Folksongs in Mundart

Es gibt wieder „Frechs Zuig“ von der Gruppe "Allgäu-Folk"

Hat auch noch unveröffentlichte Lieder im Stile von Allgäu-Folk in der Schublade: Pit Bartenschlager aus Rottach.

Hat auch noch unveröffentlichte Lieder im Stile von Allgäu-Folk in der Schublade: Pit Bartenschlager aus Rottach.

Bild: Karina Boehnki

Hat auch noch unveröffentlichte Lieder im Stile von Allgäu-Folk in der Schublade: Pit Bartenschlager aus Rottach.

Bild: Karina Boehnki

Lieder vom legendären Oberallgäuer Duo „Pit und Rupert“ stehen jetzt zum Streamen im Netz bereit. Für eine Wiederbelebung der Band sucht Pit Bartenschlager aus Rottach neue Partner.
03.02.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Freunde des Allgäu-Folk dürfen sich freuen, denn nach über 20 Jahren lässt Pit Bartenschlager nun die Musik seines bekannten Duos „Pit und Rupert“ wiederaufleben, wenn auch vorerst nur durch ein Angebot auf den gängigen Streaming-Diensten.

Egal wo der 70-Jährige ist, immer wieder wird er von Leuten angesprochen und gefragt, ob er nicht noch eine der 1978 veröffentlichten Langspielplatten oder eine CD habe. „Aber ich habe keine Tonträger mehr“, räumt er enttäuscht ein. Dank der Unterstützung seines Sohnes sind die 19 Lieder des Allgäu-Folk-Duos „Pit und Rupert“ jetzt über gängige Streamingdienste wie Spotify, Amazon Music, Apple Music und Deezer zu hören. Als Musiker freut es den Rottacher, dass das Interesse an seiner Musik auch nach so langen Jahren noch so groß ist.

Er selbst musste nie vom Musizieren leben, sondern tritt aus Leidenschaft auf. Daher setzt er „auf die eigene Note“ und spielt am liebsten „direkt aus der Musiker-Seele raus“. Dieser Vorliebe ist auch die Entstehung des Allgäu-Folk-Duos Pit und Rupert zu verdanken. Es war nämlich einst reiner Zufall, dass sich der Immenstädter Rupert Pfau und der Rottacher Pit Bartenschlager zum gemeinsamen Musizieren getroffen haben.

Bei einem Inselfest, das Ende der 70er Jahre am Rottachsee stattfand, gesellte sich der ihm damals noch nicht bekannte Rupert Pfau zu ihm, erzählt Pit Bartenschlager, und in „bierseliger Laune“ ging die Musik bald in Improvisationen über. „Als Gag“ sangen Bartenschlager und Pfau eigene Melodien in Allgäuer Mundart und waren von dem Ergebnis selbst überrascht. Im Nachgang entschlossen sie sich, diese weiter auszufeilen. Die „verschmitzt hintergründigen“ Texte lieferte unter anderem der Kemptener Heimatdichter Korbinian (1919 - 1980).

Seinen Allgäu-Folk bezeichnet der „Baure-Bua“ schmunzelnd als „frechs Zuig“, das mit Elementen von Country bis Blues in keine Schablone passt. Lachend fügt der 70-Jährige hinzu, dass das Allgäuerisch „ein Überraschungsangriff“ war. Noch gut erinnert sich Pit Bartenschlager daran, dass sich die Hüter der Allgäuer Kultur anfangs nicht mit seiner Musik anfreunden konnten. Den Nerv des Publikums trafen Pit und Rupert jedoch sofort und Auftritte wie auf dem vollen Immenstädter Marienplatz oder vor 600 Zuschauern in Lindenberg waren keine Seltenheit. Sogar Thomas Gottschalk war einmal in Rottach, um für das Bayerische Fernsehen einen Beitrag über die beiden Musiker zu machen.

„Das schönste Erlebnis“ neben den Radio- und Fernsehauftritten war für den Allgäuer Musiker aber, dass eine Plattenfirma auf sie zukam, um eine Platte mit ihren Liedern zu produzieren. Kaum verwunderlich, dass Pit Bartenschlager noch heute von der „superschönen Zeit“ schwärmt, die bedingt durch das berufliche Engagement der Musiker aus Zeitmangel endete.

Pit Bartenschlager verrät jedoch, dass er noch vier bis fünf bisher unveröffentlichte Lieder hat, mit denen er Allgäu-Folk gerne im wahrsten Sinne des Wortes wiederaufleben lassen möchte. Da Rupert Pfau mittlerweile in Augsburg lebt und an dem Projekt nicht mitwirken wird, fehlen Bartenschlager eine Sängerin und ein Gitarrist. Der 70-Jährige hat jedoch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, passende musikalische Mitstreiter zu finden.

„Es muss auch nicht das Gleiche werden“, betont er. Die neuen Lieder dürfen in seinen Augen vielmehr gerne „einen frischen Anstrich kriegen.“