Königinnen schwärmen aus

So schützen Sie ihre Häuser im Allgäu vor Hornissen und Wespen

Wespe Wespen

Wespen suchen jetzt Platz für neue Nester.

Bild: Wolfgang Widemann

Wespen suchen jetzt Platz für neue Nester.

Bild: Wolfgang Widemann

Drei Hornissenstiche sollen tödlich sein, sagt der Volksmund. Das ist Quatsch, betont der Oberallgäuer Imker Hans Sontheim. Was es dennoch zu beachten gilt.
06.05.2021 | Stand: 07:39 Uhr

Im Frühjahr erwachen Hornissen und Wespenköniginnen und fliegen los, um einen Platz für ihr Nest zu finden. Dort gründen sie dann ein Volk. Jetzt gelte es, genau hinzuschauen, sagen Experten im Landratsamt Oberallgäu und der Stadt Kempten.

Hornissen seien, genauso wie Wildbienen, Hummeln und viele Wespenarten besonders geschützt. Nur zwei Wespenarten, die „Deutsche“ und die „Gemeine“ Wespe, empfinde man als lästig oder angriffslustig. Sie seien die einzigen Wespen, die große Völker bilden und durch Essen und süße Getränke angezogen werden.

Tipps: Das rät Wespenberater Hans Sontheim

„Bei schönem Wetter von Mitte April bis Mitte Mai sind die jungen Königinnen unterwegs und spätestens jetzt sollten problematische Stellen wie Rollladenkästen oder Spalten und Löcher in der Fassadenverkleidung abgedichtet sein“, empfiehlt Hans Sontheim, Imker und Wespenberater aus Sulzberg. „Oft bemerken wir die Tiere erst, wenn das Volk im Sommer seine volle Größe erreicht hat. Doch dann ist es für vorbeugende Maßnahmen zu spät“, betont er.

Manchmal sei der Nestplatz der Hornissen und Wespen aber auch völlig unproblematisch und man könne gut mit ihnen auskommen. Zumal sie eiweißhaltige Nahrung brauchen und Fliegen, Bremsen und Stechmücken fangen. (Lesen Sie auch: Schädlinge im Garten: Was tun gegen Schnecken, Engerlinge, Blattläuse und Co.?)

Wespennest rechtzeitig umsiedeln

Falls eine Wespe oder Hornissenkönigin an einem nicht akzeptablen Platz mehrmals täglich aus- und einfliegt, könne bis Ende Mai noch mit wenig Aufwand eine Umsiedlung durch geschultes Personal und mit Genehmigung der Behörde erfolgen. Wenn die erste Generation Wespen geschlüpft ist, fliege die Königin nicht mehr aus und lege nur noch Eier. Eine Umsiedlung sei dann oft nicht mehr möglich, wenn sich das Nest hinter einer Fassadenverkleidung oder in der Dachverschalung befindet.
Hornissen sind nicht gefährlicher als Wespen.
Hornissen sind nicht gefährlicher als Wespen.
Bild: Klaus Hille

Ein großes Hornissenvolk könne pro Tag bis zu einem halben Kilo Insekten an seine Brut verfüttern und spiele damit eine große Rolle im Ökosystem der Natur. Ein Nachteil sei, dass die Verdauungsreste als stinkende Flüssigkeit aus dem Nest tropfen. Dem könne aber mit einfachen Mitteln abgeholfen werden.

Drei Hornissenstiche sind nicht tödlich

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Das Gerücht, dass drei Hornissenstiche für einen Menschen tödlich sind, bezeichnet Sontheim als „nicht wahr, denn das Gift ist nicht gefährlicher als das der anderen Wespen oder der Bienen“. Lediglich bei starker Allergie auf das Gift von Wespen oder Hornissen könne – wie bei Bienen – schon ein einziger Stich lebensgefährlich sein. Auch bei Stichen in den Hals sei ärztliche Hilfe nötig. Deshalb ist es wichtig, Getränke in Tassen, Flaschen oder Dosen von Mai bis November zu verschließen oder abzudecken.

Ansonsten genüge es, die Tiere nicht zu ärgern, anzupusten oder danach zu schlagen und vom Einflugloch Abstand zu halten. Außerdem sollten Erschütterungen vermieden werden, denn die Insekten verteidigen ihr Nest, wenn sie sich bedroht fühlen. Versuche, den Wespen und Hornissen mit Insektenspray oder Feuer den Garaus zu machen, enden laut Sonthofen oft mit Stichen oder Feuerwehreinsätzen. Fragen beantworten Wespenberater des Landkreises und von Kempten.

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