Initiative von Esther Hauptvogel

Hinz und Kunz Bad Hindelang: Second Hand für den guten Zweck

Online-Shop: In Kanada hat Esther Hauptvogel, Gründerin von Hinz und Kunz in Bad Hindelang, die Inspiration für ihre nachhaltig-soziale Unternehmensidee gefunden. Hier steht sie in einem ihrer Lager mit Second-Hand-Kleidung.

Online-Shop: In Kanada hat Esther Hauptvogel, Gründerin von Hinz und Kunz in Bad Hindelang, die Inspiration für ihre nachhaltig-soziale Unternehmensidee gefunden. Hier steht sie in einem ihrer Lager mit Second-Hand-Kleidung.

Bild: Simon Schneider

Online-Shop: In Kanada hat Esther Hauptvogel, Gründerin von Hinz und Kunz in Bad Hindelang, die Inspiration für ihre nachhaltig-soziale Unternehmensidee gefunden. Hier steht sie in einem ihrer Lager mit Second-Hand-Kleidung.

Bild: Simon Schneider

Hinz und Kunz in Bad Hindelang verkauft Second Hand Kleidung und unterstützt soziale Projekte. Welche Herausforderungen auf Gründerin Esther Hauptvogel warten.
13.01.2021 | Stand: 07:28 Uhr

Einen Second-Hand-Laden aufmachen und mit dem Gewinn soziale Projekte unterstützen: Das war das Ziel von Esther Hauptvogel, als sie 2019 von Kanada in ihre Heimat im Allgäu zurückkehrte. Und dieses Ziel hat sie im Corona-Jahr 2020 mit ihrem „Hinz und Kunz Onlineshop“ auch umgesetzt. Herausgekommen ist ein Unternehmen, das nicht nur umweltfreundlich sondern auch sozial sein soll.

„Der soziale Aspekt war mir persönlich der wichtigste“, sagt die 28-Jährige aus Bad Hindelang. Sie hat Sozialpädagogik studiert und anschließend im Kinderhaus Allgäu in Wertach gearbeitet. Die Idee zu dem Second-Hand-Laden kam ihr allerdings erst später während ihrer Zeit im Ausland. Genauer gesagt in Kanada. Dort hat sie zwei Jahre lang gelebt und festgestellt, dass das Umweltbewusstsein „etwas weiter fortgeschritten ist“ als hierzulande.

"Hinz und Kunz"-Gründerin Esther Hauptvogel und die Idee von Second-Hand

„Falls man aus Versehen mal eine Plastiktüte kaufen musste, bekam man nichts als Verachtung und Vorwürfe von den Kassiererinnen zu hören“, erzählt Hauptvogel. Außerdem gehöre dort Second Hand zur Tagesordnung. Also fasste Hauptvogel einen Entschluss, kehrte in ihre Heimat zurück und gründete ihr eigenes Unternehmen: „Hinz und Kunz“.

Der Name sei ihr spontan auf dem Weg zur Gewerbeanmeldung eingefallen und soll verdeutlichen, dass bei Hinz und Kunz etwas für jeden zu finden sei. Im ersten Monat seien im Schnitt ein bis zwei Bestellungen pro Tag eingegangen, was Hauptvogel als „echt überwältigend“ beschreibt. Hierbei kann die 28-Jährige vor allem auf den Rückhalt aus ihren Bekannten zählen. „Freunde auf der ganzen Welt unterstützen mich und bestellen online“, sagt sie. Falls das Projekt aber nicht bestehen sollte, nimmt sie es sportlich: „Dann ist das auch in Ordnung. Nichts bleibt für immer.“

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Allerdings träumt die weitgereiste Sozialpädagogin bereits von Größerem. Gerne würde sie sich mit anderen nachhaltigen Projekten zusammenschließen, eine Gewerbefläche betreiben und eine Community pflegen. Partner hat sie auch schon im Sinn. Was fehlt, ist das Geld. „Es ist echt schwierig, wirtschaftlich zu arbeiten und sich gleichzeitig sozial zu engagieren“, sagt Hauptvogel.

Denn mit dem Gewinn unterstützt die 28-Jährige soziale Projekte. Sie hat bereits an die Wärmestube in Kempten und an das Kinderhaus Allgäu gespendet. „Mein Ziel wäre es, den ein oder anderen in naher Zukunft zu beschäftigen“, sagt sie.

"Hinz und Kunz": Aufruf im Internet brachte „Tonnen an Klamotten“

Angefangen hatte alles mit einem einfachen Post auf Instagram. Darin erklärte sie, dass sie gebrauchte Kleidung für zehn Euro pro Kilo abkaufe. Die Resonanz auf ihren Aufruf war so groß, dass die 28-Jährige sogar von „Tonnen an Klamotten“ spricht. Was dann noch fehlte, war eine Webseite. Denn ein reeller Laden hatte sich aufgrund der Corona-Pandemie und der fehlenden finanziellen Mittel erübrigt.

Unterstützung erhielt Hauptvogel von einer Freundin, die ihr eine Internetseite samt Onlineshop erstellte. Die Kleidungsstücke wurden von allen Seiten fotografiert, vermessen, mit einem Preis versehen und online gestellt. Es sind alles Einzelstücke. Das macht sie zwar einerseits besonders, auf der anderen Seite „ist der Aufwand manchmal einfach zu hoch“, meint die Sozialpädagogin. Immerhin müsse sie die Teile auch sofort wieder von der Seite nehmen, sobald sie verkauft sind. Daher sei nicht alles online erhältlich. Aber sie hofft darauf, doch noch einen Laden aufmachen zu können. Auf diese Weise hätten auch günstigere Teile eine Chance auf einen neuen Besitzer.