Natur

Die Welt aus den Augen der Biene

Bienenerlebnispfad Blaichach

Auf 14.000 Quadratmetern erfahren Gäste im neuen Bienenerlebnispfad in Blaichach Wissenswertes über das Leben der Biene – und können zahlreiche Pflanzen entdecken. Fotos: Isabell Schmid

Bild: Isabell Schmid

Auf 14.000 Quadratmetern erfahren Gäste im neuen Bienenerlebnispfad in Blaichach Wissenswertes über das Leben der Biene – und können zahlreiche Pflanzen entdecken. Fotos: Isabell Schmid

Bild: Isabell Schmid

Auf dem Erlebnispfad in Blaichach erfahren große und kleine Besucher Überraschendes. Das 14000 Quadratmeter große Areal bietet Raum für über 1000 Pflanzenarten.
02.10.2021 | Stand: 11:00 Uhr

Es wuselt im gläsernen Bienenstock. Wer Honigmacherinnen beobachtet, wie sie pausenlos vom Flugloch zur Wabe und wieder zurückkrabbeln, bekommt den Eindruck, das läuft orientierungslos. Aber: „Jede Biene hat einen Plan“, sagt Markus Würz bei der Führung durch seinen jüngst eröffneten Erlebnispfad. Dort erfährt der Besucher unter anderem wie die Biene tanzt, sieht und sich im Schwarm verhält.

2,5 Millionen Euro für das Projekt in Blaichach

Der Weg ist Teil des Bienenkorbs in Blaichach – ein Projekt für 2,5 Millionen Euro, das sich in Bereiche wie Schauimkerei, Hofladen, Gastronomie und Erlebnispfad gliedert. Dieser schlängelt sich über 15 Stationen auf einem 14 000 Quadratmeter großen Areal mit über 1000 Pflanzenarten.

Ein beschriftetes Holzfass symbolisiert im übertragenen Sinne, was die Biene für ein Kilo Honig leistet: Dafür fliegt sie drei Mal um die Welt, besucht sechs Millionen Blumen und füllt ihre Honigblase 60.000 Mal. Gelbe Fragezeichen erklären zum Teil Kurioses: Über sechs Wochen hinweg fliegt die Biene Blüten an – bis sie nicht mehr zurückkehrt, weil sie sich aufarbeitet.

Eine Königin lebt zwei Jahre und legt täglich eine Menge Eier, die in etwa dem Dreifachen ihres Körpergewichts entspricht. Zuvor wird sie beim Hochzeitsflug von bis zu zwölf Drohnen begattet, was die Kinder bei der Führung besonders neugierig macht. „Warum denn mit so vielen? Machen die das im Flug? Nur einmal, um danach Jahre lang Eier zu legen?“ Viele Fragen beantwortet Würz und manchmal verweist er auch auf die nächste Station, die spielerisch Hintergründe erklärt.

Bienen im gläsernen Bienenstock.
Bienen im gläsernen Bienenstock.
Bild: Isabell Schmid

Fasziniert sind kleine und große Besucher vom Blick in den gläsernen Bienenstock mit durchsichtigem Tunnel. Dort kann man die Bienen aus nächster Nähe beobachten. Außerhalb ihres Stocks kommunizieren sie auch durch Tänze, wie die nächste Station verrät. So signalisieren sie zum Beispiel, wie weit das nächste Blütenbeet entfernt ist. Um es den Bienen nachzumachen, gibt es beim Erlebnispfad eine Tanzfläche mit Erklärung und Linien.

Bienen fliegen so lange zur Blüte, bis es keinen Nektar mehr gibt

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Weiter geht es über einen Blumenwall. Auf mancher Blüte sitzen unzählig viele Bienen. Markus Würz nimmt vorsichtig eine von ihnen zwischen Zeigefinger und Daumen und zeigt staunenden Kindern die Anatomie der zappelnden Arbeiterin, bevor er sie wieder in die Freiheit entlässt und sie ihre Pflanze ansteuert. „Die Biene fliegt so lange zur gleichen Blüte, bis diese keinen Nektar mehr hat. Erst dann wird die nächste anvisiert“, erklärt Würz.

Die Tiere sind sparsam mit dem, was ihnen die Natur zur Verfügung stellt. Das lernen auch Kinder, die den Bienenpfad besuchen. Wer ihn komplett durchläuft, sieht die Welt nicht nur im übertragenen Sinne ein bisschen mit den Augen der Honigmacherinnen. Bei einer Station schaut der Besucher durchs Bienenauge.

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