Eine Pflegekraft fand am Dienstagmorgen ein neugeborenes Baby im Windfang der Notaufnahme am Krankenhaus in Immenstadt.
Bild: Ralf Lienert
Eine Pflegekraft fand am Dienstagmorgen ein neugeborenes Baby im Windfang der Notaufnahme am Krankenhaus in Immenstadt.
Bild: Ralf Lienert
Nachdem am Dienstag ein neugeborenes Baby an der Klinik in Immenstadt ausgesetzt worden war, sucht die Polizei nun nach der Mutter - und hat eine erste Spur. Mitarbeiter des Krankenhauses teilten den Beamten am Dienstag gegen 6.30 Uhr mit, dass sie das Neugeborene am Eingang zur Notaufnahme entdeckt hatten.
Der Säugling wurde nach ersten Erkenntnissen kurz nach der Geburt im Windfang des Krankenhauses in Immenstadt (Oberallgäu) abgelegt. Das Baby war zu dem Zeitpunkt leicht unterkühlt - sonst allerdings "in einem guten gesundheitlichen Zustand", so die Polizei. Zeugen hatten kurz zuvor am Eingang des Klinikums eine Frau beobachtet, die als Mutter des Buben in Betracht kommt.
Die Polizei sucht nun nach dieser Frau und beschreibt sie wie folgt:
Das Jugendamt des Landkreises Oberallgäu nahm das Neugeborene inzwischen in Obhut. Das Familiengericht bestellte zudem die Vormundschaft. Sobald das Baby aus dem Krankenhaus entlassen werden kann, kommt es in eine qualifizierte Pflegefamilie. Nach Angaben des Jugendamtes gab es eine große Bereitschaft der Bevölkerung, sich um das Kind zu kümmern. Die Behörde bedankt sich dafür, bittet aber darum, von weiteren Angeboten abzusehen.
Das Jugendamt betont zudem, auch die Mutter in jeglicher Form zu unterstützen, wenn sie sich bei der Behörde meldet.
Nun ermittelt die Kriminalpolizei Kempten unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Kempten. Die Beamten suchen Zeugen: Wer weitere Hinweise zur Mutter oder zur Tat geben kann, soll sich bei der Kripo melden unter der Telefonnummer 0831/9909-0.
Wer einen Menschen in einer hilflosen Lage im Stich lasse und so die Gefahr besteht, dass dieser stirbt oder gesundheitliche Schäden davonträgt, dem drohe eine Haftstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren, erklärt Polizeisprecherin Isabel Schreck. Das erhöhe sich noch, wenn es sich um das eigene Kind oder eine Person handelt, die man betreut.