Kunst in der Fiskina

Maler aus Fischen zeigen: So schön kann’s im Allgäu sein

„Heiterer Alpfrieden“: Mischtechnik von Peter Vogt. Der Fischinger Maler zeigt zusammen mit seinen Kollegen Georg Larsch und Hans Ruppaner „Heimatliche Impressionen“.

„Heiterer Alpfrieden“: Mischtechnik von Peter Vogt. Der Fischinger Maler zeigt zusammen mit seinen Kollegen Georg Larsch und Hans Ruppaner „Heimatliche Impressionen“.

Bild: Günter Jansen

„Heiterer Alpfrieden“: Mischtechnik von Peter Vogt. Der Fischinger Maler zeigt zusammen mit seinen Kollegen Georg Larsch und Hans Ruppaner „Heimatliche Impressionen“.

Bild: Günter Jansen

Drei Fischinger präsentieren „Heimatliche Impressionen“ im Kurhaus Fiskina: Die Maler Georg Larsch, Hans Ruppaner und Peter Vogt zeigen dabei eine eigene künstlerische Handschrift
18.10.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Wer stupst mich denn da? Diese Frage scheint die junge Frau zu stellen, die sich nach hinten umdreht. Sie sieht ein Rind, das mit seiner Schnauze Kontakt aufnehmen will. „Heiterer Alpfrieden“ nennt Peter Vogt seine Darstellung in Mischtechnik. Der ehemalige stellvertretende Kurdirektor von Oberstdorf ist einer von drei Malern aus Fischen, die ihre Bilder im heimischen Kurhaus Fiskina ausstellen. Die anderen beiden sind Georg Larsch und Hans Ruppaner.

Jeder von ihnen zeigt in der Ausstellung „Heimatliche Impressionen“ eine unverwechselbare Handschrift. Dabei setzen alle drei ihre Motive gegenständlich um. Georg Larsch, 1947 in Wollmuths bei Niedersonthofen geboren, lernte Gebrauchsgrafik, Kunst und Stilkunde bei Toni Maurer in Kempten. Georg Larsch präsentiert eine große Auswahl stimmungsvoller Landschaften, wobei Gebirgspanoramen dominieren. Die Motive reichen vom Oberallgäu bis zum Gardasee. Für alle findet Georg Larsch eine Bildsprache, die viel Atmosphäre und Stimmung widerspiegelt. Die Farbpalette ist dabei oftmals beschränkt, sie vermittelt aber stets treffend den Charakter einer Landschaft. Sei es eine Hochgebirgsszene bei Bad Hindelang mit einsamer Hütte und wenigen Fichten vor kahlen Gipfeln. Sei es ein Blick über ein Moor im Ostallgäu, eingebettet in sanfte Hügel, hinter denen sich die Alpen erheben. Sei es eine duftige Allee vor einem oberitalienischen See, die mediterranes Lebensgefühl suggeriert.

Hans Ruppaner, der schon als Schüler zu malen begann, gefördert von Lehrer Otto Gogl, betont die Schönheit der Landschaft. Er inszeniert sanfte grüne Matten als Gegenstück zum schroff aufragenden Gebirge. Er lässt Sonnenstrahlen wie magisches Licht ein Waldstück samt Bachlauf erleuchten. Er hält den Zauber des Alpenglühens im Abendrot über den Berggipfeln fest. Er taucht einen schroffen Fels, dem Matterhorn ähnlich, in magisches Dämmerlicht zwischen Tag und Traum. Er lenkt den Blick auf zarte Blüten am Boden wie Frauenmantel und Immergrün. Die Farben wirken dabei kräftig und scheinen doch wie hinter einem zarten Schleier zu liegen, der ihre Härte dämpft.

Schmatz auf die Wange

Peter Vogt ist der akribische Zeichner unter den drei Malern. Er zeigt detailfroh und ganz realistisch den alten „Senn von Schattwald“ bei der Arbeit, während sich ein Kätzchen am linken Bildrand unten vergnügt und am rechten Bildrand fein säuberlich hochgestellt ein Paar saubere Schuhe auf ihren nächsten Einsatz warten. Sehr genau hat Peter Vogt, der sich verschiedene Maltechniken autodidaktisch beibrachte und in professionellen Kursen vertiefte, Menschen und Tiere beobachtet. So zeigt er zum Beispiel gekonnt und humorvoll, wie eine Kuh einer anderen einen Schmatz auf die Wange gibt.

Neben solch filigranen Zeichnungen finden sich auch eindrucksvolle Gemälde etwa von der „Nacht überm Bergahorn“. In ihr strahlen die Sterne am hohen, dunklen Firmament, während die Silhouetten winterkahler Bäume und Sträucher ein Lichtgebilde erhellt, das zwischen Abendrot und Astralnebel schwankt. So rätselhaft erscheint manchmal die Natur.

Öffnungszeiten: bis 18. November, täglich von 10 bis 17 Uhr. Am 14. und 15. November ist das Haus geschlossen.