Fasching

Fasnatziestag in Oberstaufen: Staufner gedenken Pesttoten

Der Butz und Fähnrich Kilian Kink verlassen den Kirchplatz vor der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberstaufen. Zuvor hat Kink die Fahne genau nach Protokoll geschwenkt: Dreimal rechts und dreimal links, während die Föhla und die Bua die Aktion beobachten.

Der Butz und Fähnrich Kilian Kink verlassen den Kirchplatz vor der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberstaufen. Zuvor hat Kink die Fahne genau nach Protokoll geschwenkt: Dreimal rechts und dreimal links, während die Föhla und die Bua die Aktion beobachten.

Bild: Luke Maguire

Der Butz und Fähnrich Kilian Kink verlassen den Kirchplatz vor der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberstaufen. Zuvor hat Kink die Fahne genau nach Protokoll geschwenkt: Dreimal rechts und dreimal links, während die Föhla und die Bua die Aktion beobachten.

Bild: Luke Maguire

Hunderte Menschen sind beim Fasnatziestag in Oberstaufen. Bei der 387. Auflage gedenken sie den über 700 Pesttoten von 1635.
01.03.2022 | Stand: 17:30 Uhr

Einige Hundert Menschen schauen diesmal beim 387. Fasnatziestag in Oberstaufen vorbei. Gegen zehn Uhr bei schönstem Wetter formiert sich der Festzug beim Fähnrichhaus. Dort beginnt der historische Umzug durch den Ort mit Butz, Tambourmajor, Trommlern, Blasmusik, Altfähnrichen, Fähnrich, Fahnenbrüdern, Föhla und den ledigen Burschen.

Angeführt vom Butz marschiert der Festumzug zur katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberstaufen.
Angeführt vom Butz marschiert der Festumzug zur katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberstaufen.
Bild: Luke Maguire

Fasnatziestag: Butz und Fähnrich sind die wichtigsten Akteure

Der Butz führt den Festzug an. Besenschwingend eilt er den Festteilnehmern entgegen, „kehrt“ sie, um sie symbolisch von der Pest zu reinigen. Beim Gebetsläuten um 18 Uhr fällt er wie tot um und erinnert so an das große Sterben von 1635. Damals wütete im Markt Staufen die Pest und löschte das Leben von 700 Männern, Frauen und Kindern aus. Der regierende Graf Hugo von Königsegg soll die Burschen des Marktes beauftragt haben, mit einer Fahne und Trommeln durch die Straßen zu ziehen, um den Menschen neuen Lebensmut zu geben.

Fähnrich Kilian Kink schwenkt die Fahne zu Ehren der 700 Pesttoten aus dem Jahr 1635.
Fähnrich Kilian Kink schwenkt die Fahne zu Ehren der 700 Pesttoten aus dem Jahr 1635.
Bild: Luke Maguire

Dieser Brauch wird bis heute fortgesetzt und muss jährlich stattfinden. Fällt der Gedenktag nämlich aus, so darf er nicht mehr fortgesetzt werden, lautet ein Passus der alten Schriften aus den Anfängen des Fasnatziestags.

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