Millionenprojekt in Oberstdorf

Ein Zentrum für Spitzen- und Breitensport

Nordic Zentrum

Das Nordic Zentrum im Ried wurde schon bei der Weltmeisterschaft von den Athleten genutzt. Jetzt wurde es auch offiziell eröffnet.

Bild: Dominik Berchtold

Das Nordic Zentrum im Ried wurde schon bei der Weltmeisterschaft von den Athleten genutzt. Jetzt wurde es auch offiziell eröffnet.

Bild: Dominik Berchtold

Bei der Eröffnung der Nordic Zentrums in Oberstdorf hebt Staatsministerin Kerstin Schreyer den Wert der Sportanlage für den Tourismus hervor - auch im Sommer.
20.09.2021 | Stand: 11:27 Uhr

Den Höhepunkt erlebte das neue Langlauf-Zentrum in Oberstdorf bei der Nordischen Ski-WM. Jetzt wurde die Sportanlage im Süden von Oberstdorf auch offiziell eröffnet und von den Pfarrern Bruno Koppitz und Markus Wiesinger gesegnet. Die Titelkämpfe im Frühjahr sollen nur der Anfang gewesen sein: Im kommenden Winter steht mit der Tour de Ski zum Jahreswechsel das nächste große Event an. Aber auch im Sommer soll aus dem Langlaufstadion im Ried ein attraktives Ausflugsziel werden.

Eine der modernsten Anlagen

Vor den Titelkämpfen waren die Oberstdorfer Sportstätten für 39,3 Millionen Euro umgebaut worden –23,6 Millionen Euro davon flossen ins Langlaufstadion. Den größten Teil mit 20,4 Millionen übernahm der Freistaat Bayern. Der Bund zahlte 9,7 Millionen und auch Landkreis Oberallgäu, Marktgemeinde Oberstdorf (beide je vier Millionen Euro) und die Nordische Skisport GmbH & Co. KG (1,2 Millionen Euro) beteiligten sich. „Das Nordic Zentrum ist eines der modernsten Langlauf-Stadien der Welt“, sagte Staatsministerin Kerstin Schreyer (CSU) bei der Eröffnung. Sie vertrat bei dem Festakt den für Sport zuständigen Innenminister Joachim Herrmann. Das Stadion sei nicht nur für Sport, sondern auch für den Tourismus in der Region wichtig. „Wir haben hier neue Anlagen errichtet, die auch nach der WM genutzt werden“, sagte Bürgermeister Klaus King. Auch dem Naturschutz sei durch Ausgleichsflächen Rechnung getragen worden, erklärte der Rathauschef.

Neues Funktionsgebäude entstanden

Entstanden ist ein neues Funktionsgebäude in Massivbauweise, das im Winter unter der u-förmigen Kurve des angehobenen Zieldurchlaufes liegt und im Sommer ein begrüntes Dach hat. Errichtet wurden auch eine Maschinenhalle, ein Pumpenhaus und ein großer Schneiteich mit moderner Beschneiungsanlage. Zudem wurde das Loipennetz erweitert, sodass es jetzt auf der 6,5 Kilometer langen Runde über 30 verschiedene Streckenvarianten möglich sind.

Auch für Hobbysportler attraktiv

„Der Burgstall hat mich schon die eine oder andere Schweißperle gekostet“, betonte Landrätin Indra Baier-Müller, dass die Loipen auch ein attraktives Angebot für Hobbysportler seien. Die Kreischefin hob aber auch die Bedeutung des Stadions für Skisport-Talente hervor: „Ohne Jugendarbeit gibt es auch keine Spitzensportler.“ Trotz der fehlenden Zuschauer und der corona-bedingten Auflagen, zog die Kreischefin eine positive Bilanz der Nordischen Ski-WM im Frühjahr. „Das waren tolle Wettkämpfe und schöne Bilder, die in die Welt hinaus gingen.“

Lernort für Kinder, Schüler und Jugendliche

Damit das Zentrum auch im Sommer ein Besuchermagnet wird, wurde ein Nutzungskonzept erarbeitet, das im Mai im Gemeinderat beschlossen wurde. Im Sommer soll es Sport- und Spielangebote geben. Im Winter steht das Loipennetz ergänzt durch Kurse der Ski- und Bergschulen im Fokus. Zudem ist geplant, das Zentrum als Lernort für Kinder, Schüler und Jugendliche zu etablieren, die Sport treiben und Naturerfahrungen machen sollen. Zudem werden im Ried weiter der Trainingsbetrieb und Wettkämpfe der Kaderathleten stattfinden.

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Das langfristige Ziel des Betriebskonzepts ist es, das Zentrum im Ried zum führenden Zentrum des Nordischen Skisports in Deutschland zu entwickeln. Das touristische Potenzial ist groß: In Deutschland gibt es 5,8 Millionen Skilangläufer, die rund 90 Millionen Langlauftage pro Jahr verbringen.

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