Zentrum für Sicherheit

Die Sonthofer Retter aus der Luft

Verschiedene Szenarien übten Einsatzkräfte der DLRG Sonthofen beim Training in Bad Tölz.

Verschiedene Szenarien übten Einsatzkräfte der DLRG Sonthofen beim Training in Bad Tölz.

Bild: Dominik Schneider

Verschiedene Szenarien übten Einsatzkräfte der DLRG Sonthofen beim Training in Bad Tölz.

Bild: Dominik Schneider

Was die DLRG aus Sonthofen bei einer Übung in Bad Tölz erlebten und worauf zu achten ist, wenn eine hilflose Person im Wasser ist.
08.08.2022 | Stand: 12:01 Uhr

15 Meter geht es für die Luftretter in die Höhe, unter ihnen eine hilflose Person im Wasser. Diese schwebt aber nicht wirklich in Gefahr: Das Szenario ist eine Übung. Um vorbereitet zu sein, unterziehen sich die Luftretter einer jährliche Rezertifizierung im Zentrum für Sicherheit und Ausbildung der Bergwacht in Bad Tölz. Mit dabei waren laut einer Pressemitteilung auch Vertreter des Kreisverbands Oberallgäu/Sonthofen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Der Trainingstag ist nichts für schwache Nerven. Geübt werden Standardverfahren, um Personen aus fließendem Gewässer oder bei Hochwasser zu evakuieren. Jeder Luftretter sollte mindestens drei Durchgänge komplett durchführen. Die DLRG Sonthofen hat vier solcher Spezialisten. Bevor die Luftretter die Übungs-Hubschrauber in der Trainingshalle besteigen, geht es zur Sicherheitseinweisung und Lagebesprechung. Dabei weisen die Ausbilder auf die Gefahrenpunkte am Luftfahrzeug hin, insbesondere auf den Haupt- und Heckrotor sowie auf die Notausstiege. Hinzu kommt die Erinnerung an die gelernten Kommunikationszeichen innerhalb der Crew. Nur so können sich die Wasserretter und der Windenbediener miteinander verständigen.

Die Sonthofer steigen in den Hubschrauber

Im Anschluss besteigt die Crew den Hubschrauber. Sobald dieser die 15 Meter Höhe erreicht, lässt der Windenbediener den Luftretter mithilfe eines Seils zur hilflosen Person hinab. Kurz bevor die Wasseroberfläche erreicht ist, erhält der Windenbediener ein Signal – Oberarm und Hand herausgestreckt – dass der Luftretter knapp über der Wasseroberfläche ist. Sobald dieser dann im Wasser und die Rettungsschlinge ordnungsgemäß angelegt ist, bekommt der Windenbediener das erste Ok-Signal: Daumen nach oben. Danach werden Luftretter und Patient etwa einen Meter aus dem Wasser gezogen, dann erfolgt der zweite Check. „Es wird noch mal kontrolliert, ob die Rettungsschlinge richtig geschlossen und ob die Positionierung korrekt ist“, erklärt Barbara Huber von der DLRG Sonthofen, die eine der wenigen Frauen bei der Luftrettung ist. „Die Karabiner werden erneut kontrolliert. Denn wenn es erst mal nach oben geht, lässt sich nichts mehr korrigieren.“ Wenn alles passt, gibt es das zweite „Ok“. Der Luftretter und die hilflose Person werden nach oben gezogen. „Wichtig ist, dass im Hubschrauber beide zu jederzeit an mindestens einem Sicherungspunkt gesichert sind“, ergänzt Luftretter Fabian Flick von der DLRG Sonthofen. Während der gesamten Übung bleibt die Tür des Hubschraubers geöffnet. Sind die Retter nicht ausreichend gesichert, könnte es im schlimmsten Fall passieren, dass jemand in die Tiefe stürzt.

Alle Übungen gelangen wie geplant. „Unsere Retter sind wieder für ein ganzes Jahr rezertifiziert“, sagt Thomas Huber, technischer Leiter der DLRG Sonthofen. (dr)

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