Orgelmusik in Immenstadt

Immenstädter Freunde der Kirchenmusik starten mit viel Schwung ins neue Jahr

St. Nikolaus

Imposantes Instrument: Die Orgel in der Immenstädter Stadtpfarrkirche von Siegfried Schmid aus Knottenried, die 2004 eingeweiht wurde.

Bild: Günter Jansen

Imposantes Instrument: Die Orgel in der Immenstädter Stadtpfarrkirche von Siegfried Schmid aus Knottenried, die 2004 eingeweiht wurde.

Bild: Günter Jansen

Die „Freunde der Kirchenmusik St. Nikolaus“ haben in Immenstadt in 20 Jahren viel ermöglicht. Jetzt richten sie ihr Engagement auf ein weiteres Großprojekt.
30.12.2021 | Stand: 15:03 Uhr

Mit weihnachtlichen und festlichen Klängen wollen die „Freunde der Kirchenmusik“ in der Immenstädter Pfarrkirche St. Nikolaus das neue Jahr willkommen heißen: Organist Josef Miltschitzky will ein Benefizkonzert am Sonntag, 2. Januar, um 17 Uhr gestalten. Unterstützt soll der Ottobeurer Kirchenmusiker und promovierte Musikwissenschaftler dabei von der Sopranistin Susanne Jutz-Miltschitzky werden, die Lieder der bayerischen Komponisten Max Reger (1873 - 1916) und Joseph Haas (1879 - 1960) singt. Soweit die Pläne. Einen Unsicherheitsfaktor allerdings gibt es: die Corona-Pandemie und deren Entwicklung.

Alle Vorhaben im Sande verlaufen

Denn heuer seien wegen dieser Pandemie fast alle Vorhaben im Sand verlaufen, erzählt Michael Hanel, Chorregent an St. Nikolaus und stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins „Freunde der Kirchenmusik“. Der besteht seit 20 Jahren. Aus diesem Anlass sei ein Jubiläumsjahr geplant gewesen.

Der Erlös der Konzerte sollte dabei dem nächsten Großprojekt des Vereins zugute kommen: einem Fernwerk, mit dem Orgelbauer Siegfried Schmid aus Knottenried das Instrument in der Immenstädter Stadtpfarrkirche ergänzen soll. Es würde die Gestaltungsmöglichkeiten sowohl für die Liturgie als auch für die Konzerte „erheblich erweitern“, sagt Michael Hanel.

Die Finanzierung steht

Er rechnet bisher mit Kosten zwischen 50.000 und 60.000 Euro. Denn für dieses Fernwerk sollen im Wesentlichen Pfeifen einer älteren Orgel verwendet werden, die auf dem Dachboden lagern. Die Finanzierung dieser Summe stehe bereits, dank zinsloser Kredite von Gönnern, erklärt Michael Hanel. Das Projekt werde dabei zu 100 Prozent vom Förderverein finanziert, betont Vorsitzende Margit Oeing. Die Pfarrei trage außer der Erlaubnis zum Bau nichts dazu bei. Der Plan sei bereits vom früheren Pfarrer Anton Siegel abgesegnet worden, und auch der Pfarrgemeinderat habe dem Projekt zugestimmt. Diese spätere Erweiterung der 2004 eingeweihten Orgel sei von Anfang an geplant gewesen.

Patenschaften für Orgelpfeifen

Um den Bau einer neuen Orgel zu unterstützen, war im Januar 2001 der Förderverein gegründet worden. Er startete Verkaufsaktionen, organisierte Veranstaltungen, stellte Spendenhäuschen in Geschäften auf, legte Kunstpostkarten auf. Außerdem wurden Patenschaften für Orgelpfeifen angeboten. Das sei ein wichtiger Baustein zur Finanzierung der neuen Orgel gewesen, die etwa 670.000 Euro kostete.

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2005 wäre der eigentliche Auftrag des Fördervereins beendet gewesen, doch man wollte das mittlerweile aufgebaute Netzwerk an Gönnern und Freunden weiter nutzen, erklärt Michael Hanel. Deswegen wurde der Zweck des Vereins 2006 erweitert: Er dient nun auch dem Erhalt der Orgel und der Pflege der Kirchenmusik.

Alljährlich Konzerte mit namhaften Organisten

Alljährlich veranstaltet seither der Verein, der 41 Mitglieder zählt, mehrere Konzerte mit namhaften Organisten, er rief die Samstagsmatineen „Horch Orgelmusik“ im Sommer und in der Adventszeit ins Leben, und er bot in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Orgelsommer sogar Orgelnächte mit einem umfangreichen Programm an drei Spielorten in der Stadt an.

Die Konzerte werden dabei auf Spendenbasis angeboten. „Jeder darf geben, was er wolle oder könne“, sagt Margit Oeing. Denn der Verein wolle allen Menschen, gleich welchen Einkommens, den Besuch der Konzerte ermöglichen. 2014 übernahm der Verein dann die Kosten (10.000 Euro) für eine erste Erweiterung der Orgel um ein weiteres Register, eine „Voix humaine“, eine „menschliche Stimme“. Außerdem ermöglichte er es, Chorpodeste, ein Klavier und ein Cembalo anzuschaffen. Nachdem die Orgel 2016 abbezahlt war, wurde der Name des einstigen Orgelbauförder-Vereins in seinen heutigen geändert: „Freunde der Kirchenmusik St. Nikolaus“.

Pläne wegen Corona verworfen

Denen machte in den vergangenen zwei Jahren die Corona-Pandemie schwer zu schaffen: 2020 mussten alle bereits gebuchten Konzerte abgesagt werden. Und auch die Pläne für heuer wurden wieder verworfen. Immerhin waren in der zweiten Jahreshälfte einige Auftritte möglich. Jetzt wollen die „Freunde der Kirchenmusik“ mit neuem Elan ins Jahr 2022 starten.

Zunächst planen die Immenstädter „Freunde der Kirchenmusik“ im nächsten Jahr Auftritte von Allgäuer Künstlern: etwa ein Programm im Kloster mit Anja Heinz-Civelek (Harfe, Gesang) und Sebastian Riescher (Saxophon, Akkordeon) oder das traditionelle „Orgel surprise“ zur Faschingszeit in St. Nikolaus. Weitere Akzente sollen dort das Programm „Drei Märchen“ von Enjott Schneider mit dem Organisten Hannes Ritschel oder Improvisationen auf der Orgel von Walter Dolak setzen. Auch vielversprechende Gäste haben sich für 2022 angekündigt wie etwa der Kammerchor Hannover oder das italienische Orchester Accademia Hermans.

Was die Immenstädter "Freunde der Kirchenmusik St. Nikolaus" alles bieten.

Der Sänger, Musikpädagoge und Sprecher Michael Hanel.

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