternzeit gefunden wurde, „können wir alle Pflichtfächer abdecken“.

In der ImmenstädterMädchenrealschule Maria Sternist die Zahl der Schülerinnen auf 348 (2018: 370) zurückgegangen. „Nicht hundertprozentig zufrieden“ ist Schulleiter Werner Schilling mit dem Umfang seines Lehrkörpers. Nachdem Lehrer erkrankten und in Elternzeit gingen, können zwar die Kernfächer abgedeckt werden, bei Geschichte und Ethik musste er aber kürzen. Fortgeführt wird das offene Ganztagsangebot mit Mittagstisch.

Leicht rückläufig ist die Schülerzahl an derStaatlichen Realschule Sonthofen– von 567 (2018) auf 560. „Wir haben aber die Lehrer, die wir brauchen“, sagt Schulleiterin Petra Kraus-Rahl. Ziel in dem Schuljahr sei es, Fairtrade-Schule zu werden. Darauf bereite sich die Realschule bereits vor – mit einem Frühstücksangebot oder dem „Fairomat“ mit fairen Süßigkeiten. Außerdem rücke der Umweltgedanke verstärkt in den Fokus, sagt Kraus-Rahl.

Auch in der privatenWirtschaftsschule Merkur Immenstadtsind die Schülerzahlen etwas rückläufig auf jetzt 80 Schüler. Eine Erschwernis sei es zudem, sagt Schulleiterin Dr. Susanne Schedl, dass Quereinsteiger, sogenannte „geduldete Lehrer“, bei Privatschulen nicht mehr vom Staat finanziert würden. Nachdem es heuer nicht gereicht habe, will sie nächstes Jahr erstmals eine 6. Klasse in der Wirtschaftsschule (bisher 7. bis 10. Jahrgangsstufe) zusammenbringen.

Nach jahrelangem Anstieg samt Schulerweiterung geht die Schülerzahl bei der FOS Sonthofen erstmals auf 320 zurück (2018: 350). Das, sagt stellvertretender Schulleiter Michael Amman, liege an den Realschulen, von denen weniger Absolventen kamen. Bei der Lehrerversorgung sei die FOS „sehr gut aufgestellt“. So können „in großer Breite“ Wahlpflichtfächer angeboten werden. Zudem gebe es in der 11. und 12. Klasse individuelle Lernförderung sowie ein Tutorenprogramm (Schüler helfen Schüler).

Individuelle Lernförderung – ein Nachhilfe-Angebot für die Schüler – wird in den Kernfächern auch an allen drei Gymnasium des südlichen Oberallgäus angeboten. Zudem zeigten sich die Schulleiter zufrieden mit einer ausreichenden Versorgung an Lehrern.

DasGymnasium Sonthofenverzeichnet einen Anstieg der Schülerzahlen auf 722 (2018: 703). „Wir sind konstant über 700 Schüler“, sagt Schulleiter Joachim Stoller.

Zurückgegangen sind die Zahlen imGymnasium Immenstadtvon 563 (2018) auf 519. Stolz ist Schulleiter Michael Renner auf das Berufswahl-Siegel für bessere Orientierung bei der Berufs- und Studienwahl. Außerdem nimmt das Gymnasium am bayerischen Schulversuch „Handynutzung“ teil.

AmGymnasium Oberstdorfsind die Schülerzahlen auf 528 (2018: 518) nach oben geklettert. Das, sagt Schulleiter Ludwig Haslbeck, liege wohl an der steigenden Zahl an Schülern, die vom großen Sportangebot angezogen werden.