Einzelhandel während Corona

Duell der Apps im Oberallgäu: "Darfichrein" oder "Luca"?

Platzhirsch in Sonthofen

Sie hoffen darauf, bald wieder ganz öffnen zu dürfen: die Mitarbeiter des Modegeschäfts „Platzhirsch“ in Sonthofen, rechts Mitinhaberin Lisa Falger. Angesichts einer Inzidenz zwischen 100 und 200 ist nur „Click & Meet“ erlaubt.

Bild: Martina Diemand

Sie hoffen darauf, bald wieder ganz öffnen zu dürfen: die Mitarbeiter des Modegeschäfts „Platzhirsch“ in Sonthofen, rechts Mitinhaberin Lisa Falger. Angesichts einer Inzidenz zwischen 100 und 200 ist nur „Click & Meet“ erlaubt.

Bild: Martina Diemand

Zwei Apps sollen den Einzelhändlern die Kontakt-Nachverfolgung in der Corona-Pandemie erleichtern. Immenstadt nutzt "Darfichrein", Sonthofen setzt auf "Luca".
17.04.2021 | Stand: 05:30 Uhr

Anfangs waren es nur wenige, mittlerweile gibt es in allen größeren Orten Testangebote. Und die sind auch notwendig. Denn wer per „Click & Meet“ ein Geschäft aufsuchen will, muss mittlerweile einen aktuellen Corona-Test vorweisen. Einmal in der Woche können sich die Menschen kostenlos testen lassen. Was von den Ladenbesitzern ebenfalls immer mehr angeboten wird, sind Apps, die das Registrieren der Kundendaten erleichtern. Manche haben bereits „Darfichrein“, künftig kommt dann „Luca“.

Die App „darfichrein.de“ nutzen in Immenstadt derzeit 20 Einzelhändler. Die Stadt übernimmt dabei die Lizenzkosten für die Registrierungs-App, um Geschäften oder Gaststätten die Nachverfolgung von Kontakten nach einem Covid-19-Fall zu erleichtern. Wenn allerdings auch im Oberallgäu die App „Luca“ kommt, die die bayerische Regierung angeschafft hat, „werden auch wir auf Luca umstellen“, sagt Bürgermeister Nico Sentner.

Der Bürgermeister von Immenstadt findet "Darfichrein" besser als "Luca"

Das sei kein Problem, denn die Kooperation mit Darfichrein sei zum jeweiligen Monatsende jederzeit kündbar. Allerdings werde die Stadtverwaltung weiter Darfichrein behalten. Sentner hält sie für besser als Luca, weil damit beispielsweise mehr Räume in einem Gebäude genutzt werden können. Auch andere Kommunen im Allgäu hätten bereits „sehr gute Erfahrungen mit der Darfichrein-App gemacht“.

Die Stadt Sonthofen war kurz davor ebenfalls Darfichrein anzuschaffen, nimmt jetzt aber die Luca-App. Wie Wirtschaftsförderer Andreas Maier erläutert, werde damit nicht nur die Registrierung der Kontaktdaten von Kunden und Gästen erleichtert, sondern auch die Übermittlung an die Gesundheitsämter. Luca könne von allen Bürgern, Unternehmern, Wirten, Hotelbetreibern, Organisationen und Behörden kostenfrei genutzt werden. Geschäfte seien bei „Click & Meet“ zur Registrierung verpflichtet.

(Lesen Sie auch: Eine App soll virtuelle Museumsbesuche in Immenstadt ermöglichen)

Die App könnte dem Gesunheitsamt bei der Kontakt-Nachverfolgung helfen

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Die Gesundheitsämter könnten durch die digitale Nachverfolgung der Kontakte „schneller und effektiver“ arbeiten. Laut Maier ist allerdings das Oberallgäuer Gesundheitsamt wie die anderen Gesundheitsämter in Bayern noch nicht an die Luca-App angeschlossen. Dies werde voraussichtlich noch bis Ende April dauern. Dagegen könnten sich die Bürger Luca bereits im App-Store ihres Smartphones kostenfrei herunterladen. Informationen zum Gebrauch gibt es im Internet unter www.luca-app.de.

Und was sagen die Einzelhändler zu all diesem Aufwand? „Ich bin sehr froh über die neuen Angebote für Corona-Tests oder die Apps“, erklärt beispielsweise Tobias Schaber vom gleichnamigen Trachtenmoden-Geschäft in Immenstadt. Alles, was helfe, dass die Läden wieder öffnen dürfen, sei ihm willkommen. Damit werde sichergestellt, dass die Geschäfte keine Infektionstreiber seien.

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