Realistische Kunst

Eine Oberallgäuerin malt Bilder, in denen immer die Sonne scheint

„Schneewanderung“: Ein reizvolles Spiel von Licht und Schatten zeigt dieses Allgäuer Landschaftsbild in Acryl von Uta Braun aus Ofterschwang.

„Schneewanderung“: Ein reizvolles Spiel von Licht und Schatten zeigt dieses Allgäuer Landschaftsbild in Acryl von Uta Braun aus Ofterschwang.

Bild: Klaus Schmidt

„Schneewanderung“: Ein reizvolles Spiel von Licht und Schatten zeigt dieses Allgäuer Landschaftsbild in Acryl von Uta Braun aus Ofterschwang.

Bild: Klaus Schmidt

Uta Braun aus Ofterschwang hat im Malen einen Ausgleich zum Alltag gefunden. Wie sie in ihren Bildern die Schönheit der Natur und Landschaft zeigen will.
09.01.2021 | Stand: 14:00 Uhr

Sie weiß mit ihren Reizen zu spielen. Sie lüftet kokett die eine oder andere schützende Hülle und gibt verlockend ein wenig von dem Darunterliegenden preis. „Die Kapriziöse“ nennt Uta Braun dieses raffinierte Geschöpf, dessen Haut von strahlendem Weiß bis zu dunklem Rosé schimmert. Die Schönheit ist keine Dame, sondern eine Rosenblüte. Uta Braun inszeniert sie auf ihrem Acrylgemälde übergroß und genauestens detailliert als charaktervolle Schönheit der Natur.

Mit diesem Bild und fünf weiteren nahm die Wahl-Ofterschwangerin im Oktober erstmals an der „Südlichen“ teil, der Jahresausstellung der Bildenden Künstler der Region. Schon zuvor hatte sie in einigen Ausstellungen im Oberallgäu als Malerin auf sich aufmerksam gemacht. Dabei betont die 68-Jährige, sie betreibe das Malen als Hobby.

Künstlerin war früher Steuerberaterin

Ihren Beruf, Steuerberaterin, hat Uta Braun 2011 aufgegeben. Zwei Jahre später zog sie mit ihrem – schwer kranken – Mann von Bad Homburg, wo sie den größten Teil ihres Lebens verbracht habe, ins Allgäu. Die beiden Ruheständler bauten sich in Ofterschwang ihr Traumhaus. „Es war für meinen Mann die beste Therapie“, erzählt Uta Braun. Und darin richtete sie sich nun auch ein eigenes Atelier ein. Das hatte sie zuvor nicht.

Viele Sommer hatte die Familie zunächst am Bodensee verbracht und dort einen Rückzugs- und Erholungsraum gefunden. Von dort aus lernte sie auch das Allgäu kennen und schätzen, erzählt Uta Braun. Sie und ihr Mann waren sofort der Überzeugung: Die Region sei für sie „ideal“. Denn sie liebe die Berge, sagt Uta Braun. Sie seien nicht so hoch wie im Tiroler Zillertal, wohin immer wieder zuvor Urlaube der Brauns führten. Zudem könne man im Allgäu auch im Tal gut laufen. Ein weiterer Vorteil in ihren Augen.

Malerin über das Allgäu: "Ich kann kaum glauben, was ich alles sehe"

Auch als Malerin faszinierte Uta Braun das Allgäu. Neben Blumen bilden Landschaften den Schwerpunkt in ihrer Arbeit. „Ich kann kaum glauben, was ich alles sehe“, schwärmt die Wahl-Ofterschwangerin von der Region. Jede Jahreszeit habe ihre Reize. Gerade habe sie ein Bild vollendet, das den Blick aus ihrem Fenster zeige: den Blick aufs Nebelhorn.

Die Schönheit der Landschaft und der Natur will Uta Braun in ihren Gemälden zeigen. In diesen scheine immer die Sonne, betont die gebürtige Hannoveranerin, denn bei Sonnenschein sei das Spiel von Licht und Schatten besonders intensiv. Und das reize sie als Malerin ganz besonders. Den dieses Spiel verleihe den Bildern Tiefe. Es sei ihr egal, ob andere ihre Bilder als Kunst bewerten, sagt Uta Braun: Sie male, was ihr gefalle. Und zunächst einmal vor allem für sich selbst. Sie könne in ihren Bildern „beim Malen spazieren gehen“.

Malerei als Ausgleich zu Beruf und Alltag

Sie habe die Malerei als Ausgleich und Erholung zu Beruf und Alltag entdeckt, erzählt Uta Braun. 1990 begann sie mit Seidenmalerei, ein Jahr später mit Porzellanmalerei. Als Motiv dienten Blumen, als Inspirationsquelle Meissener Dekors. Die filigranen Motive schulten das handwerkliche Geschick, die heikle Technik zwang zu Disziplin. Uta Braun vertiefte erste, in Kursen gewonnene, malerische Kenntnisse autodidaktisch weiter durch Lehrbücher in Theorie und Praxis. Sie erkannte, dass Bilder klaren Gesetzen folgen, ihr Aufbau logisch entwickelt werden müsse. Dabei kam ihr zugute, dass in ihrem Beruf ähnliche Qualitäten gefragt waren, erzählt Uta Braun. Und sie experimentierte mit Farben. So malt sie zum Beispiel Orchideen auf Goldgrund, weil dabei die Blumen plastischer hervorträten.

Außerdem ließ sie sich von Meistern des 20. Jahrhunderts wie Franz Marc zu abstrahierten Motiven inspirieren. Denn zusammen mit Künstlergruppen besuchte sie viele Museen. Ein Schwerpunkt lag dabei auf den Expressionisten. Doch als eigenen Stil pflegt Uta Braun den Fotorealismus. Beim Motiv achte sie auf das richtige Augenmaß und suche das für sie stimmige Detail, etwa in einer Rosenblüte.

Bilder bei Ausstellungen zu sehen

Ihre Bilder zeigte Uta Braun erfolgreich in Ausstellungen, etwa als Mitglied der Künstlergruppe Altweilnau im südhessischen Hochtaunuskreis. Nach ihrem Umzug ins Allgäu folgten unter anderem Ausstellungen 2014 und 2017 im Fischinger Kurhaus Fiskina, 2018 in der Lindauer Bodenseeresidenz und 2020 im Kemptener Klinikum. Und auch mit ihren eigenen Malgruppen, die Uta Braun von 2006 bis 2012 in Südhessen leitete, hat sie schon Werkschauen organisiert.

Eindrücke von Ute Brauns Malerei bekommen Sie hier.