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Immenstadt: Für 120 Euro ein Jahr lang überall parken

Das Parken der Autos ist in jeder Stadt ein Thema. Immenstadt macht seinen Bewohnern jetzt ein Angebot: Für 120 Euro dürfen sie künftig auf allen oberirdischen öffentlichen Parkplätzen ihr Auto abstellen.

Das Parken der Autos ist in jeder Stadt ein Thema. Immenstadt macht seinen Bewohnern jetzt ein Angebot: Für 120 Euro dürfen sie künftig auf allen oberirdischen öffentlichen Parkplätzen ihr Auto abstellen.

Bild: Franz Summerer

Das Parken der Autos ist in jeder Stadt ein Thema. Immenstadt macht seinen Bewohnern jetzt ein Angebot: Für 120 Euro dürfen sie künftig auf allen oberirdischen öffentlichen Parkplätzen ihr Auto abstellen.

Bild: Franz Summerer

Die Stadt Immenstadt geht einen neuen Weg: Mit einer Bürgerkarte dürfen Einheimische auf allen oberirdischen öffentlichen Flächen ihr Auto abstellen.
21.01.2021 | Stand: 15:56 Uhr

Zunächst zwei gute Nachrichten für Autobesitzer in und um Immenstadt: Die erste halbe Stunde Parkzeit im Zentrum bleibt weiter gebührenfrei und die Immenstädter selbst können künftig eine Bürgerkarte kaufen. Für 120 Euro im Jahr dürfen sie dann auf allen öffentlichen oberirdischen Parkflächen innerhalb des Stadtgebiets ihre Autos abstellen. Dafür sprach sich die Mehrheit der Stadträte im Hauptausschuss aus. Und jetzt die schlechte Nachricht: Die Stadträte stimmten außerdem einer flächendeckenden Erhöhung der Parktarife zu. Wann die neuen Gebühren greifen, steht für die Stadt – wie für die beiden Tiefgaragen der Stadtwerke – noch nicht fest. „Baldmöglichst“, hieß es in der Sitzung.

„Die Bürgerkarte soll ein echter Mehrwert für unsere Immenstädter sein“, erklärte Bürgermeister Nico Sentner. Mit ihm waren sich die Stadträte einig, dass es sich bei der Jahres-Parkkarte um ein „wertiges“ Angebot für die Bevölkerung der Stadt handle. Immerhin könnten sie damit nicht nur die innerstädtischen Stellflächen sondern auch alle Ausflugsparkplätze in den Ortsteilen nutzen. Nicht einig war sich der Ausschuss über den Preis. Während Sentner „als Einstieg“ für 100 Euro plädierte, war dies einer Mehrheit zu günstig. Auf Antrag von Ralf Kellner (FDP) setze sie 120 Euro mit sechs zu fünf Stimmen durch.

Geht es nach dem Rathauschef soll die Jahres-Parkkarte erst der Einstieg für ein noch größeres Angebot an die Immenstädter werden. Die Bürgerkarte könnte auch die Eintritte für die städtischen Bäder, das Museum oder den Stadtbus abdecken. Nicht bewährt hat sich bisher hingegen die „Parkscheibe Immenstadt“, mit der für 40 Euro im halben Jahr oder für 60 Euro ganzjährig allerdings nur im Zentrum geparkt werden darf: 38 Stück wurden davon verkauft. „Zu wenig“, befand der städtische Verkehrsüberwacher Reinhold Hüppy.

Parkgebühren steigen

Hüppy präsentierte auch die übrigen Preise für die Parkflächen der Stadt.

In den Kurzparkzonen (maximal bis drei Stunden) im Zentrum bleibt die „Semmeltaste“ (erste halbe Stunde) frei. Danach kostet jede weitere Viertelstunde 50 Cent – bei drei Stunden also maximal fünf Euro. Bisher war das Maximum 4,50 Euro. Mit aufgenommen werden künftig auch die zwölf Parkplätze vorm Rathaus am Marienplatz. Dort war bisher nur maximal eine halbe Stunde erlaubt – kostenlos.

Weitere Erhöhungen: Der Parkplatz Bauhofinsel (gegenüber Hofgarten), besonders beliebt bei Pendlern, kostet künftig für den halben Tag zwei Euro, für den ganzen Tag drei Euro, im Monat 25, im Jahr 120 Euro. Jede Stunde Parken am Alpseehaus in Bühl verteuert sich auf zwei Euro (jetzt ein Euro), oben am Kirchbichl kostet die Stunde einen Euro. Für die Parkplätze Froschweiher, Schlettermoos und Werdensteiner Moos liegt das Halbtagsticket künftig bei vier Euro, das Tagesticket bei acht Euro. Der Viehmarktplatz, auf dem Pendler und Berufsschüler parken, kostet dann einen Euro für den halben Tag, zwei Euro für den ganzen Tag.

Tiefgaragen werden auch teurer

Höhere Gebühren auch für die beiden Tiefgaragen in Immenstadt. Sie bescheren den Stadtwerken pro Jahr ein Defizit von 250 000 Euro. Das rechnete die kaufmännische Leiterin Marion Burkert den Stadträten vor. Hinzu kommen die Aufwendungen für die Sanierungen: Vor fünf Jahren kostete die Bahnhof-Tiefgarage (192 Stellplätze) 0,6 Millionen Euro; die laufende Erneuerung der Tiefgarage Klostergarten (202 Plätze) wird auf 2,8 Millionen veranschlagt. Um etwas von dem Defizit herunterzukommen, bleibe nichts anderes übrig, als die Gebühren zu erhöhen. Dem stimmten die Stadträte einhellig zu.

Wie bei den oberirdischen Stellflächen bleibt zwar weiter die erste halbe Stunde in den Tiefgaragen gebührenfrei. Danach erhöht sich der Tarif aber nicht wie bisher je halbe Stunde sondern bei jeder angefangenen Viertelstunde – bis zum Tageshöchstpreis von sieben Euro in der TG Klostergarten und fünf Euro TG Bahnhof. Die Tarife am Bahnhof sind niedriger als die am Klostergarten, weil die Tiefgarage dort weniger ausgelastet ist. Die Wiedereröffnung der TG Klostergarten ist übrigens für den 1. Februar geplant.