Mobilität

Digitales Parken im Oberallgäu: In immer mehr Orten wird per Handy gezahlt

Parkster-Geschäftsführer Patrik Lundberg (links), Vertriebsleiter Keven Lehmann (Dritter von links) und Ulrich Hüttenrauch (rechts), Geschäftsführer der Oberallgäu Tourismus Service GmbH, übergaben Urkunden an Bürgermeister André Eckardt für die Nutzung der Parkster-App in Burgberg.

Parkster-Geschäftsführer Patrik Lundberg (links), Vertriebsleiter Keven Lehmann (Dritter von links) und Ulrich Hüttenrauch (rechts), Geschäftsführer der Oberallgäu Tourismus Service GmbH, übergaben Urkunden an Bürgermeister André Eckardt für die Nutzung der Parkster-App in Burgberg.

Bild: Benjamin Liss

Parkster-Geschäftsführer Patrik Lundberg (links), Vertriebsleiter Keven Lehmann (Dritter von links) und Ulrich Hüttenrauch (rechts), Geschäftsführer der Oberallgäu Tourismus Service GmbH, übergaben Urkunden an Bürgermeister André Eckardt für die Nutzung der Parkster-App in Burgberg.

Bild: Benjamin Liss

Seit drei Jahren ist das schwedische Unternehmen Parkster im Oberallgäu präsent. Nutzer können Parkgebühren übers Handy bezahlen. Eine Hürde gibt es dabei aber.
08.05.2022 | Stand: 05:00 Uhr

Das Auto ist gerade auf dem Parkplatz abgestellt, doch dann fällt auf: Es fehlt das Kleingeld für den Automaten. Das dürfte den meisten schon einmal passiert sein. Seit einigen Jahren kann die Parkgebühr in vielen Oberallgäuer Orten auch über eine App gezahlt werden. Verschiedene Firmen bieten diesen Dienst an. Im südlichen Oberallgäu, im Kleinwalsertal und im Westallgäu kooperieren immer mehr Kommunen mit dem schwedischen Unternehmen Parkster.

Bei einem Treffen mit kommunalen Vertretern in Burgberg warfen Parkster-Vertriebsleiter Keven Lehmann und Geschäftsführer Patrik Lundberg von Parkster mit dem Geschäftsführer der Oberallgäu Tourismus Service GmbH (OATS), Ulrich Hüttenrauch, einen Rückblick auf die vergangenen Jahre.

Ohne Internetverbindung läuft nichts

„Es ist zwar mehr ÖPNV gewollt, aber es fahren immer noch viele mit dem Auto“, stellte Hüttenrauch fest. Deswegen solle das Parken digitalisiert werden. Parkster berechnet nach Angaben des Unternehmens keinen Preisaufschlag auf die Parkgebühr. Die Nutzer zahlen also mit der Handy-App, zum Beispiel via Rechnung oder Kreditkarte, den gleichen Betrag wie am Automaten. Das schwedische Unternehmen hat zudem eine Schnittstelle zum System der Allgäu-Walser-Card (AWC) von OATS eingerichtet. Mit der AWC parken Gäste und Einheimische an ausgewählten Parkplätzen gratis. (Lesen Sie auch: Ausdauersportler laufen um den Niedersonthofner See)

Das digitale Parken hat aber auch seine Tücken. Das stellte zum Beispiel Martina Wilhelm, Bürgermeisterin von Missen-Wilhams, fest. Sie konnte ihre Parkgebühr vor dem Treffen in Burgberg nicht über Parkster bezahlen, weil sie keine Internetverbindung hatte. In der Regel ist aber laut Lehmann an den Parkplätzen weiterhin der klassische Automat verfügbar.

Digitales Parken im Oberallgäu: In welchen Gemeinden das möglich ist

Parkster finanziert sich durch eine Transaktionsgebühr. Die liegt nach Angaben von Lundberg im einstelligen Prozentbereich. Genaue Zahlen nennt er nicht. Die Kommunen erhalten somit zwar weniger Parkgebühren, Lundberg zufolge hätten sie allerdings auch weniger Ausgaben. So müssten zum Beispiel die Parkautomaten seltener geleert werden, wodurch die Kosten für den Sicherheitstransport des Geldes und für die Einzahlung auf der Bank geringer ausfielen.

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App statt Münzen

Oberstaufen reduziert die Zahl der Parkscheinautomaten

Im Oberallgäu ist das Unternehmen in Immenstadt im Mai 2019 gestartet. Mittlerweile gibt es das Angebot von Parkster außerdem in Oberstaufen, Waltenhofen, Rettenberg, Burgberg, Blaichach, Bad Hindelang, Ofterschwang und Balderschwang. Am Jahresanfang kam Sonthofen hinzu. Auch im Kleinwalsertal und in Scheidegg und Lindenberg im Westallgäu kann mit der App geparkt werden. Zudem kooperieren diverse private Anbieter mit Parkster, darunter die Oberstdorf-Kleinwalsertal Bergbahnen, die Alpsee Bergwelt, und die Klinik in Immenstadt.

Am häufigsten genutzt wird Parkster im Verhältnis zum Automaten in Burgberg. 77 Prozent der Parkscheine wurden dort im Dezember vergangenen Jahres digital gelöst. „Das ist auf schwedischem Niveau“, sagte Lundberg. Die Urkunden wurden Bürgermeister André Eckardt pandemiebedingt nachträglich übergeben. Auch andere Gemeinden erhielten welche. 

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