Handball Play-downs

Mehr Drama geht nicht! Sonthofer Handballer zum Abstiegs-Showdown in Gilching

Einmal noch kämpfen, bangen, hoffen. Die Handballer des TSV Sonthofen um Trainer Sven Heldt (vorne) und Dominik Waldmann absolvieren am Freitag in Gilching das entscheidende Play-down-Duell gegen den Abstieg.

Einmal noch kämpfen, bangen, hoffen. Die Handballer des TSV Sonthofen um Trainer Sven Heldt (vorne) und Dominik Waldmann absolvieren am Freitag in Gilching das entscheidende Play-down-Duell gegen den Abstieg.

Bild: Günter Jansen

Einmal noch kämpfen, bangen, hoffen. Die Handballer des TSV Sonthofen um Trainer Sven Heldt (vorne) und Dominik Waldmann absolvieren am Freitag in Gilching das entscheidende Play-down-Duell gegen den Abstieg.

Bild: Günter Jansen

Die Rechnung ist leicht: Gewinnt Sonthofen in Gilching, hält es die Klasse. Verliert der TSV, steigt er aus der Bezirksoberliga ab. Die Lage ist angespannt.
14.06.2022 | Stand: 18:35 Uhr

Drei Siege. Nicht weniger hatte Sven Heldt von seinen Schützlingen aus den drei letzten Spielen gefordert. „Wenn wir im Kampf um den Klassenerhalt noch eine Chance haben wollen, müssen wir noch dreimal gewinnen“, hatte der Trainer der Handballer des TSV Sonthofen vor der heißen Phase in den Play-downs der Bezirksoberliga gemahnt. Es sprangen ein dramatisches 26:26 gegen Pullach und tatsächlich ein Sieg gegen Fürstenfeldbruck heraus – dieser allerdings, nachdem die Oberbayern zum Spiel in Sonthofen kein Team mehr aufbieten konnten. Und doch haben die Sonthofer noch alle Chancen – und ihr Glück sogar selbst in der Hand. Am Freitag steht in Gilching ab 20.30 Uhr das letzte Tête-à-Tête an. Der Fan-Bus ist gemietet, die Vorfreude groß: Der TSV fiebert dem letzten Saisonspiel entgegen.

  • Keine Rechenspiele mehr: Es wird in Gilching der letzte Showdown gegen den Abstieg. Und bei allem Wirrwarr um die Abstiegsränge und die konfuse Tabellenkonstellation der Play-downs im Frühsommer ist die Lage nun klarer denn je. Niemand muss mehr rechnen: Gewinnt Sonthofen, hält es die Klasse – verliert der TSV, steigt er aus der Bezirksoberliga ab.
    „Wir haben uns das Endspiel erarbeitet, jetzt wollen wir uns belohnen“, sagt Heldt vor dem entscheidenden Duell. Sonthofen steht nach elf Partien mit 11:11 Punkten auf Rang vier und hat somit gerade den letzten Platz inne, der für den Klassenerhalt reichen würde. Gilching liegt mit einem Punkt Rückstand (10:10) auf fünf und belegt den ersten „Schleudersitz“ zum Abstieg. Nur der Sieger vom Freitag hält die Klasse.

  • Ende einer Mammut-Saison: Nach einer langen, kräftezehrenden Saison spitzt sich der Abstiegskampf nun ausgerechnet im letzten Spiel zu. Exakt vor einem Jahr hatte Heldt mit seinen Schützlingen die Vorbereitung auf diese Mammut-Saison aufgenommen. Für gewöhnlich sind die Handballer bereits seit Ende April in der Sommerpause.
    Doch für den Showdown müssen die Oberallgäuer noch einmal alle Kräfte mobilisieren. Ein besseres Drehbuch für ein letztes großes Duell kann es kaum geben. „Als Sportler lebst du doch für so ein Spiel. 60 Minuten noch einmal alles raushauen und dann weiß jeder, was Sache ist“, schildert Heldt seine Motivation.

  • Gilching bisher stark: Der bisherige Saisonverlauf für Gilching lief äußerst durchwachsen. Nach einer abwechslungsreichen Hinrunde haben die Oberbayern in den Play-downs eine nahezu makellose Bilanz vorzuweisen. Lediglich das Spiel gegen Sonthofen ging verloren.
    Darauf bauen wiederum die Oberallgäuer ihre Hoffnungen auf den Klassenerhalt. Für TSV-Kapitän Mike Burgdorf war der 32:24-Sieg im Hinspiel am 21. Mai aber etwas trügerisch. „Klar haben wir Rückenwind durch den Sieg im Hinspiel. Wir sollten uns aber nicht blenden lassen, das Spiel war sehr lange ausgeglichen“, sagt Burgdorf.

  • Fan-Bus: Um in Gilching auch auf die Unterstützung der eigenen Fans zu bauen, haben die Sonthofer einen großen Bus organisiert, in dem Anhänger und Spieler gemeinsam nach Oberbayern fahren können. Abfahrt ist am Freitag um 16.45 Uhr an der Sonthofer Allgäu-Sporthalle. Die Fahrtkosten betragen 5 Euro. Für Verpflegung ist gesorgt.

  • Hitziges Hinspiel: „Die Stimmung beim Spiel in Sonthofen war super. Da haben unsere Fans sicherlich zum Sieg beigetragen. Wie schön wäre es, wenn wir darauf auch im entscheidenden Spiel bauen könnten“, sagt Heldt. Schon nach dem Duell in Sonthofen hatte es von Gilchinger Seite einige Beschwerden über Zuschauer gegeben – an der aufgeheizten Stimmung hatten damals beide Fan-Lager Anteil.

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Hängende Köpfe beim TSV Sonthofen

Personell muss Trainer Heldt einmal mehr improvisieren – die Paradedisziplin des Sonthofers in dieser Saison. In den vergangenen Wochen gab es – nicht zuletzt der zwölf Monate dauernden Saison geschuldet – erneut einige Spieler, die verletzungsbedingt nicht trainieren konnten. „Wir hatten zuletzt vier fitte Spieler, da brauchst du kein Mannschaftstraining machen“, klagt Heldt. „Die Jungs halten sich individuell weiterhin fit und alle, die dabei sind und mitfahren können, werden noch einmal beißen.“ Ein letztes Mal noch.