Naturschutz

Krötenwanderung in Oberstaufen: Helfer retten bis zu 2000 Tiere in einer Nacht

Die Helfer bringen die Frösche und Kröten sicher über die Straße und zum See, wo sie laichen. Gemeinsam mit einer Kollegin leitet Yvonne Schäfer die Gruppe.

Die Helfer bringen die Frösche und Kröten sicher über die Straße und zum See, wo sie laichen. Gemeinsam mit einer Kollegin leitet Yvonne Schäfer die Gruppe.

Bild: Fotos: B. Liss

Die Helfer bringen die Frösche und Kröten sicher über die Straße und zum See, wo sie laichen. Gemeinsam mit einer Kollegin leitet Yvonne Schäfer die Gruppe.

Bild: Fotos: B. Liss

Wenn Frösche und Kröten die Straße überqueren müssen, um zu den Laich-Gewässern zu kommen, riskieren sie ihr Leben. Freiwillige Helfer bewahren sie vor dem Tod.
21.04.2021 | Stand: 15:00 Uhr

2000 Frösche und Kröten sammeln die Helfer an manchen Tagen ein. Denn sobald es im Frühjahr wärmer wird, machen sich die Tiere auf den Weg zu den Gewässern zum Laichen. Im Ortsteil „Wengen“ bei Oberstaufen ist jeden Abend ein zehn-köpfiges Team unterwegs, bringt die Tiere über die Straße an einen See oder wieder zurück in Richtung Wald. „Sobald es regnet, die Dämmerung einsetzt und kein Schnee mehr liegt, geht es hier ab“, sagt Yvonne Schäfer. Die 33-Jährige leitet zusammen mit einer Kollegin die Gruppe.

Mehrere Schutzzäune sorgen dafür, dass die Tiere nicht vom Wald auf die Straße kommen und dort überfahren werden. Angebracht werden die Zäune von den Freiwilligen selbst oder vom Straßenbauamt. „Bevor wir starten, müssen wir zuerst unsere Warnwesten anziehen, da wir sehr nah an der Straße laufen“, sagt die 33-jährige Tierschützerin. Ausgerüstet mit einer Taschenlampe und einem Eimer suchen die Helfer Meter für Meter ab und sammeln die Kröten und Frösche per Hand auf.

Die freiwilligen Helfer zählen die Frösche und Kröten ab

Sie legen die Tiere in Eimer und bringen sie zum See auf der anderen Straßenseite. „Sie legen dort ihren Froschlaich ab, danach trennen sich Männlein und Weiblein wieder und jeder geht seinen eigenen Weg“, sagt Schäfer. Doch bevor die Tiere in den kleinen See kommen, werden sie gezählt, „damit wir ungefähr wissen, wie viele Tiere wir retten konnten und ob es sich auch lohnt, hier solche Schutzzäune aufzubauen“, sagt Schäfer. Eines Abends hätten sie bei 2400 aufgehört zu zählen.

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Gemeinsam mit einer Kollegin leitet die Immenstädterin Yvonne Schäfer die Gruppe aus freiwilligen Helfern.
Gemeinsam mit einer Kollegin leitet die Immenstädterin Yvonne Schäfer die Gruppe aus freiwilligen Helfern.
Bild: Benjamin Liss

„Es gibt Momente, da kommen die Tiere innerhalb weniger Minuten aus jeder Ecke“, sagt die 33-Jährige. Die Aktion in Oberstaufen lohnt sich also. Auch auf dem Rückweg in den Wald, helfen die Freiwilligen den Fröschen und Kröten über die Straße. „Wir leben von der Natur, ich will einfach etwas zurückgeben und unsere Natur schützen“, sagt die Immenstädterin.

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Der Unterschied zwischen Fröschen und Kröten

Frösche und Kröten unterscheiden sich unter anderem im Hinblick auf die Haut. Diese ist bei Fröschen mehr oder weniger glatt, oft sogar glänzend. Kröten hingegen haben eine faltige, ledrige Haut. Oft haben sie außerdem auch Warzen und Beulen.

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