Verkehr

Mit dem Ringbus wieder mobil durchs Oberallgäu

Hermine Fischer ist froh, dass es den Ringbus Alpsee-Grünten gibt. Die 85-Jährige ist so mobil.

Hermine Fischer ist froh, dass es den Ringbus Alpsee-Grünten gibt. Die 85-Jährige ist so mobil.

Bild: Sibylle Mettler

Hermine Fischer ist froh, dass es den Ringbus Alpsee-Grünten gibt. Die 85-Jährige ist so mobil.

Bild: Sibylle Mettler

Die 85-jährige Hermine Fischer aus Immenstadt will sich dafür bedanken, dass sie mit dem Bus der Linie 11 zum Schwimmen und zum Wandern fahren kann.
21.08.2022 | Stand: 11:30 Uhr

Hermine Fischer möchte einmal Danke sagen. Danke, dass es den Ringbus Alpsee-Grünten gibt. Er ermöglicht es der 85-Jährigen, wieder zum Alpsee zum Schwimmen und Spazierengehen zu fahren. Außerdem nutzt die Immenstädterin den Bus zum Wandern und findet: Es müssten viel mehr Menschen wissen, wie gut man mit dem Bus mobil sein kann. Dass es ihn gibt, „war wirklich notwendig“, findet die Seniorin.

Fischer hat kein Auto, sieht nicht mehr so gut und traut sich deswegen auch nicht mehr Fahrrad fahren. Wenn es heiß ist, könne sie jetzt dennoch wieder eine Runde im Alpsee schwimmen, schildert sie. „Das ist wunderbar“, findet die Seniorin. Mit dem ersten Bus fährt sie um 8.45 Uhr in Immenstadt los nach Bühl, steigt am Alpseehaus aus und geht von dort die kurze Strecke zum Badestrand. Mit dem nächsten Bus der Ringlinie 11 fährt sie dann wieder heim.

Gut für Tagesausflüge

Die Immenstädterin nutzt den Bus aber auch zum Spazieren gehen, Wandern und für Tagesausflüge. Kürzlich fuhr sie mit ihm zum Goymooskreisel und ging dann über Rauhenzell heim. Fischer nutzte den Bus aber auch schon als Zubringer zu anderen Linien und fuhr damit bis an den Hopfensee oder nach Balderschwang.

Hermine Fischer hat beim Öffentlichen Personennahverkehr aber noch einen Wunsch. „Es wäre noch praktischer, wenn der Ringbus auch nach Oberstaufen ginge“, sagt die rüstige 85-Jährige.

„Eine zusätzliche Freude nach der langen Corona-Zeit ist heuer das 9-Euro-Ticket des Bunds“, sagt sie. Denn mit ihm entfalle der lästige Fahrkartenkauf vor jeder Fahrt. Für Menschen wie sie, die schlecht sehen und kein Internet haben, sei es schwierig, am Automaten Fahrkarten zu lösen, erklärt Fischer. Wenn sie nach Sonthofen oder Kempten zum Arzt muss, geht die 85-Jährige sonst immer einen Tag vorher zum Bahnhof. Dort sei sie darauf angewiesen, dass ihr jemand beim Kauf des Tickets hilft, sagt Fischer. „Ich kann die Schrift am Automaten nicht mehr lesen“, erklärt sie.

Tiefer Ausstieg schwierig

Die Seniorin ist nun froh, dass sie trotz ihrer 85 Jahren mit dem Bus weiter mobil bleiben kann, und das, obwohl sie vergangenes Jahr ein neues Kniegelenk erhalten hat. Beim Ein- und Aussteigen in Bus und Bahn müsse sie aber „sehr aufpassen“ und sich gut festhalten. Schwierig sei es für sie, wenn es beim Ausstieg tief runter geht, wie bei manchen Zügen.

Wie mehrfach berichtet, fordern Senioren- und Behindertenverbände sowie die Städte Immenstadt und Sonthofen seit Jahren einen zeitgemäßen Ausbau der dortigen Bahnhöfe. Die Bahn will damit aber frühestens in vier Jahren beginnen.

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