Wertach

Senior fällt auf Betrüger herein, doch eine Kassiererin verhindert Schlimmeres

Ein Senior wollte in einem Lebensmittelgeschäft in Wertach (Oberallgäu) Guthabenkarten im Wert von 900 Euro kaufen. Eine Kassiererin wurde misstrauisch.

Ein Senior wollte in einem Lebensmittelgeschäft in Wertach (Oberallgäu) Guthabenkarten im Wert von 900 Euro kaufen. Eine Kassiererin wurde misstrauisch.

Bild: Tom Weller, dpa (Symbolbild)

Ein Senior wollte in einem Lebensmittelgeschäft in Wertach (Oberallgäu) Guthabenkarten im Wert von 900 Euro kaufen. Eine Kassiererin wurde misstrauisch.

Bild: Tom Weller, dpa (Symbolbild)

In Wertach (Oberallgäu) hat eine Kassiererin am Samstag verhindert, dass ein Senior für 900 Euro Guthabenkarten kaufte. Sie wurde misstrauisch.
Ein Senior wollte in einem Lebensmittelgeschäft in Wertach (Oberallgäu) Guthabenkarten im Wert von 900 Euro kaufen. Eine Kassiererin wurde misstrauisch.
Von Redaktion Allgäuer Zeitung
01.02.2021 | Stand: 12:23 Uhr

Eine Kassiererin hat am Samstag verhindert, dass einem Senior ein Schaden von 900 Euro entstanden ist. Wie die Polizei berichtet, kam der Mann gegen 10.45 Uhr in ein Lebensmittelgeschäft in Wertach (Oberallgäu), um dort für 900 Euro Wertguthabenkarten zu kaufen. Das machte die Kassiererin wohl misstrauisch, weshalb sie die Polizei rief.

Unbekannte versprachen Senior Geldgewinn

Die Beamten ermittelten, dass der Mann in den vergangenen Tagen mehrere Anrufe von Unbekannten erhielt. Die Anrufer teilten dem Senior laut Polizei mit, dass er eine größere Geldsumme gewonnen hätte. Um an den Gewinn zu kommen, müsse er jedoch Guthabenkarten kaufen.

Der Mann glaubte den Anrufern offenbar, denn er kaufte am frühen Samstagvormittag bereits eine Guthabenkarte für 25 Euro und gab den Code weiter. Die Betrüger lösten den Code laut Polizei direkt ein, womit die Karte für den Mann wertlos wurde.

Anschließend forderten die Unbekannten den Mann auf, weitere Karten im Wert von 900 Euro zu kaufen. Als er das tun wollte, schritt die Kassiererin ein.

Die Masche der Betrüger

Die Anrufer melden sich laut Polizei mit der freudigen Ankündigung eines Gewinns. Meist spielen sie auf frühere Gewinnspiele an, bei denen die Betroffenen mitgemacht haben sollen. Durch geschickte Gesprächsführung machen sie den Angerufenen oftmals glaubhaft, dass Gebühren, Steuern oder Notarkosten zu zahlen seien, bevor der Gewinn ausgezahlt werden könne.

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Die entsprechenden Gewinne existieren nach Polizeiangaben nicht. Die bezahlten Gebühren werden meist über anonyme Bezahlmethoden sofort transferiert – häufig ins Ausland.

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Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbolbild)

Wie oft kommt es zu solchen Betrugsfällen?

Allein im Januar verzeichnete die Polizei mehrere Anrufe von Betrügern in Schwaben Süd/West. Im gesamten Zuständigkeitsbereich meldeten Bürger im Januar neun Anrufe mit oben genannter Masche. Im Landkreis Oberallgäu und der Stadt Kempten registrierte die Polizei vier Anrufe. Insgesamt hatten die Betrüger in zwei Fällen Erfolg. Der entstandene Schaden beträgt bislang etwa 500 Euro.

Was die Polizei rät

  • Machen Sie sich bewusst: Wenn Sie nicht an einer Lotterie teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben.
  • Geben Sie niemals Geld aus, um einen vermeintlichen Gewinn einzufordern.
  • Machen Sie keinerlei Zusagen am Telefon.
  • Geben Sie niemals persönliche Informationen weiter: keine Telefonnummern und Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen, Kreditkartennummern oder Ähnliches.
  • Fragen Sie den Anrufer nach Namen, Adresse und Telefonnummer der Verantwortlichen, um welche Art von Gewinnspiel es sich handelt und was genau Sie gewonnen haben. Notieren Sie sich seine Antworten.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
  • Sprechen Sie auch mit Verwandten, Bekannten und Ihren Nachbarn über das Phänomen.

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