Theatergruppe Oberstdorf

Hüttenpläne schüren hitzige Diskussion: Oberstdorfer bringen Historie auf die Bühne

Sebes (Fritz Schwarz, links) und seine Enkelkinder Susele (Verena Althaus) und Felix (Ludwig Schraudolf) in einer Szene der "Gschicht us em Rappenalptal".

Sebes (Fritz Schwarz, links) und seine Enkelkinder Susele (Verena Althaus) und Felix (Ludwig Schraudolf) in einer Szene der "Gschicht us em Rappenalptal".

Bild: Sabine Hohenadl-Metzger

Sebes (Fritz Schwarz, links) und seine Enkelkinder Susele (Verena Althaus) und Felix (Ludwig Schraudolf) in einer Szene der "Gschicht us em Rappenalptal".

Bild: Sabine Hohenadl-Metzger

Die Theatergruppe Oberstdorf präsentiert mit „1885 – A Gschicht us em Rappenalptal“ ein Bühnenstück von Eugen Thomma. Es erzählt von einer Gratwanderung.
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Von Sabine Hohenadl-Metzger
28.09.2022 | Stand: 11:32 Uhr

Mit der „Geschichte aus dem Rappenalptal“ präsentiert sich die Theatergruppe Oberstdorf ab Freitag. Das historische Bühnenstück in drei Akten stammt von Eugen Thomma, der fast alle Stücke für das Oberstdorfer Ensemble geschrieben und der bei den Inszenierungen meist auch bei der Regie mitgewirkt hat. Im Juni ist der geschätzte Museumspfleger und Autor, Heimatforscher und Archivar Eugen Thomma im Alter von 91 Jahren gestorben.

Arbeitsreiches Leben

Ein Dorf im Umbruch – um dieses Thema geht es in dieser Geschichte aus dem Rappenalptal. Der alte Sebes wohnt mit seinen Enkelkindern Susele und Felix in einer ärmlichen Hütte am Brenntwinggere und lebt überwiegend von der Kohlen- und Schnapsbrennerei. Es ist ein karges, arbeitsreiches Leben mit Brennsuppe am Morgen, am Mittag und am Abend.

Große Aufregung im Rappenalptal

Manchmal kommt der Prinzregent mit seinem Gefolge zur Jagd und manchmal gibt es auch große Aufregung, wenn der Sebes einen Wilderer vor den anrückenden Gendarmen verstecken muss. Allmählich halten Tourismus und Alpinismus Einzug in Oberstdorf und der Ruf nach Fremdenzimmern für Gäste und für Wanderer von weiter her wird immer lauter.

Eine Hütte am Rappensee?

Der Alpenverein Kempten plant bereits den Bau einer Hütte mit Übernachtungsmöglichkeiten am Rappensee. Eine Idee, die nicht bei allen Oberstdorfern auf Zustimmung stößt. In „Schraudolph´s Clubhütte“ in Einödsbach, der ersten gastronomischen Einrichtung zu dieser Zeit, treffen sich die Initiatoren der Alpenvereinssektion Kempten mit den Baumeistern und Helfern, um das Projekt Rappenseehütte voranzutreiben. Und da gibt es dann heftige Diskussionen mit denjenigen, die die Zukunft des Alpinismus im Auge haben, und denjenigen, die das Althergebrachte bewahren wollen.

Aufwendige Inszenierung

Die Inszenierung von „1885 – A Gschicht us em Rappenalptal“, bei der Conny Ney die Regie übernommen hat, ist ausgesprochen aufwendig. 28 Akteure stehen auf der Bühne, darunter Franz Bisle und Herbert Hiemer als Sprecher. Einige der Ensemblemitglieder präsentieren Oberstdorfer Volksmusik und vor dem dritten Akt wird ein Film gezeigt. In den ersten Wochen hat das Ensemble in der Oybele-Halle geprobt, dann erfolgte der Umzug mit allen Kulissen und Requisiten ins Oberstdorf-Haus, wo auf der großen Bühne im Saal Nebelhorn am Freitag, 30. September, Premiere gefeiert wird.

Karten gibt es bei der Touristinformation, Telefon 08322/ 700-2100. Aufführungen finden statt am 30. September, am 1., 2., 3., 7. und 8. Oktober. Die Theaterabende beginnen jeweils um 19.30 Uhr, lediglich am Feiertag, 3. Oktober, wird das Stück schon um 14.30 Uhr gezeigt.

Die neue Produktion der Theatergruppe Oberstdorf.

Die Theatergruppe des Oberstdorfer Trachtenvereins.

Lesen Sie auch den Nachruf auf den Heimatforscher und Autor Eugen Thomma, der im Juni verstorben ist.