Umstrittene Pläne am Wächter des Allgäus

Investor beantragt Bergbahn-Projekt am Grünten

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Die Pläne für das umstrittene Bergbahnprojekt am Grünten wurden jetzt beim Landratsamt Oberallgäu eingereicht.

Bild: Ralf Lienert

Die Pläne für das umstrittene Bergbahnprojekt am Grünten wurden jetzt beim Landratsamt Oberallgäu eingereicht.

Bild: Ralf Lienert

Umfangreiche Baupläne für Bergbahnen und neue Grüntenhütte beim Landratsamt Oberallgäu eingereicht. Jetzt ist die Genehmigungsbehörde am Zug.
11.05.2021 | Stand: 17:41 Uhr

Umfangreiche Unterlagen für die geplanten Baumaßnahmen am Grünten sind beim Landratsamt Oberallgäu als zuständiger Genehmigungsbehörde eingegangen. Dort werden Unterlagen werden jetzt in einem ersten Schritt auf Vollständigkeit geprüft, teilt die Kreisbehörde mit. Sobald diese Prüfung abgeschlossen ist, will das Landratsamt die Pläne im Amtsblatt veröffentlichen. Dann soll auch bekanntgegeben werden, wann und wo die Unterlagen eingesehen werden können. Die Unternehmerfamilie Hagenauer will wie berichtet die alten Lifte abbauen und durch neue Bergbahnen ersetzen. Zudem soll die Grüntenhütte abgerissen und an neu errichtet werden. (Lesen Sie auch: Ausbau am Grünten: Warten auf neue Pläne)

Projektgegner kritisieren fehlende Informationen

Projektgegner hatten wie berichtet zuletzt öffentlich kritisiert, dass es keine Informationen mehr zu den umstrittenen Plänen gebe. Die Bürgerinitiative "Rettet den Grünten" baute der Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller kurzerhand einen runden Tisch vor die Behördentür, weil das seit Sommer 2020 geplante Dialogforum immer wieder Corona-bedingt verschoben worden war. Für weiteren Unmut sorgte die Ankündigung der Landrätin, der Kreistag müsse nicht mehr über das Thema beraten, weil die Landschaftsschutzgebietsverordnung nicht geändert werden muss, da die Grüntenhütte doch am selben Platz neu gebaut werden soll und der Investor seine Pläne reduziert hat.

Oberallgäuer Landrätin will weiter runden Tisch zum Grünten

Landrätin Indra Baier-Müller hält derweil an ihrer Idee eines runden Tisches fest. Die Kreischefin will den Dialog mit Befürwortern und Gegnern des Grüntenprojekts auch unbedingt bei einer Präsenzveranstaltung suchen - so bald das wieder möglich ist. "Bei so einem emotionalen Thema wäre eine Video-Konferenz nicht der richtige Rahmen", sagt Baier-Müller gegenüber unserer Zeitung. Das Ziel sei ein "Abgleich von Informationen". Dazu sei es aber als Diskussionsgrundlage wichtig, dass die Pläne auf dem Tisch liegen, sagt die Landrätin. "Wenn die Unterlagen eingegangen sind, werden wir alle Beteiligten informieren." Diese Voraussetzung wurde jetzt durch den Investor geschaffen, der am Montag laut Landratsamt die Projektunterlagen eingereicht hat.

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